Zuckerberg wickelte Facebook-Instagram-Deal in zwei Tagen ab

13. April 2012, 10:02
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Die Transaktion lief in Eigenregie des 27-jährigen Facebook-Chefs ab

Seit der Übernahme des Foto-Dienstes Instagram durch Facebook wird allerorts über die Beweggründe spekuliert. Nun hat sich herausgestellt, dass der 1-Milliarden-Dollar-Deal primär in Mark Zuckerbergs Eigenregie abgelaufen ist. Und gebraucht hat er dafür zwei Tage, berichtet etwa die New York Times.

In zwei Tagen unter Dach und Fach

Kaum hatte Instagram seine letzte Finanzierungsrunde, die rund 50 Millionen US-Dollar einbrachte, abgeschlossen und die Tinte auf dem Vertrag trocken, kontaktierte Zuckerberg Instagram-CEO Kevin Systrom. Ohne Umschweife machte der 27-Jährige sein Vorhaben klar: Er wollte Instagram kaufen. In den nächsten 48 Stunden machten sich die beiden Unternehmen die Details für die 1-Milliarden-Dollar-Übernahme aus, die die größte Akquirierung in der Geschichte des sozialen Netzwerks darstellt. Bis Sonntag war der Deal unter Dach und Fach und wurde am Tag darauf bereits der Öffentlichkeit verkündet - der WebStandard berichtete.

"Wichtiger Meilenstein"

Auf seinem privaten Facebook-Profil bezeichnete Mark Zuckerberg die Transaktion als "wichtigen Meilenstein" für das Unternehmen.

Machtposition Zuckerbergs

Dass der Riesen-Deal so rasch "zusammengeschustert" wurde, unterstreicht einmal mehr die Position von Zuckerberg in Facebook und in welchem Tempo es in dem sozialen Netzwerk zur Sache geht. Der 27-Jährige besitzt 28,4 Prozent der sogenannten Class-B-Aktien und hat - mit Zustimmung anderer Investoren - das Stimmrecht über 57 Prozent der Class-B-Anteile. Es wird erwartet, dass seine Position weiter gestärkt wird, sobald die Class-B-Aktionäre ihre Anteile verkaufen.

Motive

Trotzdem wurden in der Vergangenheit die meisten Transaktionen von Amin Zoufonoun erledigt. Der ehemalige Google-Manager wurde im vergangenen Jahr an Bord geholt.

Einer der Gründe für die Übernahme ist sicherlich Facebooks Plan, künftig auch in den mobilen Versionen Werbung anzuzeigen. Zudem hat Mark Zuckerberg wohl Instagrams beeindruckenden Aufstieg als potenzielle Gefahr gesehen - ob alleine oder in den Händen eines Konkurrenten wie Google oder Twitter. 

Instagram für Android

Obwohl der Facebook-Chef schon zuvor Interesse für den Fotodienst bekundet hatte, hat sich Facebook erst nachdem Instagrams lange erwartete Android-Version veröffentlicht worden war, das kleine Start-Up geschnappt. Die App wurde in den ersten sechs Tagen fünf Millionen Mal heruntergeladen. Inzwischen rangiert Instagram auf Platz eins im App Store. (ez, derStandard.at, 13.4.2012)

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    Facebook-Chef Mark Zuckerberg

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