"Rassist ist ein ganz brutaler Ausdruck"

Interview | Rainer Schüller, 13. April 2012, 16:02
  • August Penz zur Aufregung um die "Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe"-Plakate: "Es wurde mir vorgeworfen, Rassist zu sein. Das hat mich erschreckt, weil es ein ganz brutaler Ausdruck ist."
    foto: apa/robert parigger

    August Penz zur Aufregung um die "Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe"-Plakate: "Es wurde mir vorgeworfen, Rassist zu sein. Das hat mich erschreckt, weil es ein ganz brutaler Ausdruck ist."

  • Die mittlerweile wieder entfernten Plakate.
    foto: dapd/christian forcher

    Die mittlerweile wieder entfernten Plakate.

Der Innsbrucker FPÖ-Spitzenkandidat und Hotelier August Penz über Zimmer-Stornierungen aufgrund des Marokkaner-Slogans

August Penz ist Hotelier und FPÖ-Spitzenkandidat in Innsbruck. Im Interview mit derStandard.at erklärt er, wie sich die mittlerweile wieder entfernten Aufreger-Plakate mit dem Slogan "Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe" auf sein Geschäft ausgewirkt haben und warum er die Debatte darum gerne beenden würde.

derStandard.at: "Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe": Wie viele Hotel-Stornierungen haben Sie sich mit diesem Spruch eingehandelt?

Penz: Am Anfang gab es acht Stornierungen von Einzel-Reservierungen, dazu kamen auch Stornierungen von einzelnen Tischen beim Frühstück. Was später dazugekommen ist, müssen wir noch eruieren. Den genauen Schaden kann man erst in ein paar Wochen beziffern.

derStandard.at: Wenn ich Ihnen als potenzieller Hotelgast sage, dass ich nicht bei einem Rassisten nächtigen will, was sagen Sie dann?

Penz: Es wurde mir vorgeworfen, Rassist zu sein. Das hat mich erschreckt, weil es ein ganz brutaler Ausdruck ist. Es stimmt einfach nicht. Ich habe nicht einmal einen rassistischen Sager oder Witz auf Lager. Ich habe mich für den Slogan schon mehrfach in aller Klarheit entschuldigt und habe auch verstanden, dass sich Menschen beleidigt gefühlt haben. Wir schätzen auf alle Fälle alle unsere Gäste und werden versuchen, jeder einzelnen Stornierung nachzugehen, um die Situation aufzuklären.

derStandard.at: Sie haben auch eine Mitarbeiterin aus Marokko in Ihrem Hotel, haben Sie mit ihr gesprochen?

Penz: Ja, es gab ein Mitarbeitergespräch. Mein Chef-Zimmermädchen, das aus Marokko stammt, war irritiert, erschrocken und beleidigt. Ich habe mich bei jenen entschuldigt, die sich durch das Plakat verletzt gefühlt haben. Ich habe erklärt, dass ich die Fleißigen und Anständigen mit dem Plakat nicht gemeint habe. Meine Mitarbeiter haben das dann auch verstanden. Wir haben auch ein Zimmermädchen, das Angst davor hat, dass ihrem Kind Haschisch angeboten wird. Von ihr bekam ich Verständnis.

derStandard.at: Haben Sie bei der Auswahl der Plakate eigentlich mitgesprochen, oder wurden Ihnen diese von der FPÖ-Bundespartei aufs blaue Auge gedrückt?

Penz: Die Slogan-Vorschläge kommen aus Wien, wir haben bei der Auswahl aber schon mitgesprochen und haben uns einverstanden erklärt. Mir war schon klar, dass das provoziert, diese Aufregung hätte ich aber nicht erwartet.

derStandard.at: Nachdem Ihnen die Politik auch finanzielle Nachteile bringt, wollen Sie sich nicht besser auf Ihren Wirtschaftsbetrieb konzentrieren?

Penz: Die Frage, ob sich Politik und Wirtschaft vereinen lassen, habe ich mir schon öfter gestellt. Es muss aber schon auch so sein, dass es einem nicht schadet, wenn man als Unternehmer in die Politik geht.

derStandard.at: Es kommt vermutlich auf die Art der Politik an.

Penz: Das Ausländerthema ist für uns ja nur eines von vielen. Es ist auch nicht das größte Problem hier in Innsbruck.

derStandard.at: Sie sind auch Vizechef des Tourismusverbandes Innsbruck. Wie wäre es, wenn Sie nun als Antwort auf den danebengegangenen Slogan eine antirassistische Plakatserie mit Ihrem Kopf darauf affichieren?

