Vienna verpatzt Duell mit FC Lustenau

  • Der FC Lustenau siegt im Duell mit der Vienna gegen die Relegation ...
    foto: niko ostermann/vienna

    Der FC Lustenau siegt im Duell mit der Vienna gegen die Relegation ...

  • ... die Döblinger können sich damit weiter nicht vom Abstiegskampf befreien. Die Teams bleiben auf Tuchfühlung.
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    ... die Döblinger können sich damit weiter nicht vom Abstiegskampf befreien. Die Teams bleiben auf Tuchfühlung.

Döblinger verlieren im Ländle trotz Elfmeter mit 0:1 - LASK erkämpft nur ein 1:1 in St. Pölten - WAC siegt in Grödig - Austria Lustenau und Altach bleiben dran

Der FC Lustenau hat am Freitagabend einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt in der Ersten Fußball-Liga gemacht. Die Vorarlberger besiegten den Tabellennachbarn Vienna 1:0 (0:0) vor 500 Zusehern und liegen nun zwei Punkte vor den Döblingern auf Platz acht. Das Goldtor erzielte Lukas Hinterseer in der 69. Minute nach Corner von Teurezbacher. Es war das erste Tor des Tirolers für die Lustenauer, die im vierten Saison-Duell mit der Vienna den dritten Dreier einfuhren.

Sieben Minuten vor dem entscheidenden Tor hatte Lustenau-Schlussmann Andreas Lukse einen Elfmeter des kurz zuvor eingewechselten Vienna-Stürmers Dominik Rotter pariert. Der Strafstoß war Resultat eines unglücklich Handspiels von Christian Haselberger an der Strafraumgrenze (62.). Im Finish warf die Vienna alles nach vorne, aber Lustenau war im Konter dem zweiten Treffer viel näher als die Wiener dem Ausgleich.

Durch den vergebenen Penalty ging eine Erfolgsserie der Gäste von zuletzt vier Spielen ohne Niederlage (je zwei Remis und Siege) zu Ende. Es war die bereits neunte Auswärtsniederlage für die Tatar-Elf in dieser Saison. Der bisher einzige volle Erfolg in der Fremde datiert vom 21. Oktober in St. Pölten (3:0).

LASK-Rückstand wächst

Der LASK verliert immer mehr Boden auf Spitzenreiter WAC/St. Andrä. Am Freitag durften sich die Linzer, die ab der 21. Minute zu zehnt waren, beim 1:1 (1:1) in St. Pölten zwar als moralische Sieger fühlen, der Rückstand auf die Kärntner wuchs aber bereits auf sieben Zähler an. Zumindest die Fans auf dem Voithplatz wurden nicht enttäuscht. Zumal auch Schiedsrichter Andreas Kollegger sich immer wieder entscheidend in den Mittelpunkt pfiff.

St. Pölten startete sehr engagiert und hatte durch Thomas Fröschl gleich eine tolle Chance. Wenig später jubelte dann SKN-Goalgetter Daniel Segovia, sein Treffer wurde aber wegen Abseits' aberkannt. In der Folge entwickelte sich eine flotte Partie, in der sich die Linzer nicht zimperlich zeigten. Nachdem Hannes Aigner Jano im Mittelfeld von hinten attackiert hatte, zückte Kollegger Rot.

Und als dann auch noch Segovia aus einem Elfmeter - Ulrich Winkler hatte den Spanier gefoult - die 1:0-Führung der Hausherren erzielte (31.), schien die Partie entschieden. Doch nachdem sich kurz vor der Pause die komplette SKN-Verteidigung eine Auszeit nahm, schoss Kevin Wimmer - aus leicht abseitsverdächtiger Position - die Linzer wieder zurück ins Spiel (40.).

Nach dem Wechsel konnte St. Pölten die numerische Überlegenheit nur selten nutzen, ihre Angriffe wirkten ideenlos und versandeten immer wieder in der dicht gestaffelten Abwehr der Gäste. Die Linzer hingegen wurden im Konter immer gefährlicher und waren dem Siegtreffer am Ende sogar näher. Letztendlich nahmen sie mehr als verdient einen Punkt mit. Im Titelkampf war das Remis allerdings der nächste Rückschlag, zumal im Derby am Montag gegen Blau Weiß Linz nicht weniger als drei Stammkräfte gesperrt sind.

WAC/St. Andrä legt vor

Tabellenführer WAC/St. Andrä erreichte einen glanzlosen 1:0-Sieg beim SV Grödig. Damit führen die Kärntner die Tabelle weiterhin souverän an. Nachdem in sieben direkten Vergleichen das Heimteam nie verloren hatte, endete das achte Duell nun erstmals mit einem Auswärtssieg.

