"Schule produziert lustlose Pflichterfüller"

Interview | Karin Riss, 15. April 2012, 18:20
  • Kinder sollten den Lehrstoff nicht präsentiert bekommen, sondern ihn 
sich selbst erarbeiten, meint Gerald Hüther.
    foto: standard/newald

    Kinder sollten den Lehrstoff nicht präsentiert bekommen, sondern ihn sich selbst erarbeiten, meint Gerald Hüther.

Gerald Hüther über versaute Mathe-Karrieren - und was es braucht, dass Kinder nur ein Fünftel der Zeit in der Schule sein müssen

Video: Langfassung des Interviews mit Hirnforscher Gerald Hüther

STANDARD: Sie sagen, um nachhaltig zu lernen, braucht das Hirn vor allem Begeisterung. Aber kann Lernen ohne Druck überhaupt funktionieren?

Gerald Hüther: Die Hirnforschung kann inzwischen zeigen, dass sich im Hirn nur dann etwas ändert, wenn es unter die Haut geht. Das Hirn ist kein Muskel, den man trainieren kann, indem man viel übt. Im Hirn passiert immer erst dann etwas, wenn derjenige, der lernt, das für sich selbst als wichtig beurteilt. Denn nur dann lässt man sich davon berühren, dann gehen die emotionalen Zentren an. Und immer dann, wenn im Hirn diese emotionalen Zentren aktiviert werden, wird eine Art Dünger ausgeschüttet. Der düngt gewissermaßen das Dahinterliegende, was man im Zustand der Begeisterung an Netzwerken aktiviert hat. Und das führt dazu, dass man immer das, was man mit Begeisterung lernt, auch so gut behält.

STANDARD: Warum lernen kleine Kinder so viel und leicht?

Hüther: So ein kleiner Dreijähriger hat ja am Tag 50 bis 100 Begeisterungsstürme, wo dann jedes Mal diese Gießkanne der Begeisterung im Hirn angeht und wo das alles gedüngt wird. So, und dann schicken wir die Kinder in die Schule. Da stimmt doch irgendetwas nicht, wenn dann an dem Ort, wo eigentlich diese Begeisterung genutzt werden sollte, das Wichtigste verlorengeht, was die Verankerung dieser neuen Erfahrung im Hirn erst ermöglicht. Da sind wir mit unserem Schulsystem offenbar auf einem Irrweg gelandet.

STANDARD: Wie kann Schule in Hinkunft denn gelingen?

Hüther: Es gibt bereits einige dieser anderen Schulen. Schulen, wo den Schülern etwas geboten wird, was sie verzaubert. Und das findet eben nicht statt, wenn man anfängt, Kinder zu unterrichten und ihnen etwas beibringen zu wollen. Es ist ein großes Missverständnis, zu denken, indem man dem anderen sagt, wie er's machen soll, könne man bei ihm im Hirn irgendeine Veränderung auslösen. So geht das nicht. Das geht nur, wenn der andere sich davon berühren lässt. Wenn er das toll findet. Dann will er's wissen. Und wenn er's wissen will, dann lernt er's auch. Es würde auch reichen, wenn die Kinder nur ein Fünftel der Zeit zur Schule gingen, wenn in dieser Zeit wirklich etwas passieren würde.

STANDARD: Was sagen denn Noten über einen Schüler aus?

Hüther: Gute Noten haben diejenigen, die sich am besten an die Systemanforderungen anpassen können. Die machen die Matura mit 1,0, aber die haben das Entscheidende eigentlich verloren, nämlich die Leidenschaft. Die geht natürlich weg, wenn ich etwa in der fünften Klasse als Bub anfange, mich für Schmetterlinge zu interessieren, aber ich muss das in mir selbst unterdrücken, weil in der Zeit, in der ich mich mit den Schmetterlingen befasse, kann ich ja nicht Deutsch und Mathe machen. So produziert unser Schulsystem auch in den oberen Bereichen, wo die Besten scheinbar herausgelesen werden, junge Menschen, die zwar gut funktionie- ren, aber, böse gesagt: Das sind dann leidenschaftslos gewordene Pflichterfüller. Und die kann eine Wirtschaft in Österreich auch nicht mehr gebrauchen.

