Kompostierbare Bio-Sackerl in Verruf

Maria von Usslar
13. April 2012, 18:46

Die kompostierbare "Bio-Tüte" von Rewe und Hofer steht in der Kritik - Rewe Deutschland zog das Sackerl nun aus dem Verkehr

Die Deutsche Umwelthilfe hat die biologisch abbaubaren Plastiksackerl von Rewe und Aldi (Hofer) kritisiert. Mit den überteuerten Sackerln, die "angeblich" zu 100 Prozent kompostierbar seien, hätten die Supermarktketten die Kunden getäuscht. 

Rewe stoppte Verkauf

Rewe Deutschland reagierte umgehend und stoppte den Verkauf der Tragetaschen. "Mit diesem Schritt wollen wir dafür sorgen, dass es bei unseren Kunden nicht zu Verunsicherung über die tatsächliche Umweltverträglichkeit dieser Tragetaschen kommt", nahm Rewe-Sprecher Martin Brüning in einer Aussendung Stellung. 

Umweltprüfung wird wiederholt

Gemeinsam mit Herstellern und unabhängigen Experten will Rewe die Umweltverträglichkeit der Sackerl nun noch einmal untersuchen und solange den Verkauf einstellen. In Österreich prüft man noch, ob ähnliche Maßnahmen getroffen werden sollen, sagte Sprecherin Karin Nakhai.

Gleichzeitig warf das Unternehmen der Deutschen Umwelthilfe vor, die Öffentlichkeit über die tatsächlichen Umweltziele von Rewe in die Irre zu führen.

Kompostierer verstehen Kritik nicht

Auch in Österreich werden kompostierbare Sackerl an der Kasse angeboten. Allerdings gab es bisher keine Beanstandung seitens der Kompostierer, obwohl es sich, jedenfalls bei Hofer und vermutlich auch beim Rewe-Konzern um genau dieselben Sackerl handelt.

Das Plastik sei zur Gänze kompostierbar bestätigte Robert Tulnik, Geschäftsführer von der Arge Kompost und Biogas. Er sieht das Problem nicht im Prozess des Abbaus. "Das Wegwerfen von Bio-Sackerln verleitet dazu, dass auch andere nicht-abbaubare Sackerl in der Biotonne landen." Weil seiner Meinung nach die Kunden nicht mehr Acht auf das Material gäben. 

Immer noch zu viel Erdöl

Grund zur Sorge für die Umwelt sieht Tulnik höchstens im Erdöl, das noch immer zu einem erheblichen Anteil in die Bio-Sackerl verarbeitet wird. Für den Kompost mache das aber keinen Unterschied. Für Rewe sei die "Bio-Tüte" ein erster Schritt, weniger fossile Ressourcen wie Mineralöl einzusetzen." Auch wenn das Material nicht zu 100 Prozent pflanzlich sei.

Hofer hält an EU-Norm fest

Auch Hofer verfolgt dieses Ziel, hat allerdings das in Verruf geratenen Sackerl nicht aus dem Verkehr gezogen. In einer Stellungnahme des Plastikherstellers "Victorgroup" geht Vertriebsleiter Jens Boggel auf die Kritik der Umwelthilfe ein: "Die Norm fordert 90 Tage Rottezeit. Unsere Tragetaschen benötigen heute schon im besten Fall nur die Hälfte der Zeit. Die kompostierbaren Sackerl werden neben dem bis zu 50-prozentigen Erdölanteil aus nachwachsenden Rohstoffen, wie der Stärke von Mais, Rüben, Weizen oder Erdäpfeln, hergestellt. (Maria von Usslar, derStandard.at, 13.04.2012)

Share if you care
Posting 226 bis 275 von 339
1 2 3 4 5 6 7 8
nicht vergessen

Papier wird mit Leim zusammengeklebt, das ist auch nicht besser...

Es hilft nur Taschen zu verwenden die man öfters verwenden kann.

Leim ist normalerweise harmlos

Da er aus organischen Stoffen (Knochen, Kasein) hergestellt wird.
Leider gibt es mittlerweile auch synthetische oder pflanzliche Klleber, die als Leim bezeichnet werden dürfen.

Auch synthetische Kleber sind organisch.

Knochenleim ist Tiermord !!

Wer Knochenleim verwendet muss auch töten können!

Womit ich kein Problem hätte - ich will mein Steak ja nicht lebend essen.

Aber synthetische Kleber sind meist praktischer in der Anwendung.

Wo wir wieder bei der Käsekrainer wären ...

stoffsackerl. das haelt jahrelang wenn man will.

muss man nur vorm einkaufen gehen dran denken.

jegliches einwegdenken (ein mal verwenden, dann muell oder kompost) ist zu vermeiden.

oder ein korb. perfekt natürlich wenn er auch auf den packelträger des fahrrades passt.

finde die stoffsackerl-idee auch super, nehm ich selbst auch. aber plastiksackerl halten auch sehr lang, wenn man nicht zuviel gewicht reinpackt. hab da so ein billasackerl, das verwend ich schon seit 5 jahren glaub ich und theoretisch könnt´s mich sogar überleben :) wie sie schon sagen: vergessn darf man´s nicht!

