Das Kreuz mit Österreich

Peter Mayr, Markus Rohrhofer
15. April 2012, 17:42

Kirchenrebellen und neue Bischöfe: "Ich liebe dieses Land", sagte Benedikt XVI. über Österreich

Wien - Die Verbindungen, die Papst Benedikt XVI. zu Österreich unterhält, sind vielfältig und innig. In einem Brief an die Österreicher vor seinem Besuch im September 2007 formulierte es der Papst so: "Ich liebe dieses Land, das mir seit meiner Kindheit nahe ist - seit den sonntäglichen Wanderungen, die wir zu Beginn der 30er-Jahre über die Salzach-Brücke mit unserer Mutter nach Ostermiething, nach Sankt Radegund und an andere Orte auf der österreichischen Seite der Salzach gemacht haben."

Doch in jüngster Zeit sind es nicht romantische Kindheitserinnerung, die der Papst mit Österreich verbindet. Vielmehr bereitet das aufmüpfige Personal dem Papst Sorgen. In seiner Predigt bei der Chrisammesse mit 3000 Priestern in Rom am Gründonnerstag sprach Benedikt XVI. den Aufruf "einer Gruppe von Priestern in einem europäischen Land" an. Gemeint war damit die Pfarrerinitiative rund um Helmut Schüller.

"Ungehorsam ein Weg?"

"Wir wollen den Autoren dieses Appells glauben, dass sie von Sorgsamkeit für die Kirche bewogen sind, dass sie überzeugt sind, die Trägheit der Institutionen mit drastischen Mitteln in Angriff zu nehmen, um neue Wege zu öffnen. Ist Ungehorsam allerdings ein Weg?", fragte Benedikt XVI.

Mit Spannung werden in Österreich vor allem aber die nächsten Personalentscheidungen des Papstes erwartet. Drei Bischofsernennungen stehen an.

Salzburgs Erzbischof Alois Kothgasser wird am 29. Mai 75 Jahre alt und wird Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt anbieten. Bei der Suche nach seinem Nachfolger versucht Kothgasser, das Kirchenvolk einzubinden. Er befragt zumindest seine Mitarbeiter nach Wunschkandidaten. Ob seine Wahl dann in Rom Gehör finden wird, bleibt abzuwarten.

In Graz geht die Amtszeit von Egon Kapellari nun endgültig zu Ende. Sein erstes Rücktrittsgesuch war im Jänner 2011 noch abgelehnt, seine Dienstzeit um zwei Jahre verlängert worden. Das hat es im dritten Fall nicht gespielt. Elmar Fischer, umstrittener Bischof von Vorarlberg, war sofort weg - die Nachfolge ist aber noch nicht entschieden.

Mitspracherecht gewünscht

Die Kirchenreformer in Österreich stehen auf jeden Fall Gewehr bei Fuß. "Laieninitiative", "Wir sind Kirche", "Pfarrerinitiative" und "Priester ohne Amt" fordern ein Mitspracherecht bei Bischofsernennungen. Über die Website www.bischofsernennung. at werden dafür derzeit Un- terstützungserklärungen gesammelt.

Angesichts der bevorstehenden Neubesetzungen in den Diözesen machen sich die Reformer Sorgen: "Die Erfahrungen der vergangenen Jahre begründen den dringenden Verdacht, dass der Vatikan bei der Personenauswahl hauptsächlich nach dem Prinzip ,Romtreue‘ vorgeht." (Peter Mayr, Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 16.4.2012)

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nach spanien das nächste sorgenkind was?

............"Ungehorsam ein Weg?".............

Woher nimmt die amtskirche das mandat, dass nur ihr gehorsam gebührt ?

Hat JESUS persönlich sie beaufragt ?
Oder gebührt gehorsam nur dem mächtigeren, weil er mächtiger ist ?

Ich möchte die kath. kirche nicht unbedingt mit nordkorea vergleichen, aber gewisse parallelen, was personenkult und gehorsam betrifft, sehe ich schon !

Na süß, die Katholische Kirche liebt also Österreich. Wie wäre es, weniger genitalfixiert im Kirchenrecht zu sein (z.B. Zölibat, Unkeuschheitsgebote usw.) und dafür mehr wert auf die Verdammung folgender Todsünden

und den Verstoß folgender Gebote zu legen:

1. du sollst nicht töten - auch wehrlose Tiere nicht und nicht in Angriffskriegen!
2. du sollst nicht stehlen - auch nicht als Banker, Anleger, Spekulant,Bauernbündler,Agrarkommissär oder Politiker!
3. du sollst nicht verleumden und intrigieren - auch nicht als Politiker, Medienbesitzer oder normaler mobbender Bürger und Karrierist!
4. du sollst nicht gierig und triebhaft begehren - weder Bordelle noch Prostituierte, nicht kleine Kinder, nicht übermässigen Reichtum auf Kosten von Armen oder eitle Anerkennung der Gesellschaft!
5. du sollst deinen Nächsten nicht hassen und Gott nicht verunehren - auch nicht durch Phrasen und Interpretationen aus sogen. heiligen Schriften, Rechthaberei, Geldanbetung!

Österreich sucht den Super-Papst.

der muss gar nciht mal so super sein, es würd schon reichen wenn er wie jeder normale mensch

keine kinderschänder und nazis in seinem verein haben will....

Wenn die katholische Kirche keine römische wäre...

dann bestünde Hoffnung.

Wir brauchen mehr Päpste,

die päpstlicher als der Papst sind. Denn die bisherige moralische Richtschnur der Kirchen, der Politik, der Medien, .... hat unserer Gesellschaft an den moralischen Abgrund gebracht.
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=55971

wen interessiert das?

ob der papst dieses land liebt oder nicht, wen interessiert das? bitte melden.