STANDARD: Stattdessen braucht es Schulen als Orte der Potenzialentfaltung. Wie geht das?

Hüther: Eine ganze Klasse müsste zu einem Team werden, das unbedingt wissen will, wie die Fotosynthese funktioniert. Oder warum Shakespeare Macbeth geschrieben hat. Und dann ahnen Sie schon, dass die Kinder ungefähr zwei Wochen brauchen werden, um das alles herauszufinden. Aber das hätten sie sich alles selbst erarbeitet. Und das würden sie dann auch nicht wieder vergessen. Von außen kann man das Wissen dann nicht einflößen, da ist es sogar fast störend, wenn einer kommt und die Fotosyn these oder Shakespeares Schreibmotive erläutert. Jede Erklärung, die man Kindern gibt, hindert sie daran, die Frage zu stellen und es selbst herauszufinden.

STANDARD: Es hängt an der Person des Lehrers?

Hüther: Die Lehrer tun mir leid. Die sind ja einmal losgezogen und wollten Unterstützer werden von Kindern bei Lernprozessen. Wenn die das nur noch mit Mühe aushalten, dann liegt das eben auch daran, dass sie derzeit kaum eigene Gestaltungsspielräume haben. Im Grunde genommen geht es den Lehrern fast so wie den Schülern. Und dann kann es eben sehr leicht passieren, dass man als Lehrer aufgibt, dass man den Mut verliert. Dann ist man keiner mehr, der einlädt, dann ist man einer, der sich nur mehr selbst rettet und versucht, durchzuhalten, bis die Rente kommt. Das ist natürlich eine Katastrophe. Es hat ja noch gar keiner unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgerechnet, was das später einmal alles kostet, wenn ein einzelner, mutlos gewordener Mathematiklehrer es fertigbringt, jedes Jahr zwanzig Schülern die Lust an Mathe zu versauen. Denn dann haben die ja meistens nicht nur die Lust an Mathe verloren, sondern auch an den Naturwissenschaften. Das heißt, da ist auf einmal etwas kaputtgegangen, was möglicherweise die gesamte Karriere und Entwicklung eines Kindes belastet. Und wenn man diese Kosten alle zusammenrechnet, könnte herauskommen, dass es besser wäre, diesen betreffenden Lehrer bei vollen Bezügen nach Hause zu schicken, als ihn noch einen Tag länger diesen Schaden stiften zu lassen. (Karin Riss, DER STANDARD, 16.4.2012)

GERALD HÜTHER (61)

ist Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität in Göttingen. Das gesamte, auf Video aufgezeichnete Interview wird auch am 21. und 22. April beim Bildungsfrühling in Perchtoldsdorf gezeigt.

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Platt

sind vor allem Ihre sprachlichen Bilder.

Ich meine, jeder darf ja unbezahlte Eigenwerbung betreiben, aber dieses Ich-kann-Schule-Getue ist sprachlich ein Graus und inhaltlich ein Windei.

Ausgezeichnet!

Danke für diesen wichtigen Beitrag.

Herr Hüther dürfte es mit seinem Verein geschafft haben, mit diesen Erkenntnissen, basierend auf seinen Forschungstätigkeiten und -ergebnissen, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.

Leider sind seine - und auch Ihre ;-) - Thesen ja nicht besonders neu, sondern etwa 100 Jahre alt - oder sind's schon über 2.000?

Und leiderleider gibt's in Ös Konferenzzimmern noch immer viel zu viele Richter: Ab-richter, Unter-richter sowie verurteilende Richter, die pädagogisch mit ihren Minus und Fünfern und Strafen und "Konsequenzen" (= Neusprech für Strafen) beim Struwwelpeter hängengeblieben sind.

