Unterausschuss tagt wieder

15. April 2012, 17:05

Im Nationalrat wird wieder über neue Konzepte in der Bildung diskutiert

Wien - Wenn am Montag der Unterausschuss zum Bildungsvolksbegehren seine Arbeit wieder aufnimmt, dann verrät die Themensetzung, wie schwierig es auch sprachlich ist, über Jahre geformte Bilder im Kopf umzuzeichnen. Während es in der ersten Sitzung Anfang März um "Vorschulische Einrichtungen und Früh pädagogik" ging, steht heute "Bildung" auf der Tagesordnung. Dass zur Bildung auch der Kindergarten dazugehören sollte, steht wohl auf einem anderen Papier.

Bund soll verantwortlich sein

Zum Beispiel auf jenem, das die Bildungsvolksbegehrer um den Industriellen Hannes Androsch im Ausschuss einbringen wollen. Da wird eine Bundeskompetenz für "das gesamte Schul-, Krippen- und Kindergartenwesen" gefordert. Zieldatum: Dezember 2013.

Für den Juristen Bernd Schilcher, früher steirischer Landesschulratspräsident, heute Mitinitiator des Volksbegehrens, ist das "machbar". Denn: "Da braucht man nur einen Paragrafen der Bundesverfassung zu ändern", sagt Schilcher zum Standard.

Anders ist das bei der angestrebten Schulautonomie: "Das bedarf einiger Vorbereitungen. Man muss das Finanzverfassungsgesetz ändern, und das ist ungleich mehr Aufwand", erklärt Schilcher. Vor Dezember 2014 rechnen also nicht einmal die hoffnungsvollsten Bildungsreformer mit Bewegung.

Großes Ziel Imagereform

Was hingegen sofort eingefordert wird, ist ein "Bildungsrat" aus Experten und Politikern nach deutschem Vorbild als "Wächter" über das Bildungssystem. Bleibt nur noch die angestrebte "Image- und Einstellungsreform gegenüber der Schule" - aber da kann der Ausschuss allein wohl auch nicht viel machen. (kiss. DER STANDARD, 16.4.2012)

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