Habichte stürzen sich bevorzugt auf weiße Tauben

14. April 2012, 11:45

Der "Seltsamkeitseffekt" wirkt sich verhängnisvoll aus, stellt eine neue Studie fest

Oxford - Ein weißes Fell- oder Federkleid kommt bei Haustieren relativ häufig vor. In der Natur ist dies in erster Linie deshalb viel seltener, weil Tiere mit dieser Farbvariante buchstäblich gezeichnet sind und wegen ihrer Auffälligkeit geringere Überlebenschancen haben. Ein weiteres Beispiel für diesen altbekannten Effekt nennt nun eine britische Studie: Forscher der Universität Oxford konnten beobachten, dass sich Habichte aus Taubenschwärmen bevorzugt weiße Exemplare herauspicken.

Wie die BBC berichtet, stellten die Biologen den sogenannten "Seltsamkeitseffekt" fest, als sie im Raum Hamburg Habichte bei der Jagd auf Felsentauben (die wildlebenden Vorfahren unserer städtischen Plagegeister) beobachteten. In den Schwärmen der normalerweise blaugrauen Tiere fanden sich immer wieder auch weiße oder zumindest teilweise weiße Exemplare - und genau auf die hatten es die Habichte besonders abgesehen.

Christian Rutz aus dem Forscherteam hat dafür eine einfache Erklärung: Bei einem Angriff ballen sich die Tauben in einem schützenden Schwarm zusammen, der dem Angreifer die Orientierung erschwert. Konzentriert er sich jedoch auf ein "seltsam" gefärbtes Tier, kann er dieses leichter im Auge behalten und hat erhöhte Chancen auf einen Jagderfolg. Die Studie ergab, dass die Habichte, die diese Strategie am besten beherrschen, sich auch am erfolgreichsten fortpflanzen. (red, derstandard.at, 13.4.2012)

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13 Postings
seit bei mir im innenhof eine taubenkolonie lebt,

Mag ich die gurrenden viecher irgendwie total. Vom Unterhaltungswert kaum zu toppen :D

Öhm. Doch eher ein Falke auf dem Bild?

Alle stürzen sich zuerst auf weisse Varianten

Wenn dem nicht so wäre, gäbe es viel mehr Albinos

"Plagegeister"?

Was hat dieser wertende Ausdruck in einem Wissenschaftsartikel verloren?

Tauben sind cool. Taubenschwärme ermöglichen auch den Stadtkindern das Verhalten von (halb)wilden Tieren zu beobachten.

Wer sich durch alles und jeden belästigt fühlt und am liebsten in einer klinisch sauberen Welt leben würde, sollte vielleicht mal zum Onkel Kopf-Doktor gehen...

meine Mama hat mal am Balkon das halbjährlich wiederkehrende Taubennest nicht weggeräumt, und wir Kinder fanden das total spannend. Beim Brüten, füttern (das Schlüpfen haben wir leider verpasst) und flüggewerden zuschauen, über Wochen, war sehr wertvoll und spannend.
Aber frag nicht, wie lange das Balkonputzen nachher gedauert hat ;)

Tauben mag ich, auch wenn sie dreckig sind. Ich stimm dir also zu.

fliegende ratten wäre eine beleidigung für die ratten.

gegen tauben sind kanalratten die niedlichsten, flauschigsten und gesundheitsfördernsten tiere überhaupt.

niedliche, flauschige, gesundheitsfördernde herumträger für Flöhe deren Biss den Pesterreger in Deinen Körper überträgt..

sicherlich... wenn mich heute eine ratte beisst, bekomm ich gleich pest... bestimmt!

es ist übrigens äusserst zweifelhaft, dass ratten die pest übertragen haben. rattenflöhe wählen nur sehr ungerne den menschen als wirt und ratten zeigen sicherlich keine derartige wanderbewegung, wie es die ausbreitung der pest gezeigt hat (auch nicht die "wanderratte" zeigt eine derart schnelle verbreitung). auch war damals keine epizootie bei hausratten sichtbar, was wiederum gegen die ratte als pestüberträger spricht.

heute wird davon ausgegangen, dass es eine übertragung von mensch zu mensch gab und zwar über die kleiderlaus. die pest - und das stimmt mit den damaligen beobachtungen überein - konnte somit durch infizierte kleidung übertragen werden.

lassens die ratten da mal aus den spiel, die sind für die pest nicht verantwortlich.

... und standardredakteure stürzen sich

mit vorliebe auf falsche bilder.
das ist doch nie und nimmer ein habicht über der weißen taube.

was denn sonst?

würd auch eher auf einen Wanderfalken tippen...

Die Überlebensstrategie - nur nicht auffallen, immer schön mit dem Strom schwimmen - lernen doch auch Menschen schon in der Schule ...

Wo ist jetzt eigentlich die Überraschung?

Wir suchen uns im Markt doch auch die sauberen Kartoffeln raus.

Da denkt sich der Habicht eben auch: "Oh, sauber und vorgewaschen, da nehm ich lieber die als die Schmuddelgrauen. Wer weiss, wo die zuletzt herumgelungert haben?"

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