Das sind die neuesten Ergebnisse....

Hr. Prof. HÜTHER präsentiert die neuesten Ergebnisse der Hirnforschung. Es ist gefährlich, damit alle tradierten Unterichtsformen in den Abfalleimer der Vergangenheit zu werfen.

Was hat sich geändert? Der Zugang zu aufgezeichnetem Wissen! Das war vor Berner-Lee, dem Erfinder der Computervernetzung um etwa 1992 nicht nötig.

Also sollten die Lehrer halt diese neuen e-Wissensspeicher nachlernen. Nichts motiviert einen Jugendlichen mehr, als wenn er einem Erwachsenen etwas zeigen kann. Das Lehrziel bleibt beim Lehrern, daran kann sich nichts ändern.

Da ist viel Motivationspotential vorhanden, wenn der Lehrer (= Wissensorganisator) die Schüler mittels modernsten Geräten selber suchen lässt.

Nicht vergessen: den Motivator Klasse !

theoretisch super

wie jede theorie so einleuchtend ist. in der praxis schaut es anders aus. der computer ermüdet den nutzer sehr schnell. spielen ist weniger anstrengend als etwas zu suchen. am liebsten ist den schülern gut aufbereiteter stoff, der ihnen am tablett serviert wird.

Das Silbertablett ist vielen SchülerInnen dann am liebsten,

wenn sie für Noten lernen, wenn ihnen also von einem Dompteur/Abrichter Belohnung versprochen bzw. Bestrafung angedroht wird. Denn die sind ja nicht doof, und holen sich die Belohnung (bzw. vermeiden die Bestrafung) wie jedes abgerichtete Säugetier immer geschickter, dh. in der Schule: mit immer weniger Aufwand.
Logisches Resultat des kleineren Aufwands: Die SchülerInnen lernen weniger und können/wissen/etc. deshalb auch weniger.

Und genau von Belohnung/Bestrafung, also Noten, spricht Hüther als den größten Killer jeglicher Motivation.

Was Computer betrifft, haben Sie Recht: Er macht müde.
Präsentations-Plakate mit Filz- und Edding-Stifen sowie mit Schere und Uhu-Stick kreativ gestaltet, werden mittlerweile wieder beliebter/wertvoller.

wunschvorstellung

Kinder zum Entdecken und Lernen zu motivieren ist genau das, was ich als Junglehrerin möchte. Leider ist das in Klassenstärken von bis zu 25 Kindern nur schwer möglich. Die Vorbereitungszeit reicht niemals aus um alle Arbeiten zu korrigieren und dann noch kreative Ideen zu entwickeln, für die ich anschließend alle benötigten Materialien (meistens vom eigenen Geld) besorgen muss. Schülerklassenzahlen, Räumlichkeiten und Personal müssten viel flexibler handhabbar sein.

Extra für Sie:

http://diepresse.com/home/bild... ern.portal

Nun muss aber Schluss sein mit Jammern und gleichzeitig der Start für Begeisterung, Leidenschaft und Freude am Lernen, am Entdecken und Erfahren von Neuem, am Ausprobieren etc.

Wenn man sich Kinder zu Gegnern macht, ist jedes Kind eines zuviel.

Ihr geht gegen die Kinder vor wie gegen eine feindliche Armee: vorbereitet, gewappnet, aufgerüstet,... und auch noch entrüstet, dass Ihr Euch zwingen müsst, all diesen Unsinn zu tun.
Zu Recht erlebt Ihr dann statt Lernen & Lehren KAMPF.
Im Kampf ist natürlich jeder Gegner einer zuviel.
In der Ich-kann-Schule mache ich es wie die Mütter. Früher hatten Mütter oft zehn Kinder und alle haben bei ihnen die MUTTERsprache nebenbei gelernt. Die Mutter macht es richtig: Sie sucht alle Talente aus dem Kind hervorzurufen. Ihr macht es verkehrt: Ihr versucht dauernd alles in das Kind hineinzufüllen. Ihr habt nicht verstanden, um was es geht. Zum Motivieren genügt oft, die DEmotivierung zu beenden.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

Als Ich-pauschaliere-gern-Poster

funktionieren Sie ganz gut.

