Die Ausgewogenheit des ORF-TV: 56 Prozent Unterhaltung, 3,1 Kultur

etat.at liefert die Ergebnisse der Programmstudie für Medienbehörde in Grafiken

Nächste Stufe im Verfahren über die Beschwerde der Privatsender, der ORF verletze mit zuwenig ausgewogenem Programm (und zuviel Parallelprogramm zu Privaten) das ORF-Gesetz. Die Medienbehörde versandte Freitag das Gutachten des Kommunikationswissenschafters Jens Woelke über die Anteile der vier vom Gesetz genannten Sparten (noch ohne Detaildaten über Programmzuordnungen).

Der ORF feierte mehr Information laut Gutachten als die Privaten konstatierten. Die vermuteten, Woelke habe das "Wetterpanorama" auch als Information gewertet. Dagegen spricht freilich eine Passage in dem Gutachten, das diese "nicht redaktionell gestalteten" Elemente wie die Privaten dem Bereich Sonstige zurechne.

Die Private sahen ihren Befund durch die übrigen Daten bestätigt. etat.at liegt nun das komplette Gutachten vor und bastelte ein paar grobe Grafiken. Machen Sie sich selbst ein Bild, das vorangegangene Hickhack finden Sie hier.

Das ORF-Gesetz fordert wörtlich "ein differenziertes Gesamtprogramm von Information, Kultur, Unterhaltung und Sport für alle anzubieten. Das Angebot hat sich an der Vielfalt der Interessen aller Hörer und Seher zu orientieren und sie ausgewogen zu berücksichtigen. Die Anteile am Gesamtprogramm haben in einem angemessenen Verhältnis zueinander zu stehen."

Die Grafiken vergleichen nicht nur Woelkes Daten (rot) mit jenen der Privatsender, sie vermitteln auch einen Eindruck, wie ausgewogen die vier Sparten in den jeweiligen Programmen vertreten sind. Die fehlenden Prozente bestehen aus Werbung, Programmtrailern und, jedenfalls bei den Privaten, Wetterpanorama.

Zunächst aber die Übersichten für 2010, ORF 1, ORF 2 und als dritte Übersicht ORF 1 und 2 zusammen.

Die Anteile von Info, Kultur, Sport, Unterhaltung in ORF-Programmen










Hier die Daten für 2011, die in beiden Untersuchungen den Zeitraum Jänner bis einschließlich August umfassen.








Der ORF monierte auch, dass bei der Erhebung ORF III unberücksichtigt blieb. Der Info- und Kulturspartenkanal war in der relevanten Zeit noch nicht als ORF III auf Sendung, sondern als kommerziell zu führendes TW1. (fid)

PS: Sorry für die da vorhandenen, dort nicht oder nur teilweise vorhandenen Rahmen. Ist jetzt zu spät für Feinheiten.

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