Mehr als 50.000 vollzeiterwerbstätige Frauen weniger

18. Juni 2003, 13:42
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Allgemeine Erhöhung der Frauenbeschäftigung seit 1991 ausschließlich auf Zunahme von Teilzeit zurückzuführen

Wien - Frauen bleiben immer seltener zu Hause, um unbezahlter und vielfach unterschätzter Hausarbeit nachzugehen. Das zeigt die jüngste Auswertung der Volkszählungsergebnisse 2001, die der Generaldirektor der Statistik Austria, Ewald Kutzenberger, am Dienstag vorgestellt hat.

Demnach ist die Zahl der erwerbstätigen Frauen seit 1991 um zehn Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen waren es 153.500 Frauen mehr, die im Berichtsjahr einer Beschäftigung nachgingen als zehn Jahre vorher. Die Ausweitung der Frauenbeschäftigung sei primär auf vermehrte Teilzeitarbeit (plus 156.500) zurückzuführen, sagte Kutzenberger. Die Zahl der Frauen, die Vollzeit erwerbstätig waren, ging hingegen um 54.000 zurück.

"Frauenproblem" Versicherungsjahre

Insgesamt hat die Statistik Austria 2001 knapp vier Millionen Erwerbspersonen (inklusive 255.000 Arbeitslose) gezählt. Davon waren 2,21 Millionen Männer und 1,77 Millionen Frauen. Anders als bei den Männern wurde bei Frauen eine relativ höhere Erwerbsquote im Alter festgestellt. "Die Frauen haben oft Probleme, ihre Versicherungsjahre zusammenzukriegen. Deshalb wird die Möglichkeit, früher in Pension zu gehen, weniger in Anspruch genommen", sagte Kutzenberger.

Schlusslicht im europäischen Vergleich ist Österreich bei der Beschäftigung von über 55-Jährigen. Die rote Laterne bei den Erwerbsquoten in Österreich trägt das Bundesland Kärnten. (Günther Strobl, DER STANDARD, Printausgabe vom 18.6.2003)

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    foto: photodisc
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