Sie täten gut daran,

mal die Radio-Interviews sowie andere Beiträge des Herrn Neffe zu hören/lesen, ehe Sie sich hier noch weiter blamieren:

http://www.coue.org/?Die_neue... ann-Schule

Was haben denn diese Beiträge mit der simplen Weisheit zu tun,

dass man nicht alle in einen Topf werfen soll?

Ihre Weisheiten

scheinen in der Tat ein bisserl sehr simpel.

Es ist erfreulich, dass wenigstens einige

die geistige Reife und Abgeklärtheit erreicht haben, die einem gewöhnlichen Troll niemals zuteil werden wird. Wer nicht unserer Meinung ist, gehört abgewatscht, aber nicht bl0ß um des Watschens willen, sondern aus der Position dessen, der einfach Recht hat.

Als demütiger Rezipient schätze ich Ihre Beiträge, für das, was sie so vorbildlich vorgeben zu sein: Ausfluss einer intellektuell autonomen Gescheitheit, frei von jedem schnöden Zwang zur Selbstkritik.

Ich bin sicher, dass die Suggestopädie, deren segensreiches Wirken sich die Abonnenten überzahlter Superlearning-Kurse in die ondulierten Haare schmieren konnten, auch die Anfeindungen eines schnöden Realismus überwinden werden: zur Not hilft ein bisserl Ich-kann-Schmus.

Abgesehen davon

scheint mir der dort präsentierte Ideenwust nicht sonderlich tragfähig.

Die Vorbereitungszeit ....

damit geht wirklich die meiste Zeit verloren. Vielleicht kann man die Beurteilung der Schüler auch gleich erneuern, indem man etwa jede Stunde bewertet, dann braucht man keine Extra-Prüftermine?

Spätestens ab "Schule produziert..." kann man von einer Themaverfehlung sprechen.

Schule produziert nicht/nichts.

You can't learn the Blues at School !

Also , kriegn kann man ihn schon, den School-Blues
als Lehrer (ich selbst) oder als Schüler in diesem
Bildungssystem ! Derzeit bin auch dafür : So wenig Schule wie möglich ! das wahre Leben spielt sich woanders ab. Dafür mehr organisierte "Leben-Lern-stätten" für Jugendliche, wo sie sich selbst ausprobieren können bzw. "sozialisiert" werden.
Künstler, Sportler, Bauern, Unternehmer , Handwerker sollen Kurse anbieten, so eine Art
"Volkshochschule " für Kinder u. Jugendliche.
Ohne Noten u. Leistungsdruck.
Soweit die Utopie. In der "Real-Schulwirtschaft"
könnte man kurzfristig Frustabbau durch
folgende Massnahmen erzielen :
Weniger Verwaltung- Mehr Lehrer pro Klasse-
nur 3 Noten (1-3-5) -mehr Lehrerautonomie.

"wenn derjenige, der lernt, das für sich selbst als wichtig beurteilt"

naja, es gibt viele GRünde, warum es der SChüler für wichtig halten könnte, z.B. weil

- er widrigenfalls Fernsehverbot bekommt
- Papa die Playstation aus dem Fenster wirft
- usw.

