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Jetzt reicht es: Die Debatte über Günter Grass und sein als Gedicht getarntes Pamphlet "Was gesagt werden muss" und das von Israel verhängte Einreiseverbot ist gerade abgeflaut, da legt er noch einmal nach. Sein Vergleich Israels mit der DDR und Burma ist völlig überzogen. Der Schriftsteller schafft das schier Unmögliche, die hysterische und unkluge Reaktion der israelischen Regierung, Grass zur Persona non grata zu erklären, noch zu überbieten.
Israel hat Grass mit dem Einreiseverbot einen großen Gefallen erwiesen, er konnte sich als Attackierter stilisieren. Grass wirft in seinem Gedicht Israel vor, einen atomaren "Erstschlag" vorzubereiten mit dem Ziel, das "iranische Volk auszulöschen". Damit rückt er den Iran in die Opferrolle und macht Israel zum Aggressor.
Grass polemisiert und pauschalisiert: Er schreibt Israel und meint in Wahrheit die Politik der Regierung von Benjamin Netanjahu. Er blendet aus, dass der iranische Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad Israel wiederholt als "Schandfleck" bezeichnet hat, der "aus der Mitte der islamischen Welt beseitigt werden muss". Israel muss sich deshalb gefährdet fühlen und denkt über seine Verteidigung nach.
Netanjahus Kriegsrhetorik kann, darf und muss kritisiert werden, wie dies auch US-Präsident Barack Obama gemacht hat. Israel ist Atommacht, hat - anders als der Iran - den Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben. Die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde dürfen die relevanten Anlagen nicht kontrollieren - was die internationale Gemeinschaft aber vom Iran verlangt. Das wird häufig ausgeblendet.
Auch die Tatsache, dass Netanjahu trotz UN-Resolutionen den Siedlungsbau in Palästinensergebieten fortsetzen lässt, muss immer wieder kritisiert werden. Das verstößt gegen internationales Recht und wird nicht geahndet.
All das muss gesagt werden - aber das hat Grass eben nicht geschrieben. Sein Gedicht, sein Interview und nun "meine Antwort auf jüngste Beschlüsse", wie Grass sie nannte, machen deutlich, worum es dem Literaturnobelpreisträger eigentlich geht: recht zu haben und recht zu behalten. Wenn er klagt, dass Israel "keiner Ermahnung zugänglich" ist, dann will er auch maßregeln.
Wie er es ebenso mit den Kritikern in den Medien macht: Er lässt jede Differenzierung missen und spricht von "Hordenjournalismus" und Gleichschaltung - einem Begriff, der aus der NS-Zeit stammt. Und er will sich in diesem Zusammenhang auch nicht seine Vergangenheit vorhalten lassen, dass er als 17-Jähriger sich freiwillig zur Waffen-SS gemeldet hat. Aber seit sich Grass erst 2006 dazu bekannt hat, ist er seine Rolle als Moralinstanz los. Auch das muss gesagt werden.
Wer austeilt, muss auch einstecken können. Wer pauschal urteilt, muss auch pauschale Beurteilungen hinnehmen. Das gilt auch für einen Groß-Schriftsteller wie Grass. Viele Reaktionen in Deutschland wie Israel waren jedoch überzogen: Grass wurde als Irrer, Nazi und Antisemit beschimpft.
Der Autor der wunderbaren Blechtrommel wusste sehr wohl, was er schreibt und wie er das, was er meinte, sagen zu müssen, beschreibt. Was in einem Menschen nicht drinnensteckt, kommt nicht zum Vorschein.
Seine Motivation ist aber nach wie vor unklar - auch wenn ihm die "Süddeutsche Zeitung" Platz für Gedicht, Interview und Replik einräumte - und im Gegenzug mit Kritik sparte. Auch das hätte Grass sagen müssen. (Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD, 13.4.2012)
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Nicht dass man tatsächlich so wahnsinnig wäre, den Iran anzugreifen (ich hoffe zumindestens nicht), aber ein bißchen mehr vom Rohstoff Angst wünscht man sich schon. Schließlich wird Deutschland noch immer am Hindukusch verteidigt.
http://www.linkswende.org/5759/Die-... gsluestern
dass es der isralischen REgierung ziemlich egal ist was andere über sie denken. Und sie wird sich auch von nix und niemand davon abhalten lassen Schritte gegen den Iran zu unternehmen. Schon gar nicht von Leuten wie Grass. Die Geschichte mit Grass könnte eher sogar zu einer Trotzreaktion Israels führen frei nach dem Motto "Jetzt erst recht".
Seine Motivation sei unklar.
Was wäre, wenn seine Motivation einfach darin bestünde, dass er einen Erstschlag mit darauffolgender (auch atomarer) Eskalation für möglich hält oder befürchtet - und das darauf reflexmäßig erfolgte A-sem-gewäsch völlig überflüssig wäre?
und das darauf folgende Gewäsch völlig überflüssig wäre?
Israelkritiker haben nichts außer Mutmaßungen, Was-wäre-wenn Fragen und Denunziationen:
Es reicht schon etwas als A-sem-Gewäsch zu bezeichnen, das ist für sie schon ein Argument. Weil sie nichts Substantielles erwidern können reicht schon die Denunziation aus um den Reflex her zustellen, dass der Vorwurf des Antisemitismus das Problem sei.
Besser kann es der Antizionist nicht sagen.
