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Mitarbeiter des Video-Streaming-Anbieters Netflix dürfen so oft auf Urlaub gehen, wie sie möchten. Und das ohne dafür die umständlichen Mühlen der Unternehmensverwaltung in Gang setzen zu müssen. In einem Interview mit Bloomberg erklärt Reed Hastings, Mitbegründer des US-Unternehmens, weshalb dieses liberale Modell die Firma nicht nur zu einem Traumarbeitgeber macht, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht funktioniert.
Zauberwort: Eigenverantwortung
Der Schlüssel zum Erfolg sei Netflix' "freedom and responsibility"-Kultur. Solange Angestellte verantwortlich handeln und ihre Ziele erfüllen, sollen sie auch die Freiheit haben, sich ihre Zeit selbstständig einzuteilen. Das Konzept gehe auf, so Hastings, da dem Arbeitnehmer dadurch gleichzeitig kreativer Freiraum und mehr Eigenverantwortung übertragen werden. Aus Sicht des Arbeitgeber erziele dies zudem den positiven Effekt, dass wertvolle Zeit, die ansonsten für Bürokratie aufgewendet wird, für den eigentlichen Job eingesetzt werden kann.
Perfektion ist nicht der Schlüssel
Um seinen Mitarbeitern ein gutes Vorbild zu sein, nehme sich Hastings selbst regelmäßig Urlaub und pflege so gut es ginge seine "Work-Life Balance". "Mein erstes Unternehmen, Pure Software, war in den ersten Jahren aufregend und innovativ und in den letzten Jahren vor der Übernahme war es schmerzvoll und bürokratisch.", erzählt Hastings. "Das Problem war, dass wir versucht haben, alles zu systematisieren und perfekte Prozesse aufzusetzen. Wir dachten, das wäre eine gute Sache, doch es tötete alle Freiheiten und das Verantwortungsgefühl."
Hilfreich in schweren Zeiten
Nach der Übernahme seiner ersten Firma habe Hastings über diese Probleme reflektiert. Eine bessere Balance im Arbeitsleben helfe, in harten, sehr stressigen Zeiten nicht ins Burnout zu verfallen. Netflix ist dabei ein extremes Beispiel, aber nicht der einzige Arbeitgeber, der die Vorteile einer freieren Zeiteinteilung erkannt hat. IBM ist etwa seit Jahren bekannt für seine flexiblen Arbeitszeiten. Mitarbeiter können sich einzelne Tage kurzfristig freinehmen. In der IT-Welt arbeiten derzeit viele innovative Firmen an neuen Arbeitszeitmodellen - in der klar eigennützigen Hoffnung, motiviertere und dadurch bessere Angestellte zu gewinnen. (zw, derStandard.at, 14.4.2012)
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...von arbeitszeit, urlaub, mehrstunden usw. alles zu einem fixen monatsgehalt, keine variable abrechnung. DANKE - NEIN! geregelte arbeitszeiten (inkl. urlaub, überstunden) sind die größten errungenschaften für die arbeitnehmer seit der industriellen revolution!
gilt auch hier. Grundsätzlich versuchen Firmen, möglichst viel Leistung von ihren Mitarbeitern zu bekommen. Das ist auch legitim.
Grundsätzlich mag es in manchen Bereichen (ganzen Firmen eher selten) funktionieren mit freier Zeiteinteilung, wenn nur das Ergebnis passen muss. Nur - was ist ein adäquates Ergebnis? 200 Zeilen Code am Tag? 300 Zeilen? Das ist halt relativ. Eine unrealistische Projektplanung kann da schon die Freizeit oder je nachdem den Job kosten. Und das tut es bei Netflix scheinbar manchmal auch (Urlaub wird nur mit Bauchweh genommen, da es nicht gern gesehen wird).
Unendlich Urlaubstage können nämlich auch unendlich wenig sein und nicht wie man sichs hier vorstellt 5 Wochen und wenn man gut ist werdens mehr.
ich finde die idee super weil man unterm strich indirekt für seine leistung entlohnt wird
zb wir haben bei uns in der firma oft lange und nicht richtig genutzte stehzeiten. je weniger los ist umso weniger freuts jemanden etwas zu arbeiten.
ABER frei nehmen is auch nich drinnen, weil "keine arbeit" kein grund ist sich frei zu nehmen... die logik versteh ich zwar nich aber ok..
deshalb -> eigenverantwortung, konzentriertes und praktisches arbeiten und freiheit selbst zu entscheiden was gut und was schlecht is
warum es nie wirklich funktionieren wird ist weil die einen weit schneller, genauer und dadurch eben effizienter arbeiten als manch andere...
Was spricht dagegen, dass man daheim bleibt wenn eh nix los ist. Man hat ja heutzutage Mobiltelefon von dem man auch seine Firmenmails anschauen kann wenns was dringendes geben sollte. Aber bei fünf Wochen Urlaub schaut man eben, dass man einzelne Urlaubstage nicht "nur so" nimmt.
Aber statt dass ich mir einen schönen Tag daheim mache und morgen dafür wieder fit und motiviert bin, sitz ich hier und fadisier mich.