Falls es ihm trotzdem scheixxegal ist, dann ist das auch ok und er wechselt halt den Schultyp.

danke für das Interview!
beim gedruckten und gekürzten Interview hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Aussagen etwas platt wirken.
Aber so, gesprochen und mit der Stimme von Hüther - ist der feine, und tiefgründige gewohnte Eindruck von Hüther wieder da!

haben wahrscheinlich schon so manche in diesem zusammenhang erwähnt:
georg-christoph-lichtenberg-gesamtschule in göttingen, eine der besten schulen DE, im falter nr. 13 (lesenswerter bericht) beschrieben, alles wird in gruppen erarbeitet. so kann's auch gehen.

Und was der Falter schreibt, stimmt ja immer . . .

qualität des falters mal außen vor, aber der falter hat nicht die schule zur besten DE gewählt, er hat nur darüber berichtet. was ist schlecht dran? dass er es getan hat, dass ich ihn zitiert habe, dass die schule eine gesamtschule ist, dass sie ein 'eigenes' unterrichtskonzept entwickelt hat, was? reichen die reizwörter gesamtschule oder falter, um etwas zu diskreditieren? soll ich anstatt dessen nur österreich oder heute lesen? ich habe noch lesen gelernt und nehme eine stange geld in die hand, um dies zu tun.

schönen tag noch!

Ich in jetzt deprimiert!

Dass man mit Begeisterung besser lernt, haben wir schon im 1. Sem PÄDAK vor 35 Jahren gelernt. Seither versuche ich nach Möglichkeit meinen Unterricht abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Ob mir das gelungen ist, weiß ich nicht -mangels Feedback ( von gelegentlichen ermunterten Worten mancher Mütter abgesehen).
Herr Hüther und die vielen Poster weisen mir allerdings nach, dass ich vollkommen versagt habe und zusammen mit dem Schulsystem und allen anderen (schlechten) Lehrern allen Schülern jegliche Begeisterung ausgetrieben habe. Wenn offensichtlich alle meine Anstrengungen umsonst waren, bleibt mir nur eine Konsequenz: Von jetzt ab weniger anstrengen und viel öfter schwimmen und Schi fahren.

jaaaaaaaaaaaa!

Genau das habe ich gemacht! Weniger Input, dann weniger Enttäuschung über den schlechten Output. Glücklich macht das nicht, aber auch wir müssen in diesem System überleben.

Moin!

Sie Armer!

Von Schülern gibt es immer Feedback...

... auch wenn sie Ihnen dieses nicht direkt mitteilen. Ein Blick in die Klasse und auf deren Leistungen sollte aber genügen, um zu verstehen, ob man es richtig macht oder nicht. Ich unterrichte zur Zeit Deutsch an einer italienischen Berufsschule, in der meist jene Schüler sitzen, die es nirgendwo anders geschafft haben. Schaffen Sie es aber doch, sie durch Unterrichtsinhalte zu amüsieren und zu interessieren, sie durch entsprechendes Material zu motivieren, dann haben Sie etwas richtig gemacht. Oftmals kann es schon die Formatierung eines Arbeitsblattes sein, welches aus den Mündern der Schüler ein "Cool!" entnehmen lässt. Ich klopfe mir dann in Gedanken auf die Schulter und setze diesen Weg fort.

Da war ich wohl ein wenig zu zynisch. Natürlich merkt man das, wenn sich Schüler in der Stunde wohlfühlen - (und auch wenn sie sich langweilen, denn man ist nicht in jeder Stunde erfolgreich). Aber das Interview und die vielen Poster scheinen zu vermitteln, dass ich mich täusche, wenn ich glaube, einen guten Unterricht gemacht zu haben.

Die Meute sucht einen Sündenbock.

Denken ist nicht deren Stärke.

Covert Leader-BlackSheep Cooperation rules the World

Suchen Sie jetzt krampfhaft eine Rechtfertigung, um ihr Lehrerleben (noch) angenehmer zu gestalten?

Also meiner Erfahrung nach suchen die Lehrer, die sich ihr Leben sehr angenehm gestalten, überhaupt keine Rechtfertigung dafür, schon gar nicht krampfhaft.
Was ich mittlerweile schon beinahe krampfhaft suche, wäre eine halbwegs objektive Diskussion über positive und negative Seiten unseres Schulsystems und ganz konkrete Anregungen für Verbesserungen. Gerade von der Hirnforschung kommt hier aber eher wenig.

