Tausende bei Trauerfeier für Mitarbeiter der Brüsseler Verkehrsbetriebe

12. April 2012, 19:32

Das Gewaltopfer wurde im Familienkreis beigesetzt

Brüssel - Tausende Menschen haben am Donnerstag dem getöteten Mitarbeiter der Brüsseler Verkehrsbetriebe das letzte Geleit gegeben. Zwei- bis dreitausend Menschen begleiteten den Sarg des 56-jährigen Familienvaters durch die Brüsseler Innenstadt, wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Polizei berichtete. Der Tote sei im Familienkreis beigesetzt worden, hieß es auf der Online-Seite der Tageszeitung "Le Soir".

Der Mann war am Samstag mit einem Faustschlag getötet worden, als er einen Verkehrsunfall zwischen einem Bus und einem Auto aufnehmen wollte. Der beteiligte Autofahrer hatte einen Bekannten herbeigerufen, der zugeschlagen haben soll. Danach gingen die Kollegen des Opfers aus Protest gegen die aus ihrer Sicht schlechte Sicherheitslage tagelang in den Ausstand.

70 zusätzliche Polizisten

Mehrere belgische Politiker erwiesen dem Getöteten die letzte Ehre, darunter Innenministerin Joelle Milquet, Finanzminister Steven Vanackere und Brüsseler Lokalpolitiker. Nach dem tödlichen Übergriff hatte Milquet zusätzliche Polizisten und Sicherheitspersonal für das Nahverkehrsunternehmen STIB zugesagt.

Schon ab Freitag sollen 70 zusätzliche Polizisten im Nahverkehr im Einsatz sein, innerhalb der kommenden zwei Monate soll ihre Zahl auf 100 steigen. Um das kurzfristig möglich zu machen, sollen die Beamten Überstunden schieben, erklärte der Ministerpräsident der Brüsseler Hauptstadtregion, Charles Pique, gegenüber Belga.

Nachdem am Mittwoch erste Busse und Bahnen den Betrieb wieder aufnahmen, war der Verkehr am Donnerstag noch stark eingeschränkt. Ab Freitag soll sich die Lage wieder normalisieren. (APA, 12.4.2012)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.