Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Wien - Der vierzehnte Befragungstag im U-Ausschuss begann nicht mit dem Löchern von Zeugen, sondern dem Aufstellen von Ultimaten. In einer Besprechung der Fraktionsleiter bestand die Opposition auf die Ladung weiterer Auskunftspersonen zur Causa Telekom, andernfalls drohte sie den Regierungsfraktionen eine zweite Sondersitzung des Nationalrates zum Thema an.
ÖVP-Fraktionschef Werner Amon stellte eine andere Bedingung. Wenn es gelänge, Gernot Schieszler, Exfinanzvorstand der Mobilkom und Kronzeuge in der Causa Telekom, in den Zeugenstand zu holen, könne man über weitere Auskunftspersonen aus dem ÖVP-Bereich reden. Dazu setzte Amon der Opposition dieselbe Frist für sein Ultimatum, die Blau, Orange und Grün zuvor für Rot und Schwarz ausgegeben hatten: Bis 15 Uhr sei von der Vorsitzenden Gabriela Moser (Grüne) in Erfahrung zu bringen, ob Schiesz ler, dessen Aussagen im U-Ausschuss bis jetzt nicht bestätigt seien, von der Staatsanwaltschaft für eine Ladung freigegeben werde.
Am Abend stand fest: Keine Einigung gefunden, die Sondersitzung droht, ein Termin ist offen.
Am eigentlichen Schauplatz des U-Ausschusses, im Budgetsaal des Parlaments, nahmen die Fraktionen am Donnerstag ein zweites Mal den ehemaligen Telekom-Lobbyisten Peter Hochegger in die Mangel. Stets höflich und geduldig stellte sich der Zeuge, dem das großzügige Verteilen von Telekom-Geldern ohne Gegenleistung nachgesagt wird, vier Stunden lang den Fragen. Bereitwillig erzählte Hochegger, wie sein Lobbyingnetzwerk funktioniert hat: "Es war die Überlegung, Expolitiker aufgrund ihrer Kontakte, ihrer Beziehungen und ihres Know-hows partiell an die Agentur zu binden." Wie etwa Exinnenminister Ernst Strasser (ÖVP) oder die ehemalige Grüne Monika Langthaler.
Bloß: Auch bei seiner zweiten Einvernahme standen viele Aussagen Hocheggers im Widerspruch zu den Angaben anderer Zeugen. Und: Auch diesmal konnte der Lobbyist kaum Gegenleistungen für verteilte Telekom-Gelder glaubhaft machen.
Etwa im Fall der ehemaligen ÖVP-Telekom-Sprecherin Karin Hakl: Insgesamt seien 20.000 Euro an "Druckkostenbeitrag" von seiner Firma Valora an die Agentur Headquarter geflossen, allerdings ist auf einer der Rechnungen die Erstellung eines Firmenprofils ausgewiesen. Hochegger versicherte, er habe kein Firmenprofil bei Hakl in Auftrag gegeben. Vorhaltungen des Grünen Peter Pilz, dass es sich also um eine Scheinrechnung gehandelt habe, wies Hochegger zurück: "Hakl war für die Telekom eine wichtige Ansprechperson, es war ein Anliegen, dass sie weiterhin so aktiv diese Themen artikuliert."
Schweigen zur Gesamtsumme
Seine Gesamtausgaben für das Pflegen seiner Netzwerke konnte oder wollte Hochegger nicht nennen. Nur so viel: Er behauptete, insgesamt von der Telekom etwa 7,3 Millionen Euro netto an Honoraren erhalten zu haben, circa zehn Prozent seien in die Netzwerkpflege geflossen. Einwand von Stefan Petzner (BZÖ): Allein die Zahlungen an Ex-Vizekanzler Hubert Gorbach sollen ja fast 300.000 Euro ausgemacht haben. Hochegger pariert, dass es sich dabei um einen Beratervertrag gehandelt habe. Und überhaupt: "In meiner Wahrnehmung habe ich eine Gegenleistung erhalten."
Auch angesichts der Telekom- Zahlungen von 90.000 Euro im Jahr 2004 an das FPÖ-Organ Neue Freie Zeitung war Hochegger um keine Antwort verlegen: "Ich kann mir nur vorstellen, dass es im Rahmen des Projektes war, die gesundheitliche Schädlichkeit des Mobilfunks zu thematisieren."
