Israel vs. Aktivisten: Der Krieg der Wahrheit

Blog | Andreas Hackl, 14. April 2012, 22:30

Israel reagiert auf "Fly-in" von Aktivisten mit zynischem Brief

Die Strände in Tel Aviv waren voll an diesem sonnigen Wochenende, das für die jüdische Bevölkerung Israels das Ende des einwöchigen Pessach-Festes markiert. Die Feiertage über konnte man wieder einmal so richtig ausspannen. Vielleicht auch ein bisschen vergessen, woran man sich auch sonst nicht allzu oft erinnern will. Dass nämlich das Westjordanland weiterhin von Israel besetzt bleibt. Und dass die palästinensische Bevölkerung dort unter dem Griff dieser Besatzung und bedrängt von immer mehr israelischen Siedlungen keinen solchen Strand zum ausspannen hat, wenn man Tel Aviv an klaren Tagen auch von Ramallah aus sehen kann.

Krieg der Wahrheiten

Doch auch wenn die Feiertagsruhe in Israel glauben lässt, dass Ruhe auch Frieden bedeutet, und dass es eigentlich keinen Konflikt und keine Besatzung gibt, erinnert ein ganz stiller Krieg im Hintergrund daran, dass doch irgendetwas faul sein muss. Dieser Krieg ist ein Krieg um die Ohren und Augen der Weltgesellschaft. Anstatt Patronen werden darin vermeintliche Wahrheiten geschossen, deren Ziel es ist, die moralischen Ansprüche der jeweils anderen Seite zu kontern.

Und so ist es auch Teil des Krieges der Wahrheiten wenn rund tausend internationale Aktivisten diesen Sonntag unter dem Banner der "Welcome to Palestine" Kampagne ins Westjordanland wollen, um dort ihre Solidarität mit den Palästinensern kundzutun. Doch dabei geht es auch darum, medialen Druck auf Israel auszuüben.

Laut der Welcome to Palestine Kampagne hat Israel "Palästina in ein riesiges Gefängnis verwandelt. Aber Gefangene haben das Recht auf Besuch." Dass sich bei derartiger Rhetorik in Israel Abwehrhaltung breit macht, darf nicht wundern. Die israelische Einwanderungsbehörde erklärte in einem Brief an Fluglinien, dass "die Aktivisten den Frieden stören und Sicherheitskräfte am Ben Gurion Flughafen herausfordern wollen." Man habe entschieden ihnen die Einreise zu verweigern. Prompt haben europäische Fluglinien jenen Passagieren die in dem Brief als pro-palästinensische Aktivisten aufgelistet waren die Flugtickets annulliert.

Aus Gründen der Sicherheit? Alles nur "Paranoia", schreibt der linke israelische Autor und Journalist Gideon Levy in der Zeitung Haaretz. "Die Wurzeln dieser Paranoia sind tief und bedenklich. Wäre Israel überzeugt auf dem rechten Weg zu sein, würde es sich nicht so verhalten. Wenn Israel wirklich denken würde, dass die Besatzung gerecht und legal ist, dann hätte es nicht vor jedem umstrittenen Aktivisten Angst, der dagegen wettert."

Recht oder unrecht

Wie auch immer man zu der koordinierten Einreise pro-palästinensischer Aktivisten stehen mag, manche stellen bereits die Frage, ob Israels handeln eigentlich legal ist. Der israelische Anwalt Amar Schatz, der in der Vergangenheit Aktivisten vor Gericht vertreten hatte, meinte letzte Woche das Innenministerium könne Personen die Einreise nicht verbieten nur weil diese ins Westjordanland wollen. Auch weil das Westjordanland unter militärischer Besatzung Israels stehe, und man in jedem Fall durch Israel einreisen müsse, um überhaupt dorthin zu gelangen, erklärte er.