Vorschläge

Zynismus hilft selten um objektive Debatten zu starten, eher um Reaktanz & Unmut zu schüren.
Intensives Social Engineering in deiner Umgebung & dieser Community helfen wohl eher.

Pflichtspychologen f Lehrer & Schüler an Schulen um beidseitige Qsicherung zu erzielen. Unmotivierte zu retten & die Lehrqualität zu prüfen & zu verfeinern.
Kostet, zahlt sich aber denk ich aus. (Qualifizierte?) Psychologen die Kunden suchen gibts zu genüge.

allerwertester

woher vermeinen sie, die "annehmlichkeiten und bequemlichkeiten" derzeitiger pädagogischer wirklichkeit zu kennen? haben sie den ansatz einer ahnung, was in schulen heute vor sich geht, wie die gratwanderung der lehrerinnen und lehrer zwischen schein (lehrvorgaben) und sein (kinder und jugendliche mit extrem unterschiedlichem bildungs- und sozialhintergrund aus wiederumunterschiedlichsten kulturkreisen) aussieht? okay, sie sind selbst lehrer und ätzen sarkastisch herum. okay.

Projekte an Schulen

Wenn man die den Kindern gut vorbereitete mehrtätgige Projekte durchführt, bei denen auch Experten/innen teilnehmen können und die Kinder selber im Team arbeiten dürfen, ist die Motivation für den gesamten "Schulbetrieb" ausgezeichnet. Auch "schwächere" Kinder sind dann voll dabei, weil diese auch Stärken haben. Noch besser ist es dabei, wenn diese die Inhalte des Projektes an niedrigere Schulstufen weitergeben können.
Bei wissenschaftlichen Versuchen ab dem Kindergartenalter genügt es meistens, die "Materialien" dafür vorzulegen - die Kinder kommen selbst darauf, was man damit machen kann.
Wenn dann noch mit den von den Kindern gestalteten Arbeiten Erfolge eingeheimst werden, spornt dies noch viel mehr an.

ich kann nur allen, die hier Ihre Weisheiten ausbreiten,...

einladen nur einen Tag in einer Schule zu verbringen. Dann red ma weiter. Die Leut wollen es einfach nicht kapieren: die einzigen, die sich wirklich auskennen, werden aus der ganzen Diskussion völlig ausgeblendet: Die LehrerInnen. Ungefähr so als wenn man sich als totaler nicht Insider Gedanken über zum Beispiel die Wirtschaftlichkeit der bsp Gletscherbahnen xxx machen würde und dann noch die Dreistigkeit besitzten würde, den Blödsinn, der einem dazu einfällt, auch noch Kund zu tun. ..und jeder, der weiss was wirklich los ist, greift sich nur staunend an den Kopf. Jeder LehrerInn, der/die den an dieser Stelle großteils geposteten Blödsinn liest, kann nur erstaunt den Kopf schütteln. .....mehr fällt einem dazu nicht ein....????

Bitte überschätzen Sie LehrerInnen nicht,

da sie nur einen sehr, sehr kleinen Teil davon mitbekommen, was Bildung tatsächlich ausmacht, insbesondere dann, wenn sie als Pflichterfüller, Regelaufsteller und Korrektur-Maschinen werken und wüten.

Die können meist nur Pflichten erfüllen, Regeln aufstellen und (oftmals wie die Berserker) Fehler korrigieren.

Von nachhaltigem Lernen haben die keine Ahnung.
Da gibt's ja angeblich immer noch welche, die glauben, dass Kinder und Jugendliche aufgrund erzwungenen "Lernens" für einen Test oder eine Schularbeit mit Beurteilungs-Belohnungs-Bestrafungs-Idiotie und -Dressur nachhaltige Lernerfolge erzielen.