Das BZÖ vermutet Falschaussagen Hocheggers und will der Justiz eine Sachverhaltsdarstellung übergeben. Der frühere Festnetz-Vorstand der Telekom Austria, Rudolf Fischer, entschlug sich seiner Aussage. Es habe immer schon Gefälligkeiten gegeben, das sei keine Korruption. (nw, DER STANDARD, 13.4.2012)
Der Unternehmer kam als letzte Auskunftsperson und verglich die Befragung mit "Gestapo-Methoden", nahm den Vergleich aber wieder zurück. Beim Verkauf der Mobiltel gibt es Hinweise auf ein Scheingeschäft
Investor entschlug sich zum Thema Ostgeschäfte der Telekom Austria
Hoffmann: Sehr erfolgreiche Arbeit bis zum Sommer, danach nicht mehr so intensiv
Investor Martin Schlaff lieferte bei seiner Befragung keine neuen Erkenntnisse - Er empörte die Abgeordenten mit einem Gestapo-Vergleich
derStandard.at berichtete 330 Stunden live aus dem U-Ausschuss - eine Zusammenfassung
Der frühere Asfinag-Vorstand Franz Lückler und der ehemalige ÖBB-Mediensprecher Walter Sattlberger haben ausgesagt
Petzner-Anzeige gegen Landwirtschaftsminister und Ex-ÖVP-Chef Josef Pröll - Sachverhaltsdarstellung von BZÖ
"Bauernzeitung ist größte landwirtschaftlich Zeitung"
Staatssekretär statt Kanzler im U-Ausschuss: Josef Ostermayer erklärte den Abgeordneten eloquent, wieso er nie Druck auf Asfinag und ÖBB ausgeübt habe, Inserate zu schalten - Umweltminister Nikolaus Berlakovich geriet hingegen in Erklärungsnot
Nur vier Sektionschefs sagten vor dem U-Ausschuss über die Vergabe von Staatsbürgerschaften aus, die Ladung von Politikern hatten die Regierungsparteien verhindert
Gegen Meinung der Fachbeamten - Vier Sektionschefs zu Staatsbürgerschafts-Thema geladen
Ex-Asfinag-Vorstand Reichhold machte trotz Androhung einer Beugestrafe "keine Angaben"
Ex-Bahnsprecher Pippan: ÖBB fügte sich Wunsch des Ministeriums - RH-Prüferin: Krone-Kolumne war eher Imagekampagne für Faymann
Der Bundeskanzler unter Beschuss: Ein Ex-ÖBB-Sprecher erzählt, wie Faymanns Verkehrsministerium bei Kampagnen Regie geführt habe. Für den Boulevard soll der heutige SPÖ-Chef Millionen gefordert haben
Die Justiz wirft Kanzler Faymann vor, an den Inseratenvergaben aktiv beteiligt gewesen zu sein. Bei der ÖBB-Kampagne in der "Kronen Zeitung" habe das Verkehrsministerium sogar die Artikel freigegeben
Amon über U-Ausschuss: "Gab immer Pläne, im Frühherbst fertig zu werden" - Ex-Minister Reichhold sagt wegen Ernteeinsatzes ab - Faymann-Sprecher Landgraf sagte aus
SPÖ soll Druck auf Berichterstattung erhöht haben - ÖVP-Kritik an "Zeit im Bild"-Berichterstattung - "Konsequenzen" in Fragen des ORF-Gesetzes
Ex-ÖBB-Pressesprecher Pippan: Inseratenauftrag kam aus Kabinett - Es gab keine Mediaplanung für die Inseratenschaltungen in der "Kronen Zeitung" - Huber entschlug sich großteils
Letzte Sitzung vor der Sommerpause zum Thema Glücksspiel - Befragung von Ex-Casinos-Austria-Vorstand Leo Wallner abgebrochen
Als Friedrich Stickler von der geplanten Änderung des Glücksspielmonopols erfahren hatte, war er fassungslos - Hektisch habe der Lotterienchef die ÖVP über die Konsequenzen informiert, sagte er im U-Ausschuss - Sie zog ihre Zustimmung zurück
Stickler: Telekom und Novomatic planten "Staatsstreich" - "Hat mich kalt erwischt" - Hektische Telefonate mit ÖVP, Wirtschaftskammer, Sportvertretern
Ex-Finanzminister über dubiose Zahlungen während seiner Amtszeit - Hochegger mit Erinnerungslücken: Meischberger war "Mastermind"
Causa Glücksspiel letzter Tagespunkt - Antrag auf Ladung von Westenthaler abgelehnt
Lobbyist wortkarg - Ex-Vorstand Fischer: Telekom bezahlte Mensdorff für Tetron - Bis zu 4,4 Millionen Euro sollen an Mensdorff geflossen sein
Langsam entwirren die Abgeordneten die Fäden um die Vergabe des Blaulichtfunkvertrags
massiv dem Ansehen der Politik. Nur ein paar politische Profilierungsneurotiker (Pilz, Petzner,..) haben ihre unverhohlene Freude daran und pulvern lustig Steuerzahlergeld dafür raus. St.Rache freut sich.
Jeder hat hier Dreck am Stecken. Das gehört von der StA und den Gerichten geklärt, aber nicht aufgebauscht. Weil es profitieren Parteien wie die FP. Und das mE zu Unrecht.
müssen diesen marketing-gag der pilz truppe zahlen.
von der restlichen grünen führungsebene kommt ja sowieso nur mehr kopfschütteln, was sich die großen fraktionen alles gefallen lassen.
wenn's dir wirklich ums geld gehen würde, dann müsstest du aber ANDERE sachen hinterfragen als den UA an sich...
wieviel zahlt denn der hochegger für solche krampf postings? müssen ja unmengen sein, immerhin gibts da ja mal zur abwechslung a reale leistung, das wird teuer wenn "weniger als heisse luft" schon so viel kostet ;)
Wegen Typen wie dir hab ich immer schwache Momente, in denen ich am allg. Wahlrecht zweifle... Dann setzt aber das Hirn wieder ein.
Immer alles schön unter den Teppich kehren, was? Der verziert den Dreckhaufen aber nur noch, von verdecken kann keine Rede sein!
Das Spektakel kostet grundsätzlich nicht viel. Die meisten dort sind schon bezahlt, und das drum herum ist Beserlgeld gegen das,
was uns Minister als frühere Banker oder
landeseigene Energieversorger kosten.
Viel mehr kostet es an Glauben an die Politik (nicht an die Politiker): "Sind alles nur korrupte Schweine, die sich an den Geldern anderer bedienen".
Und wie schwach/rückhaltslos unsere gewählten Vertreter sind, zeigt sich am Umstand, dass sie Parteifreunde verteidigen, weil sie fürchten, dass sie nachher selbst einmal Verantwortung übernehmen müssen.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.