Penz: Um Gottes willen nicht! Am liebsten wäre es mir, wenn die Diskussion beendet würde. Die Rassismus-Diskussion könnte man in Innsbruck auch nicht führen, weil sie keiner versteht. Hier reden wir offen über die Ausländer-Problematik, aber eine Rassismus-Debatte gibt es nicht. Sie werden hier niemanden finden, der den August Penz für einen Rassisten hält. Man muss mit der Politik alles daransetzen, gar kein Rassismus-Problem entstehen zu lassen, indem wir die Integration verbessern.

derStandard.at: Glauben Sie, dass Ihnen die Aufregung um die Plakate bei der Wahl am Sonntag schaden wird?

Penz: Vom Gefühl her glaube ich, dass das ein Nullsummen-Spiel ist. Es wird uns nicht schaden, aber Stimmen bringt uns diese Aktion auch nicht. Aber der Wähler wird entscheiden. (Rainer Schüller, derStandard.at, 13.4.2012)

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Ach Rassisten gibt es ja gar nicht!

Es gibt eine Menschenverachtung wenn eine Person anders aussieht, oder nur von wo anders kommt!
Ausser es ist ein Smoking-Asylant, die verehren wir dann sogar!

Sie werden hier niemanden finden, der den August Penz für einen Rassisten hält.

*aufzeig*

warum gibts bei so was eigentlich in innsbruck keinen flashmob?

sonst (fast) überall bei sowas wieder nicht....
naja...

Stimmt, Rassist ist ein harter Ausdruck. Trottel triffts eher.

Nun (1) setzt irgendwie (2) voraus.

"Die Rassismus-Diskussion könnte man in Innsbruck auch nicht führen, weil sie keiner versteht. [...] Sie werden hier niemanden finden, der den August Penz für einen Rassisten hält."

Ich gehe im Zweifel davon aus, dass das (wie bei dieser Partei nicht anders zu erwarten) ein Blödsinn ist und die Innsbrucker nicht wirklich so dumm bzw. rassistisch sind. Sie sollten ihm bei der Wahl dafür die Rechnung präsentieren, dass er sie als die neuen Kärntner darstellt.

Auf französisch hieße sein Hotel "Le Pen".

Es wurde mir vorgeworfen, Rassist zu sein. Das hat mich erschreckt

weil ich wusste ja gar nicht, dass das ein Problem sein könnte.

Bemitleidenswertes Würstchen.

ist er wirklich so dumm?

wenn ich in den nächsten tagen beim pinkeln schmerzen verspüre, dann habe ich mich wohl mit der falschen ins bett gelegt, oder?

Rassist ist ein ganz brutaler Ausdruck

Na, da wollen wir nicht brutal sein. Wie wär's mit blödes A...loch?

Tut's so weniger weh?

das auf dumm-machen im anschluss

hat er gut drauf.

ein echter fpö-ler halt. die meisten müssen sich wohl nicht mal verstellen....

"..dass ich die Fleißigen und Anständigen mit dem Plakat nicht gemeint habe"

habt ihr also die eigenen wähler damit gemeint?

Mein Chef-Zimmermädchen, das aus Marokko stammt, war irritiert, erschrocken und beleidigt. Ich habe mich bei jenen entschuldigt, die sich durch das Plakat verletzt gefühlt haben....

würde mich interessieren, wie sich diese angebliche entschuldigung im genauen wortlaut angehört hat. so auf die art: tut mir leid, der spruch ist mir so aufs plakat gerutscht...

"Wir haben auch ein Zimmermädchen, das Angst davor hat, dass ihrem Kind Haschisch angeboten wird. Von ihr bekam ich Verständnis."

... wenn ich das schon lese...

Wieso gibt man solchen Figuren soviel Raum in einer Qualitätszeitung?

Qualitätszeitung?

Initiiert hat diese Dummdreistigkeiten seinerzeit der Haider,

der laut von sich gesagt hat "der Jörg traut sich was"!
Seine (selbsternannten) Nachfolger trauen sich schleimend weiter, aber es ist SHIT!

...

ja, wen sollen wir denn jetzt wählen?
...
ein denkanstoß vielleicht:

http://quahlen.blogspot.com/2012/04/w... winnt.html

Pfosten bleibt Pfosten:

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"Wir haben auch ein Zimmermädchen, das Angst davor hat, dass ihrem Kind Haschisch angeboten wird. Von ihr bekam ich Verständnis."

die dummheit mancher menschen ist offenbar grenzenlos...

das darf man nicht so verharmlosen, man stelle sich vor das Kind treibt dann irgendwo auch noch die notwendige Spritze für dieses "Haschisch" auf. Denkt doch bitte EINMAL jemand an die Kinder!

so schaut eben eine "erklaerung", "entschuldigung" der schluempfe aus.

bezeichnend dass die plakattexte natuerlich aus dem buero kickls kommen.

jeder 6. wahlberechtigter waehlt die partei,wo das hetzen 99% des parteiprogramms ausmacht.

http://www.youtube.com/watch?v=A5zGtR55hjI

"Rassist ist ein ganz brutaler Ausdruck"

Stimmt, für Typen wie ihn gibt es gelindere aber dafür umfassendere Bezeichnungen…

Der Gustl kann einem (fast) schon leid tun...