Das Stoffsackerl hat aber noch den zusätzlichen Vorteil, dass man es, wenn mal was ausläuft oder einfach in gewissen Abständen, damit es nicht zu grindig wird, schnell mal in die Waschmaschine stecken kann.

in italien wirkt sich das biosackerl gebot bereits sehrpositiv aus

seit in italien die normalen plastik sackerl verboten sind merkt man das im landschaftsbild bereits. leide liegt noch viel zu viel anderer muell herum, aber zumindest diese thema scheint ein erfolg zu sein. die Eu sollte da mehr Gas geben.

nur blöd halt, daß ein Biosackerl in der freien Natur auch sehr, sehr lange braucht, um abzubauen.

Für rasche Kompstierung werden nämlich optimale Bedingungen benötigt, die fast nur in industriellen Kompostierungsanlagen zu finden sind.

Meine Befürchtung ist, daß mache Menschen noch leichtfertiger Sackerl in die Natur "entsorgen", weil sie ja eh "bio" sind....

Nicht als kompostierbar gekennzeichnete Plastiksackerl zerfallen allein durch das UV-Licht nach ca. 1 Jahr. Ansonsten einfach in den normalen Kompost damit.

Und ich glaube nicht, dass die Leute, die ihren Müll einfach so in die Natur werfen, an irgendwas denken dabei. Denen ist so oder so nicht bei zu kommen.

Ich verstehe das Problem nicht

man nehme ein kompostierbares Sackerl (sind eh fast alle kompostierbar, auch die ohne explizitem Aufdruck), verwende sie ein paar mal bis sie einreißen, dann kommen die kompostierbaren Sachen rein und auf dem Kompost damit.

Die Sackerl zerfallen am Kompost schneller als Kaffeefilter.

Die Lösung wäre da, aber aus Prinzip sind die Ökos wieder dagegen - weil, wenn das Problem weg wäre dann gäbs ja nichts mehr zum Dagegen-Sein.

Sehe ich geanuso - mir gehen die Ökofaschisten auf die Nerven!

sie sind ja auch lidl/aldi-kunde. die kritik kommt wohl eher von nicht-lidl/aldi-kunden, die guten kompost kaufen wollen.

ca. 2003

hab ich das (für mich) letzte sackerl gekauft und lebe immer noch ...

Ach, sind sie der Typ, der immer vor dem einen Merkur sitzt?

schön und was wollen Sie mir/uns damit sagen?

Lustig.

Ich verwende schon seid 10 Jahren die gleiche Stofftasche... im illa hat mich sogar schon mal die Kassentussi als Hippie beschimpft. Taschenkontrolle = demStandard.

Es gibt aber schlimmeres als als Hippie bezeichnet zu werden :-)

Gelegentlich verwende ich auch Stofftaschen, aber die meisten sind zu klein. Mir ist Plastik lieber, welches ich dann verwende, bis es zerreisst.

"Taschenkontrolle = demStandard."

Meinen Sie "= der Standard"?

Sie müssen der Taschenkontrolle nicht zustimmen.

Das schont nicht nur die Umwelt

Gehe schon seit über 10 Jahren mit einem robusten Rucksack, der auch sonst mein Begleiter ist, einkaufen.

Das schont nicht nur die Umwelt und mein Börsl, sondern auch meine Hände und mein Kreuz, da ich das Gewicht ergonomisch auf dem Rücken trage. Sollte der Rucksack mal zu klein sein, hab ich in einer Seitentasche ein Stoffsackerl.

Ist doch nicht so schwierig, dem Plastikwahn was entgegenzusetzen, oder?

Man muss halt dran denken,

das überfordert die Meisten.

Gibt es nicht längst Einkauftaschen, die zu 100 % aus Kartollelabfällen hergestellt werden ?

Sind so viele KonsumentInnen

wirklich noch so dermaßen deppert, dass sie es nicht schaffen, mit einem oft verwendbaren, klein zusammenlegbaren Stoffsackerl einkaufen zu gehen?

Die meisten von ihnen fahren mit ihren (SUV-) Kisten in die Einkaufszentren und verbrauchen noch immer Plastik-Ein-Weg-Sackerl?????

Stoffsackerl

Am besten und umweltfreundlichsten ist eine paar Stoffsackerl zu kaufen, welche jahrelang wiederverwendbar sind. Auch wenn diese in der Anschaffung etwas mehr kosten (ein paar Euro) so rechnen sie sich sehr schnell und man tut auch gleichzeitig was fuer die Umwelt indem man weniger Plastikmuell produziert.

Unglaublich diese blinde Gier.

Sackerl ist weg. 1000 andere Methoden den leichtgläubigen Kunden abzuzocken hat REWE immer noch auf Lager.