Schatz hatte letztes Jahr die frühere australische Parlamentarierin und Aktivistin Phyllis Hale und eine Freundin von ihr vertreten, nachdem ihnen am Flughafen Tel Aviv die Einreise verweigert wurde. Ein Gericht hat zu ihren Gunsten entschieden und die Ausstellung eines 24-Stunden Visums zur Durchreise ins Westjordanland bewirkt. Die beiden durften zwar durchreisen, wurden im Endeffekt aber dennoch nicht ins Westjordanland gelassen. Sie mussten wieder zurück.

Der Fly-in hunderter Aktivisten ist eine Ausnahme. Das letzte Mal gab es im Juli letzten Jahres eine solche Aktion, in deren Vorfeld auch eine österreichische Anthropologie-Studentin ausgewiesen wurde, die von ihrer Haft am Flughafen berichtete.

Kreative Lösungen

Doch auch außerhalb der koordinierten Aktivisten-Invasion findet man an Israels Grenzen kreative Lösungen um Aktivisten einzuschüchtern. Laut einem Bericht des Journalisten Dimi Reider bekam eine schwedische Staatsbürgerin bei der Einreise an der Südgrenze Israels am 10. April einen Vertrag vorgelegt, in dem sie unterschreiben musste, dass sie nicht Mitglied einer pro-palästinensischen Organisation sei und an keinen pro-palästinensischen Aktivitäten teilnehme. Es folgte die Klausel, dass im Falle einer derartigen Handlung, "alle relevanten rechtlichen Schritte" verfolgt werden, "inklusive Deportation und Verweigerung der Einreise nach Israel."

Durch dieses Schreiben sollte sichergestellt werden, "dass die Dame keine Spannungszonen besucht", erklärte Sabine Haddad, die Sprecherin der israelischen Einwanderungsbehörde.
Auch die Aktivisten am Flughafen Tel Aviv bekommen einen Brief bei ihrer Ankunft. Den hat der Sprecher von Premierminister Benjamin Netanyahu, Ofir Gendelmann, Samstagabend getweetet. Darin wird klar, was man im offiziellen Israel von den Anliegen der Aktivisten hält.

Hier der Originaltext des Schreibens in eigener Übersetzung:

"Sehr geehrter Aktivist,
wir schätzen es, dass Sie Israel als Objekt für ihre humanitären Anliegen ausgesucht haben. Wir wissen, es hätte viele andere passende Möglichkeiten gegeben.
Sie hätten sich für das Abschlachten der syrischen Bevölkerung durch das syrische Regime entscheiden können, das tausende Opfer gefordert hat.
Sie hätten sich zum Protest gegen das iranische Regime entscheiden können, das andere Meinungen unterdrückt und international den Terrorismus fördert.
Sie hätten sich für den Protest gegen das Hamas-Regime im Gazastreifen entscheiden können, wo terroristische Organisationen ein doppeltes Kriegsverbrechen begehen indem sie Raketen auf Zivilisten schießen und sich hinter Zivilisten verstecken.
Aber stattdessen haben Sie sich entscheiden gegen Israel zu demonstrieren, die einzige Demokratie im Nahen Osten, wo Frauen gleichgestellt sind, die Presse die Regierung kritisiert, Menschenrechtsorganisationen frei arbeiten können, religiöse Freiheit geschützt wird und Minderheiten nicht in Angst leben.
Daher schlagen wir vor, dass Sie zuerst die wirklichen Probleme der Region lösen und dann zurückkommen und Ihre Erfahrung mit uns teilen.
Haben Sie einen guten Flug."

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Genialer Brief ...

... der die gesamte Verlogenheit dieser "Aktivisten" humoristisch auf die Gabel nimmt.

An blankem Zynismus kann ich nichts komisches finden.