Da fragt man sich schon, was für den Arbeitgeber eigentlich produktiver ist.
Das stimmt zwar zu einem großen teil, zumindest was das staatliche System angeht, es bietet jedoch fast jeder große Arbeitgeber seinen Mitarbeitern eine Krankenversicherung und zusätzliche Urlaubstage (plus mehr Feiertage) da dort, im Gegensatz zu den meisten Europäischen Firmen, erkannt wurde dass ein zufriedener Mitarbeiter mehr Leistung bringt.
Was den Kündigungsschutz angeht haben Sie aber vollkommen recht.
@Sam...
aber hier ist das Standard, da muss man nicht den Arbeitgeber suchen, der das einem angedeihen lässt.
Die USA sind nur zu empfehlen, wenn man eine sehr gute Ausbildung in Europa (fast gratis) absolviert hat, sehr jung ist, und man in relativ kurzer Zeit viel Geld verdienen mag.
Dann erst wieder nach Europa zieht, mit dem Startkapital kann man hier im Anschluss einiges bewegen...
Nun, dass die USA kein Traumland sind, wissen wir. Kein Land ist es. Es hat jedes Land seine Vor- und Nachteile (soweit ich das überhaupt beurteilen kann, aber ich gehe mal davon aus). Dennoch hat dieser Artikel eigentlich nicht die USA zum Inhalt, sondern vielmehr eine alterative Anstellungsvariante. Im Prinzip generiert die Firma Netflix lauter Einzelunternehmer, die Selbstverantwortlich arbeiten und -vermutlich durch ein Provisionssystem- der Firma auch nicht mehr Kosten verursachen, wenn sie mal weniger arbeiten. Somit ist jeder selbst in der Verantwortung, wieviel er verdient und wie weit er seinen Beruf in sein (Privat)Leben eingreifen lässt. Selbstbetimmung! Mit geringerem Risiko für den Arbeitnehmer. Guter Ansatz!
Ich habe bereits einmal bei einer ähnlich Firma in AUT gearbeitet, werde bald wieder bei einer ähnlichen anfangen.
Ich persönlich mag solche Konzepte gerne. Natürlich erfordert dies Durchsetzungskraft und einen gewissen Drang zur Selbstverantwortung. Wenn man dies nicht hat, naja, funktionierts natürlich nicht.
Das funktioniert natürlich auch nur bei gewissen Jobs (in meinem Fall als SW Enwickler), die entsprechend projektbezogen und entsprechend kreativ und innovationstreibend sind. Der Mann/Frau hinter einer Produktionsmaschine oder die Kassiererin kann das natürlich nicht machen.
... es lebt eigentlich davon, dass es im Unternehmen zu viele Mitarbeiter gibt.
Was ich damit meine - ist in einem Projekt einmal eine Spitze, so soll es dem Mitarbeiter ermöglicht werden nach der Spitzenzeit mit viel Arbeit auch mal bspw. nur 20h in der nächsten Woche zu kommen.
Wenn aber derart viel Arbeit da ist, dass die Ziele des Mitarbeiters in Gefahr sind, so wird er wieder mehr arbeiten (müssen); selbiges gilt, wenn nahtlos gleich ein neues Projekt beginnt.
Der Zyklus würde nicht durchbrochen werden.
D.h. es müssten (theoretisch) genügend andere Kollegen vorhanden sein, die 'einspringen' können.
Und jetzt mal ehrlich, wie viele solche Unternehmen gibt es?
GB
Zunächst mal hab ich eigentlich kein Problem mit Überstunden, ich persönlich finde einen angenehmen Puffer sogar fördernd (gibt mir gewisse Freiheiten)
Zum Zweiten stimmt das bis zu einem gewissen Grad schon. Die Spitzen und die Abflachungen müssen sich halt aufwiegen, dann passt des, dann ist auch die richtige Menge an Mitarbeitern angestellt.
Und es ist dabei halt auch noch folgendes zu beachten: Geschenkt wird dir nichts. Du musst auch mal heimgehen, ohne auf den Rest zu achten. Wenn dies im Unternehmen nicht akzeptiert wird, dann ist das Unternehmen nicht in Ordnung (solange die restliche Arbeitsleistung passt)
hab eine 15%-Überstunden-Pauschale (zum Glück kein all-in), die zu 8 zusätzlichen Gleitzeit-Urlaubstagen werden kann. Gelebt scheint's aber eher so zu werden, dass es bezüglich Personalressourcen ganz super ist, wenn die Mitarbeiter 46h die Woche da sind und eben nicht dafür, einen Puffer für Stoßzeiten zu haben. Dass ich im Fall solcher zusätzlich die Weisung habe, ja nicht 10h/Tag zu überschreiten - ganz egal ob ich am nächsten Tag erst zu Mittag kommen würde - setzt dem ganzen die Krone an Absurdität auf. Das hat mit Flexibilität rein gar nix zu tun, sondern ist eine reine Bequemlichkeit, ein paar (P/K)osten zu sparen. Außerdem hab ich keinen Kundenkontakt, der mich zeitlich an unbedingte Anwesenheiten zu einer Kernzeit binden würde.
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