Die Kärntner gingen bereits in der 12. Minute mit 1:0 in Führung. Nach einem Kreuz-Eckball entwischte Dario Baldauf seinem Bewacher Thomas Zündel und köpfelte den Ball wuchtig unter die Latte. Die beste Ausgleichschance in der ersten Hälfte hatte Grödigs Toptorschütze Diego Viana nach einer Schubert-Flanke. Der Seitfallzieher des Brasilianers ging knapp am Kreuzeck vorbei. Die Hausherren hatten in weiterer Folge mehr Ballbesitz, agierten jedoch in der Gefahrenzone zu ideenlos.

Auch in der zweiten Hälfte änderte sich am Spielgeschehen wenig. Ein Schuss von Mersudin Jukic von der Strafraumgrenze und ein Kopfball von Lukas Schubert, der knapp über das Tor des wenig beschäftigten Wolfsberger Torhüters Christian Dobnik ging, waren Grödigs gefährlichste Aktionen. Auf der Gegenseite verzog der eingewechselte Stephan Stückler von der Strafraumgrenze knapp. Es war neben dem Führungstreffer die einzige Chance des über die gesamte Spielzeit harmlosen Tabellenführers.

Trotz einer Grödiger Schlussoffensive kam die am Dienstag im Cup-Viertelfinale an Titelverteidiger Ried gescheiterte Elf von Trainer Heimo Pfeifenberger bis zum Schluss zu keinen zwingenden Chancen und blieb zum dritten Mal in Folge ohne Torerfolg.

Austria Lustenau souverän in Linz

Der SC Austria Lustenau hat seine Titelambitionen mit einem klaren 3:0-(2:0)-Auswärtssieg gegen Blau Weiß Linz untermauert. Die mit Abstand beste Frühjahrsmannschaft (51 Punkte) liegt damit auch nach der 29. Runde vier Zähler hinter Tabellenführer WAC/St. Andrä (55), aber vorerst vor dem SCR Altach (49) bereits auf Rang zwei. Die Vorarlberger treffen erst am Samstag auf Schlusslicht Hartberg. Matchwinner war der Kameruner Pierre Boya mit einem Doppelpack (6., 35.). Für den Schlusspunkt sorgte Thiago (91.).

Nur 48 Stunden nach dem Cup-Viertelfinalspiel am Mittwoch gegen Austria Wien (1:2) war Austria Lustenau hellwach und erwischte einen Blitzstart. Krajic passte in die Schnittstelle der Linzer Viererabwehrkette und der bullige Boya vollendete frei stehend zu seinem sechsten Tor im sechsten Spiel (6.). Nach einem kapitalen Abwehrfehler erhöhte der 28-jährige Angreifer aus Kamerun gar nach Doppelpass mit Boller per Volleyschuss zum 0:2-Pausenstand (35.).

Drei Tage vor dem mit Spannung erwarteten Linzer Derby gegen den LASK (Montag, 18.30 Uhr) hatten die Blau-Weißen, die binnen acht Tagen im Linzer Stadion gleich auf drei der vier Aufstiegskandidaten treffen, bis auf einen Flachschuss von der Strafraumgrenze durch Nikolov (37., knapp vorbei) wenig entgegenzusetzen.

Im zweiten Abschnitt kontrollierten die Gäste Ball und Gegner und der eingewechselte Thiago erzielte mit einem herrlichen Distanzschuss ins Kreuzeck noch das 3:0 (91.) für die "Ländle-Austria", die damit vier Tage vor dem Vorarlberger Derby gegen Mit-Aufstiegskandidat Altach einen ungefährdeten 14. Saisonsieg feierte. Die 2012 noch ungeschlagenen Lustenauer haben damit im Frühjahr aus acht Partien schon 20 Punkte (6 Siege, 2 Remis) gemacht.

Ademi rettet Altach-Sieg

Torjäger Orhan Ademi hat Trainer Edi Stöhr ein erfolgreiches Debüt beim SCR Altach gerettet. Der in der 58. Minute eingewechselte Schweiz-Mazedonier erzielte im Samstag-Spiel der Erste Liga das "Goldtor" zum 1:0-(0:0)-Sieg der Vorarlberger gegen Schlusslicht TSV Hartberg, Altach hat nach der 29. Runde als Zweiter drei Punkte Rückstand auf WAC/St. Andrä (55 Zähler). Am Dienstag kommt es zum Ländle-Duell bei der drittplatzierten Austria Lustenau (51).

Der Erfolg vermochte aber nicht über die enttäuschende Leistung der Gastgeber hinwegzutäuschen. Denn mit Ausnahme des einzigen Treffers, den Ademi nach Doppelpass mit Tomi aus 16 Metern erzielte (73.), brachte das Stöhr-Team nicht viel zuwege. Cup-Halbfinalist Hartberg kam trotz ambitionierten Spiels im zweiten Match unter Coach Walter Hörmann nicht um die siebente Niederlage in den jüngsten acht Runden herum und hat acht Punkte Rückstand auf den Vorletzten Vienna.

