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"public plots on private plots 2012: Internationales Symposium zu Gartenarchitektur", 29. September 2012, 3400 Klosterneuburg
Gefangen in der eigenen Gedankenwelt, murmelt die Gärtnerin, der Gärtner (kurz: das Gärt) seltsame Formeln, während es seiner Tätigkeit scheinbar gedankenverloren nachgeht.
Als dumpfe Baseline zum schrillen Gezwitscher der Vögel und zum sphärischen Rascheln des Laubs sorgt das Gärt für seine ureigensten Downbeats. Das Stakkato des Spechts sorgt für höchste bpms in der sonst sehr chilligen Klangwolke der Privatgärten. Ein interdisziplinäres Forscherinnenteam, besetzt mit den Besten aus den Fächern Linguistik, Ethologie und Mathematik, hat diese individuellen Klangwolken aufgenommen, analysiert und die Ergebnisse nun der interessiert-besorgten Bevölkerung zur Verfügung gestellt.
Die Baseline, das Gemurmel der Gärtner und Gärtnerinnen, wurde extrem verlangsamt abgespielt, um es dann mit vielfacher Geschwindigkeit erneut aufzunehmen. Natürlich erst, nach dem man Gezwitscher und Geraschel herausgefiltert hatte. Und was kam da den Forscherohren zu Ohren? Es sind uralte Formeln, die vermutlich im ewigen Kreislauf der Natur im Zusammenspiel mit den Gärtnerinnen und Gärtnern entstanden sind; Gedankenwolken, die nicht anders Ausdruck finden; emotionale Ventilisationen, die erst durch unergründbare Erfahrungen entstehen können. Horchen wir hinein!
Nachháltig
Da ist die Rede vom Garten als Verbindung von Architektur, Ökologie und Landschaft. Als Ort der Innovation und Produktion, aber auch als Spiel- und Handlungsfreiraum - ja, Handlungsfreiraum. Das Gemurmel bemurmelt Ideen des Gestaltens, befasst sich ausgiebig mit künstlerischer, ökologischer und konzeptueller Qualität und umreißt mögliche Pflanzen- und Materialverwendung.
Dies als Grundrhythmus in der Baseline, setzt die Sprache Gedanken in neue Laute um, Laute, die nach intensiver Analyse eine Sprache zeigen, die von Verknüpfung von Innen- und Außenraum spricht, von Raumbegrenzung und Freiraumorganisation - ja, Freiraumorganisation. Der jedoch meist strapazierte Begriff im Rahmen dieser ersten Forschungsergebnisse ist die Nachhaltigkeit. All die angeführten Parameter sollen nachhaltig sein (mit Betonung auf dem zweiten A, also nachháltig).
Findige Kreative und rasche Umsetzer haben sich diese Forschungsergebnisse sofort zunutze gemacht und verwenden nun diese uralten, nun erstmals entschlüsselten Formeln als Einladung und Ausschreibung zu einem Wettbewerb, und zwar Wort für Wort. Nur wer den angeführten Kriterien entspricht, hat die Möglichkeit, einen Preis zu gewinnen. Einen Preis für den "best private plot" - den besten Garten 2012.
public spots on private plots
Dieser Preis soll jene Leistungen auszeichnen, die herausragend in der Gestaltung nachhaltiger privater Freiräume und Gärten sind. Darüber hinaus muss der Freiraum/Garten eindeutig einem privaten Wohn- und Nutzungszusammenhang zuordenbar sein, der allerdings erst nach dem 1. 1. 2002 fertiggestellt worden ist. Garteninterventionen sind jedoch zulässig (hier sollten die Forscher noch einmal genau hinhören). Die Zuerkennung des Preises erfolgt durch eine internationale Fachjury am 29. September 2012 in Klosterneuburg, Unterlagen zum Einreichen gibt es ab April 2012 unter www.privateplots.at.
Das Schöne an dieser Preisverleihung ist das zeitgleiche Stattfinden des Symposiums public spots on private plots, in dessen Rahmen die Jury auch gleichzeitig die Fachreferenten und Fachreferentinnen sind. Im Fokus steht der private Freiraum als Gestaltungsaufgabe, und zusätzlich zu den intensiv zu diskutierenden Punkten, wie zum Beispiel der Garten als Spiegel von Lebensweisen, Zeitgeist und Visionen, werden neue Aspekte ausgerollt. Welche Art von Räumen stellen Gärten zur Verfügung, wie werden Gärten genutzt, was macht die Stadt diesbezüglich, und welche Erweiterungen des Gartenbegriffs sind erkennbar? Dieser Preis wurde bereits fünfmal vergeben, jedoch wurden noch nie murmelnde Gärtnerinnen und Gärtner vor Ort angetroffen. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 13.04.2012)
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychiater, und ein Garten kommt zu Ihnen - Redet er ständig vom Dachs, hat er keinen Dach(s)schaden - Das Problem liegt tiefer. Also beim Boden, meint Gregor Fauma
Der Herbst ist der Höhepunkt des Gartenjahres - so zur rechten Zeit vorgesorgt wurde
Die Kiwi und ihre Klischees: Die populäre Neuseeländerin ist in Wahrheit gebürtige Chinesin, und dass sie in Österreich nicht reifen mag, ist auch Blödsinn
Das Nachtschattengewächs mit dem heißumstrittenen Namen wird gern auf dem Balkon gezogen - Gregor Fauma über Theorie und Praxis der Tomate
Zurückstutzen oder wuchern lassen? Das ist die Frage, die über die Süße der Trauben entscheidet - Gregor Fauma gibt Tipps für die Rebenpflege
Wenn die Groupies kommen, kriegt Gregor Fauma zwar Schampus verehrt - aber anstrengend ist es schon
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Dass der Wind noch selten etwas Gutes gebracht hat, können Gärtner aus ganzer Seele bestätigen - Gregor Fauma über den Feind der zarten Blüte
Trittpflanzen vertragen einiges. Nur wenn man sie in Beeten und Kübeln ansiedeln möchte, leisten sie Widerstand
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