Und was macht Bildung Ihrer Meinung nach tatsächlich aus?
Die theoretischen Konzepte kenne ich alle, ich ersuche um didaktische Umsetzbarkeit.

Sie wollen also ALLE

theoretischen Konzepte kennen?

Wenn Sie derart belesen sind, werden Sie doch bitte wohl fähig sein, sie in die Praxis umzusetzen! *kopfschüttel*

Ansonsten traue ich Ihnen durchaus zu, sich entsprechende Literatur selbst zu suchen, sie zu lesen und womöglich sogar zu verstehen.

Oder verbirgt sich hinter dem Beamten-Deutsch "ich ersuche um didaktische Umsetzbarkeit" ein hilfloses, braves Pfichterfüllen (im Sinne Hüthers) - ohne Denkfähigkeit und Kreativität?

Dahinter verbirgt sich lediglich das Ansinnen, Ihnen Vorschläge zur praktische Konkretisierung zu entlocken. Auf der allgemeinen Ebene Hüthers bewegt man sich - wie Sie selbst sagen - schon sehr lange.

Reicht`s dazu doch nicht? Sie können jetzt überraschen, bislang war in Ihren Postings dazu noch nichts zu entdecken.

...vielen Dank für Ihren Beitrag...

...die LehrerInnen werden es sich hinter die Ohren schreiben; 120.000 LehrerInnen sind also nach Ihrer Beurteilung idiotische Flaschenköpfe, die in der Schule nichts verloren haben.
:-)

Das steht im Posting nicht drin.

Lernen Sie lesen!

Sie meinen also allen Ernstes, nur Lehrer wären Experten in der Wissensvermittlung?
Sie meinen also, die Tatsache den Beruf Lehrer auszuüben, mache jemanden zum Experten auf dem Gebiet der Wissensvermittlung?

Wachen Sie auf.

Wie definieren Sie denn Experte?

...als Person, die über überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem Fachgebiet oder über spezielle Fähigkeiten verfügt.

Neben dem theoretischen Wissen kann eine kompetente Anwendung desselben, also praktisches Handlungswissen für einen Experten kennzeichnend sein.

Fragen Sie auch den Vorposter, wie er Experte definiert - immerhin verwendete er diesen Begriff vor mir?

...lieber H. o. F.

...lesen Sie eigentlich bevor sie Denken äh Schreiben? Das WOrt Experte wurde nie verwendet. Ev. schreiben SIe ja gerade eine Hausarbeit über Expertentum und müssen hier Ihr geballtes Wissen los werden...schön. Herzlich willkommen....äh....und ja ich bin der Ansicht LehrerInnen sind (grossteils) ExpertenInnen im Unterrichten und im Umgang mit Heranwachsenden! Unterrichten Sie eine Stunde (ja nur eine Stunde) in bsp. einer sechsten Stunden an einem Freitag in einer zweiten dritten oder vierten Klasse Haupt oder AHS.....dann schaun wir, was dabei herauskommt. und äh ja, wenn LehrerInnen das tun, dann kommt dabei (meist) etwas etwas heraus; u. wenn nicht, dann gibt es viele Faktoren die es nicht zu lassen, manchmal auch der LehrerInn...:-)....

Wollen Sie nicht ein bisserl weiter lesen?

"...als Person, die über überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem Fachgebiet oder über spezielle Fähigkeiten verfügt."

Lehrer haben also kein überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem Fachgebiet oder spezielle Fähigkeiten? :-)

Ich erkläre es Ihnen nochmal:

Die Tatsache, dass jemand Lehrer ist, macht ihn noch nicht zum Experten für Wissensvermittlung.

Nicht jeder Experte für Wissensvermittlung ist Lehrer.

Daher können sich in dieser Diskussion also sehr wohl Menschen beteiligen, die keine Lehrer sind.

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