Der Gespitzte Riegel zeigt sich rundlich

    13. April 2012, 16:57
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    Eine Runde auf der wenig bekannten Westseite des Rosaliengebirges, wo sich Mineraliensammler trafen

    Dem Namen zufolge müsste der Gespitzte Riegel im Rosaliengebirge ein schmaler Gipfel sein, tatsächlich aber befindet sich der höchste Punkt dieses Berges auf einer flachen und bewaldeten Kuppe und ist mit einer Tafel gekennzeichnet. An einem Baum daneben gibt es ein Gipfelbuch, dem sich entnehmen lässt, dass der Berg nicht allzu oft bestiegen wird; vor allem nicht aus dem Westen, der stillen Seite dieser merkwürdigen Erhebung.

    Früher waren auf dem zum Steinfeld abfallenden Hang häufig Mineraliensammler anzutreffen, die eine kleine Kupferlagerstätte "ausbeuteten" und recht schöne Malachite und Azurite entdeckten. Mittlerweile ist die Fundstätte aber "ausgereizt".

    Die Tour hat auch einen historischen Touch, denn die Route führt direkt am Schloss Eichbüchl vorbei, in dem sich vom 9. bis zum 20. April 1945 der spätere Staatskanzler und Bundespräsident Dr. Karl Renner aufhielt und an der Bildung der ersten Regierung der Zweiten Republik arbeitete. Daran erinnern ein Denkmal und eine Tafel am Eingang des Schlosses, das nicht besichtigt werden kann. Weniger bekannt ist, dass in dem Gebäude in der Zwischenkriegszeit zwei Jahre lang der später berühmt gewordene und zum Generalfeldmarschall avancierte Erwin Rommel wohnte.

    Beim Anstieg hat man eine schöne Aussicht über das südliche Wiener Becken hinweg zur Hohen Wand und in das Schneeberggebiet sowie nach Wiener Neustadt, in der höheren Region führt die Route vorwiegend durch Wald. Markierung und Beschilderung sind ausreichend, bei der Wahl einer Rundtour aber gibt es beim Abstieg Probleme durch Baumschlägerungen, die nur mühsam zu umgehen sind. Für weniger "Geländegängige" empfiehlt sich die Rückkehr auf der Anstiegsroute.

    Der Weg zum und über den Gespitzten Riegel wird nur wenig frequentiert, lediglich auf dem entlang der Grenze Niederösterreich-Burgenland - der einstigen Grenze zwischen Österreich und Ungarn - führenden Weitwanderweg sind häufig Radler anzutreffen, doch gibt es auf dem breiten Güterweg genug Platz für Wanderer und Biker.

    Die Route: Vom Feuerwehrhaus in Frohsdorf auf der blauen Markierung nach Rosental. Vom nördlichen Ortsende weiter auf blau markiertem Weg nach Eichbüchl. Gehzeit eine Stunde. Der Dr.-Karl-Renner-Weg führt zum Schloss, unmittelbar danach hält man sich scharf rechts und steigt auf der blauen Markierung in einer weiteren Stunde zum Gespitzten Riegel auf.

    Wählt man für den Rückweg die Anstiegsroute, braucht man etwa zwei Stunden bis zum Ausgangspunkt. Bevorzugt man eine Runde, geht es vom Gipfel auf blauer Markierung weiter bis zum rot markierten Weitwanderweg, dem man nach rechts folgt. Auf der Lehne des Bergkogels zweigt nach rechts - leicht zu übersehen - die blaue Markierung ab, die in einem weiten Bogen zurück nach Rosental und zum Ausgangspunkt führt. Gehzeit ab Gespitztem Riegel rund 2½ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Album/14.4.2012)

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      foto: parent géry/de.wikipedia.org
    • Malachite und Azurite konnte man früher auf dem Gespitzten Riegel finden.
      foto: parent géry/de.wikipedia.org

      Malachite und Azurite konnte man früher auf dem Gespitzten Riegel finden.

    • Gesamtgehzeit 4 bzw. 4½ Stunden,  Höhendifferenz knapp 400 Meter. Restaurant in Eichbüchl  (Montag und Dienstag Ruhetage). ÖK25V Blatt 5207-Ost (Bad Sauerbrunn), Maßstab 1:25.000
      grafik: der standard

      Gesamtgehzeit 4 bzw. 4½ Stunden, Höhendifferenz knapp 400 Meter. Restaurant in Eichbüchl (Montag und Dienstag Ruhetage). ÖK25V Blatt 5207-Ost (Bad Sauerbrunn), Maßstab 1:25.000

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