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Unter einer Marcumartherapie muss der Gerinnungsstatus der Patienten engmaschig kontrolliert werden.
Mannheim - Trotz moderner, leitliniengerechter Behandlung besteht für Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben, ein Risiko von jährlich etwa zehn Prozent, einen weiteren Infarkt oder ein anderes kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden. Dieses Risiko lässt sich durch medikamentöse Therapie reduzieren, jedoch nicht in befriedigendem Ausmaß. Nun zeigen die Daten einer großen, multizentrischen Studie mit mehr als 15.000 Teilnehmern, dass Rivaroxaban, ein relativ neues gerinnungshemmendes Medikament, eine Verbesserung der Situation bringen könnte. Das berichtete Martin Moser, von der kardiologischen Universitätsklinik in Freiburg auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK) präsentiert wurden. Von Mittwoch bis Samstag (11. bis 14. April 2012) diskutieren in Mannheim rund 7500 Teilnehmer aus etwa 25 Ländern aktuelle Entwicklungen aus allen Bereichen der Kardiologie.
Patienten nach einem Herzinfarkt bedürfen einer dauerhaften Therapie und eines konsequenten Managements ihrer Risikofaktoren. Eine wichtige Rolle spielt die medikamentöse Beeinflussung der Blutgerinnung. Der Einsatz von Azetylsalizylsäure (Aspirin) in niedriger Dosierung ist hier Standard. Seit längerer Zeit gibt es jedoch auch Hinweise darauf, dass das Risiko zusätzlich durch Hemmung der Blutgerinnungskaskade - zum Beispiel durch Marcumar - reduziert werden kann. Moser: „Allerdings war dieser Vorteil mit einem nicht-akzeptablen Blutungsrisiko verbunden und damit keine Option für den klinischen Einsatz."
Hier kommen nun innovative gerinnungshemmende Medikamente ins Spiel, die auf anderen Wegen in die komplexen Abläufe der Blutgerinnung eingreifen. Ein Ziel für diese Substanzen ist der Gerinnungsfaktor Xa, der die Umwandlung von Prothrombin in Thrombin auslöst. Für Rivaroxaban - ein direkter Hemmer ("Inhibitor") von Faktor Xa - konnte bereits zum Beispiel in der Verhinderung tiefer Beinvenenthrombosen gute Wirksamkeit und Verträglichkeit nachgewiesen werden. Rivaroxaban wird oral in einer fixen Dosierung ohne Monitoring des Gerinnungsstatus verabreicht, was in der Praxis eine einfache Handhabung erlaubt.
Internationale Studie mit mehr als 15.000 Patienten
Um zu prüfen, ob Rivaroxaban in der Prophylaxe kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten nach Herzinfarkt ein günstiges Nutzen/Risikoverhältnis aufweist, wurde die ATLAS ACS 2 TIMI 51 Studie durchgeführt. Moser: „In Deutschland waren 23 Zentren beteiligt. In diese internationale, multizentrische, doppelblinde, ereignisgesteuerte Studie wurden 15.526 Patienten mit akutem Koronarsyndrom eingeschlossen. Die Patienten erhielten zusätzlich zu ihrer Standardbehandlung entweder Rivaroxaban in einer niedrigen Dosis (2x5 mg pro Tag) oder Placebo."
Die Studienbehandlung wurde erst einige Tage nach dem initialen koronaren Ereignis begonnen. Die mittlere Behandlungsdauer betrug 13,1 Monate. Der primäre Endpunkt der Studie bestand aus kardiovaskulärem Tod, Myokardinfarkt oder Schlaganfall und trat bei den mit Rivaroxaban behandelten Patienten signifikant seltener auf. Die Analyse der einzelnen Endpunktkomponenten zeigte, dass bei den Patienten in der niedrigen Rivaroxaban Dosisgruppe vor allem das Risiko eines erneuten Myokardinfarktes reduziert war. Dagegen waren in der sehr niedrigen Rivaroxaban Dosisgruppe insbesondere die kardiovaskuläre Todesrate (4,2% vs. 2,5%) und die Gesamttodesrate (4,5% vs. 2,7%) gegenüber Placebo signifikant reduziert.
Mit der Intensivierung der Gerinnungshemmung war erwartungsgemäß eine Erhöhung des Blutungsrisikos verbunden. „Allerdings ging die Behandlung mit Rivaroxaban erfreulicherweise nicht mit einem erhöhten Risiko für tödliche Blutungen oder anderen unerwünschten Wirkungen einher. Sobald diese Therapie für die Klinik zugelassen sein wird, kann - statistisch gesehen - durch die Behandlung von 56 Patienten mit der sehr niedrigen Dosis Rivaroxaban zusätzlich zur Standardbehandlung mit ASS und Thienopyridin ein Todesfall verhindert werden. Diese Therapie wäre somit sehr effektiv", fasst Moser zusammen. (red, 13.4.2012)
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„Allerdings ging die Behandlung mit Rivaroxaban erfreulicherweise nicht mit einem erhöhten Risiko für tödliche Blutungen oder anderen unerwünschten Wirkungen einher."
.... ich finde das sind gefährliche Worte. Will gar nicht wissen, wie viele Leute an den Folgen von Gerinnungshemmern sterben. Lässt sich halt nicht so leicht quantifizieren wie das Gegenteil und es fällt nicht so auf.
natürlich sterben menschen an Blutungen. das ziel ist es aber, dass es weniger sind, als durch div. Infarkte bei fehlender antikoagulation. wenn der patient am insult verstirbt ist es bei euch pharmaverschwörungstheoretikern ganz normal, bei einer Blutung durch das medi ist natürlich die "pharmamafia" schuld. dass netto aber mehr menschen überleben bzw gesund weiterleben ist da anscheinend unwichtig.
Medizin ist eine große Wahrscheinlichkeitsrechnung. leider verstehen dass nicht alle.
Es sind ja nicht immer massive Blutungen an denen Patienten versterben. Oft diffuse Sickerblutungen. Diese werden oft garnicht als solche Erkannt, bzw werden auch oft an anderen Fachrichtungen weitervermittelt, oder liegen dann zuhause rum.
zB bin ich mir sicher mehr Leute leiden/erliegen an den Folgen des hochgradig Antikoagulierten Intervalls nach einer Stent-Implantation. Noch viel mehr, als in der Studie erfasst werden.
Eine positiv verlaufene kardiovaskuläre Endpunktstudie? Mögen die alle in der Hölle schmoren!
Die Sache wird wohl ein wenig anders aussehen wenn Sie oder eines Ihrer Familienmitglieder vom Herzinfarkt betroffen ist und Sie sich fragen, wie man weitere Herzinfarkte vermeiden kann.
spritzt mir die Zähre aus dem Auge, ob soviel Altruismus.! peccato!
Äh, wie schaut eigentlich eine head to head studie zu Aspirin aus? Gibts nicht? What a pity!
lg
PS Bitte, Gutester, wenn's geht erzählen Sie mir bitte nichts vom Herzinfarkt, zufälligerweise ist das mein Job.
Sie sind sicher bei Bayer angestellt?
Ich habe wirklich nichts gegen Xarelto.
Aber Direktmarketing ist uncool.
lg
Wie schade, damit scheint wohl auch ausgeschlossen zu sein, dass je eine gemacht wird. Weil es ja offenbar nur einen Wirkstoff in der Sekundärprophylaxe geben kann - Pech gehabt, liebe Non-Responder, die Frau mit dem Herzinfarkt als Job hat gesprochen.
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