Od der Papst

dieses Land liebt oder auch nicht, das geht mir am Arsch vorbei.

Warum sollten die Menschen sich für den Papst interessieren, der Papst interessiert sich ja ebenfalls nicht für die Wünsche der Menschen.

Der Vatikan mit diversen Kardinälen hört ja ohnehin seit langem nur noch auf Opus Dei, Mafia, italienische Christdemokraten bzw. Faschisten und die Vatikanbank (P2). Schwarze Wölfe in weißen Lammpelzen.

Win-Win-Frage.

Denn Du hast nicht gesagt, in welcher Farbe die Abstimmung erfolgen soll. Bislang sind also 13 (5+8) Deiner Meinung. ;)

Jeder neue Bischof

wird sich unter vielem anderem auch überlegen müssen, wie er mit

www.betroffen.at
www.pfarrerinitiative.at
www.kirchen-privilegien.at
www.atheistische-religionsgesellschaft.at

umgehen will bzw. soll.
Trotzdem: Viel Freude im neuen Amt, wenn es dann soweit ist!

Falscher Link zur Pfarrerinitiative!

Gemeint ist wahrscheinlich:
http://www.pfarrer-initiative.at/

Tatsächlich, vielen Dank für die Korrektur!

Da habe ich mich leider vertippt. Es kommt wirklich auf jeden Bindestrich an.

Es zeigt uns aber auch gleichzeitig sehr deutlich, wie reflexartig und unkritisch gnadevorrecht drauflosgepostet hat... :)

Herzlichen Dank für die Ergänzung! :)

Herzlichen Dank für die netten Reaktionen! :))

Danke für Ihr Posting!

Es zeigt anhand der Auswahl der links deutlich, was ich schon seit langem behaupte: Dass nämlich die angeblichen Erneuerer der Kirche mit den Atheisten gegen die Kirche gemeinsame Sache machen.

Wieso?

Wegen der Bemerkung, die neuen Bischöfe müssen sich mit folgenden Dingen auseinandersetzen?
Heisst das, das jene Gruppen, die hinter den Links stehen, das Gleiche wollen?
Nein, was sie gemeinsam haben ist die Kritik der Kirche, wie sie sich heute darstellt.

Die einen wollen sie reformieren, die anderen "abschaffen".

Wo ist da die Gemeinsamkeit?

Ich glaube nicht, dass die Reformer mit allem recht haben. Das macht sie aber nicht zu Gegnern der Kirche.
Ich halte Ihre Schlussfolgerung für polemisch und pauschalierend.
Und das sage ich als Katholik, der kein Schüllerfan ist.

Ich bin auch ein Katholik und kein Schüller-Fan. Und dennoch müssen auch wir beide nicht immer die gleiche Meinung haben.

Wenn es den "Kirchenerneuerern" darum geht, die bestehenden Strukturen der Kirche in ihren Sinne "umzugestalten", dann ist - zumindest in meiner Wahrnehmung - es so, dass man sich der Unterstützung von deren Gegnern (vor allem Medien) bedient. Wo sind denn die Gemeinsamkeiten von den Kirche und deren "Erneuerern"? Wann haben Sie die Brüder und Schwestern von Wir sind Kirche zB das letzte Mal was zum Thema Lebensschutz sagen hören? Es geht denen immer nur um das gleiche: Zölibat&Frauenpriestertum usw.

Dass meine Schlussfolgerung polemisch und pauschalierend war, gebe ich im Übrigen gerne zu. Ich bin auch nicht perfekt.

Naja, ich glaube nicht, dass "Wir sind Kirche" und

andere Plattformen dieser Art, zu allen Themen Stellung beziehen müssen.
Ich gehe davon aus, dass sie hauptsächlich zu jenen Themen Stellung beziehen, wo sie sich im Widerspruch zur Amtskirche sehen - wozu erwähnen, wo man einer Meinung ist?
Das tun die Mitglieder dieser Plattformen wahrscheinlich ohnehin, in ihren Pfarren, wenn es Pfarrer sind, in ihrem Freundeskreis sonst.

Das mit der Medialen Aufbereitung missfällt mir auch außerordentlich. Allerdings muss man zu deren Verteidigung wieder sagen, dass sie von den Medien auch belagert werden und dass sie wenig andere Möglichkeiten haben, Ihre Sichtweisen zur Diskussion zu bringen.

Wozu erwähnen, wo man einer Meinung ist? - Weil es allen um die Einheit der Kirche gehen sollte. Wir sollen eins sein mit dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Und nicht ein zerstrittener Haufen, der vor jener Welt, die auf ihre Erlösung durch Christus wartet, eine beschämende Show abziehen soll.

Ist für mich irgendwie ein neues Thema.

Klar sollte die Kirche sich nicht als zerstrittener Haufen darstellen.
Dem widerspricht niemand.
Wenn es aber Gruppen gibt, die bestimmte Dinge anders sehen, dann werden sie über diese reden, nicht über jene, die sie ohnehin gleich sehen.
Das gilt natürlich für die Gespräche um Veränderung. Ich bin überzeugt, dass etwa die Priester der Pfarrerinitiative in ihren Predigten und ihrer Seelsorge von allen anderen wichtigen Dingen reden, zu denen sie die gleichen Ansichten haben wir die übrigen Vertreter der Kirche.

luzifer haben sie vergessen!

haha

Hmmm, und wenn auch Ihre Website unter den Links wäre, würde das dann ebenfalls "deutlich" "zeigen", dass auch Sie mit von der Partie sind und "gegen die Kirche gemeinsame Sache machen"?
Ich bitte Sie, ein wenig kritischer zu sein...

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