"...die einzige Demokratie im Nahen Osten,
wo Frauen gleichgestellt sind,
die Presse die Regierung kritisiert, Menschenrechtsorganisationen frei arbeiten können, religiöse Freiheit geschützt wird und
Minderheiten nicht in Angst leben."

ja der brief ist wirklich sarkastisch und ein wenig zynisch- ist doch jeder einzelne dieser punkte glatt gelogen...

außerdem: -wie der nahe osten- schon sagt ist mir israel zu nahe um mir egal zu sein- mich geht ein atomkrieg im nahen osten schon was an- und in israel reagieren mir zu rechte, zu hitzige, zu hassende gemüter... im iran sowieso- aber man will ja jetzt nicht ernstahft mit dem iran auf eine stufe gestellt werden ? oder ?

Es gibt zwei Israel - dass der Bürger mit Bürgerrechten und das der Besetzten ohne Rechte - Israel ist ein Apartheidsstaat.

Aha,

Apartheitstaat, in dem es arabische Parteien gibt, Araber im Parlament sitzen, Araber im höchsten Gericht sitzen, alle Araber mit isr. Staatsbürgerschaft wählen dürfen ...
Unter Apartheit versteht man eigentlich was anders.
Aber sie kritisieren ja Israel aus emotionalen Gründen, nicht auf Grund von historischen Fakten. Dazu sind sie scheinbar nicht in der Lage.

dieser brief zeigt dass das staatliche israel und der israel-akklamations-pöbel in diesen foren dieselben "argumente" vorbringen (um israelische verbrechen schönzureden). was ein armutszeugnis für beide seiten ist.

Finde ich aber echt schade,

dass das posting, in dem Andreas hackl eine Versetzung in das sportressort angekündigt wird und seine Antwort darauf verschwunden sind.
Ich bin mir sicher, dass AH aus dem 1:0 von netanya gegen haifa einen tollen blogeintrag gemacht hätte.

Wenigstens ein Staat, der den Mumm in den Knochen hat,"Nein" zu sagen.

D und Ö läßt Salafisten rein und andere Menschen, die unseren Staat untergraben wollen.

Bist schon dort?

Dann bleib BITTE!

Wenn Sie beginnen, den von den Salafisten verteilten Koran

wörtlich zu nehmen, werden sich wohl viele Österreicher wünschen, woanders zu sein.

Na, heute stehen die Hiz & Ham-SympathisantInnen wieder im Saft.

Und die Hasbara muss Überstunden schieben.

Gell, Scheinnick?

Keine Gelegenheit auslassen, sein antisemitisches Ressentiment

umweltfreundlich zu verpacken.
Antizionistische Regel Nr. 5.

Isreal nimmt bei inhaftierten Journalisten weltweit den 2.Platz nach Eritrea (wo sich ja auch ein isrealer Marinestützpunkt befindet!) ein…

…Das Komitee zum Schutz von Journalisten hat seine jährliche Auflistung von Nationen(?) mit den meisten inhaftierten Journalisten veröffentlicht:
http://cpj.org/imprisoned/2011.php

Bezogen auf seine Einwohnerzahl sind im "Hort der Demogradie des NOs" mehr Journalisten eingekerkert, als im Iran…



PS: Alle Sendungen des FS3 zu dem Theater mit den verbotenen Flugreisen (die bereits bezahlten Fluggkosten werden nicht einmal ersetzt!)) …welcometopalestine.info… wurden seit gestern leider nicht veröffentlicht.

niedrigere mathematik - eigentlich nur zahlen reihen koennen

was man halt so aus statistiken herauslesen kann - z.b. dass von 25 gelisteten staaten 11 solche mit der staatsreligion islam sind

oder:
dass von 179 inhaftierten journalisten - weltweit stimmt nicht, weil dazu noch etliche länder fehlten - mindestens 99 in gefängnissen von staaten mit überwiegend muslimischer bevölkerung festgehalten werden - und da sind länder wie eritrea oder äthiopien, die einen ebenfalls hohen anteil an muslimischer bevölkerung haben, nicht mitgezählt

und wenn eins zahlen nach ihrer größe ordnen kann, dann lautet die reihung: iran, eritrea, china, burma und vietnam; weiter ex aequo syrien und die türkei, gefolgt von äthiopien und israel incl. besetzter gebiete.

ja, das leben ist hart.
nein ich bin nicht islamophob.