Das 0:0 zur Pause war sogar schmeichelhaft für Altach gewesen. Die Gastgeber waren nur zweimal aus Freistößen von Vorisek gefährlich (26./Latte, 43./Rindler hielt), während die Steirer vier Chancen herausspielten. Doch Mössner (25.) und Rossmann (45.) verschossen knapp und zweimal rettete Altach-Keeper Kobras vor Fucek (29.) und gegen Mössner (37.). Nach dem Wechsel waren Torchancen Mangelware, Tomi vergab in der einzigen starken Phase der Hausherren in den ersten zehn Minuten nach dem Wechsel die beste Möglichkeit (52.).

(APA, 13.4.2012)

Fußball/Erste Liga (29. Runde):

FC Lustenau - Vienna 1:0 (0:0)

Reichshofstadion, 500 Zuschauer, SR Thomas Einwaller

Tor: 1:0 (69.) Hinterseer

Lustenau: Lukse - Lebedew, Haselberger, Buchner - Mimm, Freitag, Teurezbacher - Holzmann (81. Osman), Novinic (91. Vucur), Luxbacher - Zellhofer (67. Hinterseer)

Vienna: Dau - Salvatore, Rathfuss, Dospel, Sturm (73. Kröpfl) - Lackner (72. Verdes), Kerschbaumer - Mair, Hattenberger, Erhart - Djokic (59. Rotter)

Gelbe Karten: Luxbacher, Freitag bzw. Salvatore, Hattenberger, Mair

SKN St. Pölten - LASK Linz 1:1 (1:1)

Voitplatz, 1.550, SR Kollegger

Torfolge: 1:0 (31.) Segovia (Foulelfmeter)

1:1 (40.) Wimmer

St. Pölten: Riegler - Zwierschitz, Popp, Rödl, Speiser - Ambichl, Fallmann (59. Brandl), Jano, Gruberbauer (69. Schibany) - Fröschl, Segovia

LASK: Mandl - Hart, Aufhauser, Winkler, Wimmer - Silvio, Hamdemir, Henrique, Kaufmann (73. Templ) - Aigner, Rafinha (65. Unverdorben)

Gelbe Karten: Fallmann, Popp, Speiser, Ambichl bzw. Wimmer, Silvio, Henrique, Winkler

Rote Karte: Aigner (21./Foul)

SV Scholz Grödig - WAC/St. Andrä 0:1 (0:1)

Grödig, Untersbergarena, 650 Zuschauer, SR Andreas Heiss

Tor: 0:1 (12.) Baldauf

Grödig: Schranz - Zündel, Cabrera, Siller, Stangl - Schubert, Krammer, Tschernegg (66. Öbster), Salamon (84. Hanikel) - Viana (66. Parapatits), Jukic

WAC: Dobnik - Baldauf, Jovanovic, Solano, Suppan - Kerhe, Messner, Putsche (83. Topcagic), Kreuz (77. Micic) - Falk, Jacobo (63. Stückler)

Gelbe Karten: Viana bzw. Suppan, Stückler

FC Blau Weiß Linz - SC Austria Lustenau 0:3 (0:2)

Linz, Linzer-Stadion, 1.300, SR Krassnitzer

Tore: 0:1 ( 6.) Boya

0:2 (35.) Boya

0:3 (91.) Thiago

Blau-Weiss Linz: Wimleitner - Bubenik, Knabel, Duvnjak, Rabl - Piesinger (74. Sulimani)- Arapovic (75. M. Guselbauer), Nikolov, Wawra, Huspek - Poljanec (74. Tenesor).

Austria Lustenau: Kofler - Dunst, Pöllhuber, Stückler, Soares - Dürr, Kampel - Boller (84. Zech), Zwischenbrugger (66. Karatay), Krajic - Boya (74. Thiago)

Gelbe Karten: Rabl, Bubenik bzw. Boller, Krajic

SCR Altach - TSV Hartberg 1:0 (0:0)

Altach, Cashpoint-Arena, 3.211, SR Schüttengruber

Tor: 1:0 (73.) Ademi

Altach: Kobras - Lienhart, Schösswendter, Sereinig, Erbek - Guem, Vorisek (90. Domig) - Scherrer (68. Hörmann), Tomi, Schick - Sadovic (58. Ademi)

Hartberg: Rindler - Kozissnik, Tauschmann, Miljatovic, Strobl (77. Ismaili) - Prietl, Rossmann (46. Salihovic) - Rakowitz, Adilovic, Fucek (61. Gremsl) - Mössner

Gelbe Karten: Vorisek, Ademi bzw. Prietl

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