... denn eine derartige Menge an Blödheit zu offenbaren schaffen wirklich nur ganz, ganz wenige. Und wozu den ganzen teuren und für seine Familie und anständige Tiroler peinlichen Wirbel? Er kann dabei ja nicht mal einen Blumentopf gewinnen... oO
Ultra-Fail!

Der Gustl ...

Meinen Sie Herrn August Un?

... denn eine derartige Menge an Blödheit zu offenbaren schaffen wirklich nur ganz, ganz wenige.

Bei den Schwarzen? Aber geh! Gorbach, Strasser, Milliarden-Versenker Sobotka, wie viele soll ich Ihnen aufzählen ....?

Sorry, der ist natürlich ein Blauner! Weiss nicht, warum mir die dümmsten Furchentreter so spontan eingefallen sind ...

;-)

Dem tut nicht der Spruch leid,

sondern er sich selbst, weil er finanziell geschädigt wurde.

Sehr gescheit, der Herr. Zuerst plakatiert er seinen Slogan und dann entschuldigt er sich tausend Male. Ist zwar recht nett, aber das nimmt ihn erstens keiner ab, zweitens ist das für einen FPÖler taktisch unklug, den Schwanz einfach so einzuziehen.

Das hat doch System ...

... zuerst was plakatieren/behaupten/lancieren und danach zurückrudern, aber die Aussage ist schon lange beim zuständigen Wähler angekommen ...

Das Zurückrudern war in den letzten Jahren nie so da wie jetzt bei der Wahl. Von „Wiener Blut“ bis „Daham statt Islam“ hat es weder eine Entschuldigung gegeben, noch wurde sonst in irgendeiner Art Reue gezeigt.

ich hab's schon weiter unten geschrieben:
Das zurückrudern gehört eigentlich nicht zum System. Normalerweise stellen die Blauen dann sich selbst als unverstandene Opfer dar, pochen auf demokratische Werte, wie Meinungsfreiheit, etc.
Hier erfolgte das Zurückrudern (nach der üblichen Jammerei, dass man falsch verstanden worden sei und doch etwas ganz anderes gemeint habe) doch nur, weil der "Herr" weitere finanzielle Einbußen in seinem Gewerbe vermeiden will.

Das bringt's auf den Punkt

tiroler hoteliers sind korrumpierbare abzocker mit einem hang zur fremdenfeindlichkeit..

wie? das kann man so nicht sagen? also, ich kenn' da einige. und mindestens einer ist sogar politisch taetig.

ah so? sie wollen mich klagen? hm. wenn das so ist, dann erklaere ich hier "klar wir klossbruehe":
>dass ich die Fleißigen [Fairen, Freundlichen, Weltoffenen] und Anständigen [mit dieser Aussage] nicht gemeint habe.<

Sensationell!!

Wir haben auch ein Zimmermädchen, das Angst davor hat, dass ihrem Kind Haschisch angeboten wird. Von ihr bekam ich Verständnis.

"Ich habe mich für den Slogan schon mehrfach in aller Klarheit entschuldigt und habe auch verstanden, dass sich Menschen beleidigt gefühlt haben."

"Wir haben auch ein Zimmermädchen, das Angst davor hat, dass ihrem Kind Haschisch angeboten wird."

Ist auch bekannt dass dort auf Kinderspielplätzen leere Haschisch-Spritzen liegen, und jeden Tag mindestens zwei Kinder-Haschisch-Junkies an Haschisch-überdosis sterben.

plus saufende und kettenrauchende Fpöler

Er entschuldigt sich, dass er Marokkaner als Diebe bezeichnet hat, und behauptet im gleichen Atemzug, dass sie Drogendealer sind???

Ist der wirklich so dumm??

Im Interview steht jedenfalls nichts, was diese Annahme in Zweifel zöge.

"Rassist ist ein ganz brutaler Ausdruck"

Fpö-Spitzenkanditat auch!

Warum stellt er keine strammen Tiroler

Mädel ein, sondern Ausländerinnen?

Wie ist das jetzt mit der Heimatliebe?

Weil Inländerinen nicht alles für Geld machen müssen, und schon gar nicht bei einem FPÖ-ler arbeiten.

da geht die liebe zum geld noch vor...

"Geld sticht Heimat"

... wäre auch ein möglicher Slogan.

Das Ziel ist erreicht

x Prozent Lebensversager gibt es in der Population, und die wählen ihn dafür. Das war das Ziel, und die erzeugte Aufregung war der Weg dorthin. Solchen Leuten kann man nicht Einhalt gebieten, indem man ihnen Aufmerksamkeit schenkt sondern indem man sie ihnen entzieht.

"chef-stubenmädchen"???

wenn schon, dann richtigerweise "Hausdame" !

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