FS3 und die innere Reichsparteitagsmathematik:

"Israel nimmt bei inhaftierten Journalisten weltweit den 2.Platz" dann setzt der gute einen Link, in dem folgende Zahlen zu lesen sind:
Azerbaijan: 1
Bahrain: 1
Burma: 12
Burundi: 1
China: 27
Egypt: 2
Eritrea: 28
Ethiopia: 7
Gambia: 1
India: 2
Iran: 42
Israel and the Occupied Palestinian Territory: 7
Ivory Coast: 4
Kazakhstan: 1
Kyrgyzstan: 1
Libya: 1
Morocco: 2
Rwanda: 2
Sudan: 4
Syria: 8
Thailand: 1
Turkey: 8
Uzbekistan: 5
Vietnam: 9
Yemen: 2
Es sind etwa sieben Länder vor Israel in der Statistik und außerdem steht nicht dabei, wie viele Journalisten in den "Occupied Territories" von der Fatah fest gehalten werden.

Aber Israel ist Zweiter.

"Israel and the OCCUPIED PALESTINIAN TERRITORY"

da hast EINMAL was richtiges gepostet, ungewollt

steht eh dabei - 3 sitzen in gaza.

-> laut fs3 ist der gazastreifen ein teil isr[]s.

das schlimme ist, dass ihn die notwendigkeit zu solchen verdrehungen keinswegs dazu bewegt, mal sein weltbild insgesamt infrage zu stellen... -_-

ups stimmt, die von der pa eingelochten scheinen garnicht auf.

Was sagte schon Adenauer

"Glaub nur der Statistik, die Du selber gefälscht hast!"
QED

Und welches Land ersetzt ihnen die flugkosten,

wenn sie blöd genug waren, sich ein Ticket zu kaufen, bevor sie wissen, dass sie einreisen dürfen?

Israel befindet sich seit 1948 im Kriegszustand und erhält dennoch eine demokratische und Menschenrechte respektierende Ordnung in einem Maß aufrecht wie es andere Staaten trotz Friedenszustand nicht schaffen. Für den Fall, dass sie es nicht wissen, hier einige Staaten mit denen Krieg/Waffenstillstand herrscht: Syrien Libanon Irak Jemen S Arabien Sudan Marokko Algerien Tunesien . Die nicht staatlichen Terrororganisationen bleiben selbstverständlich unerwähnt.

fs3, lernen sie wie man ziffern liest! hier aus der von ihnen angegebenen quelle

Azerbaijan: 1
Bahrain: 1
Burma: 12
Burundi: 1
China: 27
Egypt: 2
Eritrea: 28
Ethiopia: 7
Gambia: 1
India: 2
Iran: 42
Israel and the Occupied Palestinian Territory: 7

Ein typisches beispiel wie FS3 manipuliert.
Nach dieser liste an 8 nicht an 2 stelle, da muss fs3 noch beim zaehlen ueben.

Weiters ist in .il selber ist kein einziger im kerker, sondern fs3 rechnet die in gaza und wjl zu israel. 3 in gaza (durch die hamas) und 4 im wjl (militaergerichtsbarkeit).

ihre unseriösität ist atemberaubend.

denn laut ihrem eigenen link(!) werden 3 dieser journalisten von der hamas festgehalten - und damit außerhalb des isr hoheitsbereiches.

bleiben 4 - und der angebliche 2te platz ist WEIT weg.

auf welchem platz jetzt die hamas mit 3 journalisten / 1,5 mio bürgern liegt, dürfen sie selber ausrechnen.

aber dass sie deswegen keine anklagenden postings schreiben werden ist sicher. -_-

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