Wunderbarer Vergleich - jetzt haben wir die aggressive Paranoia beisammen
Ich richt also ein Maschinengewehr auf meinen Nachbarn, aus dessen Äußerungen ich eine Bedrohung herausgelesen habe, du stellst dich an meinen Zaun um mir vor Augen zu führen was ich hier treibe, und dein unsauberer Hund macht auch noch Probleme, die ich der Weltöffentlichkeit mitteilen werde
hier nur anders genannt, "darauf reflexmäßig erfolgte A-sem-gewäsch". reflexartig, also nicht überlegt, sondern einfach so kommt das antisemitismusgewäsch. egal, was forscher und forscherinnen auf dem gebiet der sozialwissenschaften dazu sagen, egal die tausende posts, die aufgrund de sgedichts ihren israelhass hervorgegraben haben, egal, dass nazis genau so argumentieren, wie auch hier im forum, alles wurscht, alle vorwürfe geschehen "reflexartig".
da wird die israelische politik kritisiert, und sie jammern, "dass nazis genau so argumentieren"
q.e.d.
es stimmt schon, was kürzlich ein kommentator meinte:
natürlich ist kritik an israel nicht tabu. nur wird, wer sie äußert, sofort als antisemit diffamiert
Die stets gut unterrichteten Journalisten versichern allen Lesern aber, daß sowohl die Politiker dort, als auch die Massenvernichtungswaffen lediglich zweitschlagsfähig sind, daß nur der angereicherte Grass erstschlagfähig ist und demgemäß journalistisch entschärft gehört.
Denke, da wird nichts passieren, nachdem nun, der vom Nahen Osten ausgehende, Weltfrieden herbeigeschrieben wurde.
daß reine Zweitschlagsatombomben existieren, die nie auf eventuelle, freche Erstschlagaktivierungen reagieren würden.
Praktisch regierungskritische Atombomben.
Ein technischer Fortschritt!
Schläft man gleich viel besser.
Jetzt muß es nur noch der überhaupt nicht selbstgleichgeschalteten Presse gelingen, mit Hilfe vieler unkoordinierter Einzelaktionen, diese unerhörten Grass-Texte endlich zu entschärfen.
Ergebnis: Weltfrieden & stuff.
Die ebenso unkoordinierten Pressekampagnen re sabotierter Resolutionen und nicht unterzeichneter Sperrverträge, stehen übrigens noch aus.
Bin sicher, das wird globewide sofort nachgeholt, wenn man endlich mit Grass fertig ist, aber spätestens, wenn er endlich unter der Erde ist.
Versprochen?
Wie er auf der Zahl kommt, bleibt rätselhaft. Es waren 3 Millionen Gefangene, davon starben 1 Million (trotz des verbrecherischen NS-Regime eine Schande, dass so viele starben). In deutscher Gefangenschaft starben übrigens 3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene, man hat sie verhungern lassen.
Auf die 6 Millionen kommt er wohl nur, wegen den 6 Millionen toten jüdischen Opfer der Shoa - allein das ist perfide genug, aber dass ein ehemaliger freiwilliger Waffen-SSler nicht mehr von der Shoa reden will, sondern über seine Kameraden, die Teil des verbrecherischen Angriffskrieg waren, das ist wirklich nur noch das Letzte.
Nach sehr guten Kommentaren in den deutschen Medien, nun auch ein sehr guter hier. Stoppt die Rechten hat einen Artikel mit vielen Links zu Kommentaren und Reaktionen aus Deutschland: http://www.stopptdierechten.at/2012/04/0... emitismus/
dazu schreiben!
(Etwa gestern bei Fr. Illner hat Friedmann im Anfangsstatement mit jeder falschen Behauptung das Nicht-Gelesen-Haben untermauert.) Es ist von Antisemitismus, vom Angriff auf Juden, vom atomaren Erstschlag die Rede.
Sie sagen, es werde ausgeblendet, dass der Iran keine Inspektionen zulässt. Nein, Grass hat genau das verlangt, allerdings auch die Inspektion des israelischen Waffenarsenals.
Ausgeblendet wird, dass Grass Deutschlands unverantwortliche Waffenpolitik aufs Korn nimmt.
Ja Grass wusste, was er schreibt. Aber Sie nicht. Sie wiederholen die stereotypen Vorwürfe derjenigen, die nur von anderen abschreiben, ohne den Wahrheitsgehalt zu überprüfen.(freiwillig zur WaffenSS, Vergleich mit DDR, atomarer Erstschlag)
Schade Frau Föderl-Schmid!
Sie hätten Sich und uns allen einen Gefallen getan, wenn Sie Ihre Chance genutzt hätten, nicht nur dieses Gedicht abzuqualifizieren, sondern auch das Verhalten der Politiker in Israel zu hinterfragen...
Ok, ich verstehe dass dieser Kommentar in erster Linie dem Herausgeber und der Isrealitischen Kultusgemeinde zu gefallen hat...
Sogar logisch, wenn man davon ausgeht, dass Sie ihren Job (behalten) mögen...
Nur, selbst in den israelischen Medien wird dieses Gedicht (und die Reaktionen der Politik) kritisch diskutiert!
Ein Blick auf die Webseite von harretz.com würde genügen und Sie würden erkennen, dass Grass sehr viele Beführworter hat!
Aber, diese Sichtweise ist in Mitteleuropa wohl nicht gewünscht!
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