Täglich bei Billa und Merkur.

Die sind ja auch im Besitz des Hausverstandes vieler Menschen -> was dieser Konzern sagt ist richtig ;-)

Wie wäre es mit Sackerl aus Baumwolle oder geflochtene Körbe? Manche verwenden auch gerne Einkaufstrollys - dann stellst sich das Problem mit den Kunststoffsackerl gar nicht.

gar nicht mal teuer, ist wirklich eine überlegung wert...

http://www.amazon.de/s/?ie=UTF... scjakwgv_b

"Das Wegwerfen von Bio-Sackerln verleitet dazu, dass auch andere nicht-abbaubare Sackerl in der Biotonne landen." Weil seiner Meinung nach die Kunden nicht mehr Acht auf das Material gäben.“

Ja dann wirds eben einfach Zeit, die anderen nicht kompostierbaren komplett zu verbieten, ganz einfach.
Über die höheren Stückzahlen erledigt sich der momentan höhere Preis dann auch über kurz oder lang.

Es wäre nicht so schwer, wir bräuchten nur Volksvertreter mit Eiern, denen selbige nicht beim ersten Schnaufer der jeweiligen Industrielobby abfallen.

Dafür steigen die Lebensmittelpreise.
Die Bio-Sackerl sind glaub ich nciht des Rätsels Lösung

Es gibt inzwischen genügend Bio-Kunststoffe, für die nicht eigens (Lebensmittel)pflanzen angebaut werden müssen, etwa basierend auf Cellulose, die praktisch aus jeglichem Pflanzenabfall gewonnen werden kann.

Gehts noch?

Diese Halb-Bio Sackerl werden nicht mehr verkauft
Rewe:"Mit diesem Schritt wollen wir dafür sorgen, dass es bei unseren Kunden nicht zu Verunsicherung über die tatsächliche Umweltverträglichkeit dieser Tragetaschen kommt"
Bitte Kaufen, nicht denken

Ich find die Pfandtaschen vom dm ideal :-)

Die Billa Sackerln sind noch dazu

viel kleiner geworden als sie es früher waren. Es geht fast nichts rein.

Dafür ist Billa teurer geworden.

Fürs gleiche Geld bekommt man weniger und das Sackerl damit voll. Auch das schont die Umwelt.

Das ist sicher so gewollt. So fällt nicht so schnell auf, daß man ums gleiche Geld immer weniger kaufen kann, wenn das Sackerl nach Zahlung von € xx.xx (bitte gewohnten Betrag für den kleinen Wochenendeinkauf einsetzen) trotzdem randvoll ist, obwohl man aus Kostengründen auf ein paar nicht unbedingt notwendige Produkte verzichtet hat.

Na das bisserl Hausverstand wird bei den meisten ja noch reinpassen... ;oP

die ganze sackerl-diskussion ist weitestgehend faktenfrei und entscheidungen basierer pimär auf grund von einbildungen.

die deppen, die immer ohne tasche bzw. sackerl in den supermarkt laufen, gehören mit deppenpreisen bestraft. da diskussion welche sackerl es sein sollen, erübrigt sich dann.

ich nehm fast immer, wenn ich grad kein stoffsackerl dabei hab, ein papiersackerl

eher selten ein bio-sackerl. beim obst und gemüse nehm ich gar kein sackerl oder ein bio-sackerl...

als ich kompostierbare biomüllsackerl verwendet hab, hab ich glaub ich die nachbarn dazu animiert, ihre plastiksackerl in den bio zu werfen :(

dann hab ich gelesen, dass bei uns die biosackerl sowieso auch wieder aussortiert werden, weil die kompostierzeit mit dem biomüll nicht zusammenpasst...

"es is zum rean!"

Papiersackerl brauchen mehr Energie und Wasser und halten auch nicht wirklich länger.

Übriggebliebene Kartonagen sind aber geeignet, wenn man welche bekommt...gehen sowieso recycelt

deswegen schmeiß ich die papiersackerl zum restmüll (als brennmaterial). so spar ich energie und wasser. :)

Die Papiersäcke halten ehrlich gesagt auch mehr aus und ich kann sie für's Altpapier mehrmals verwenden.

Das Altpapier sammle ich in einem großen Kunststoffsack, der aber immer geleert und wiederverwendet wird

Genauso wie die Dosen und die Flaschen. Zum Einkaufen sind mir feuchtigkeitsbeständige Plastiksäcke lieber.

Ich möchte Gemüse, das NICHT in Plastik eingeschweißt ist, dann ist mir WURSCHT,

... mit welchem Sackerl ich es heimtrrage!

auf (bauern)maerkten hab ich noch nie eingeschweisstes obst u gemuese gesehen und im supermarkt kauf ich eh nur den rest der sich nicht vermeiden laesst ...

zugegeben sind plastiksackerl aber auch praktisch als muellsackerl.

Posting 226 bis 275 von 339
1 2 3 4 5 6 7 8

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.