Die Angst vor zu viel Bargeld

Günther Oswald, 12. April 2012, 18:03
  • In einigen Ländern will man größere Barzahlungen zurückdrängen. In Österreich geht die Diskussion darüber erst los.
    foto: standard/cremer

    In einigen Ländern will man größere Barzahlungen zurückdrängen. In Österreich geht die Diskussion darüber erst los.

Italien und Spanien erhoffen sich durch Obergrenzen höhere Einnahmen, die SPÖ sieht man sich das Modell an, Experten gewinnen ihm etwas ab

Wien - Die Überlegung ist recht simpel. Je häufiger die Bürger auf elektronischem Weg samt Dokumentation bei einer Bank bezahlen, desto schwieriger wird Steuerbetrug oder Geldwäsche. In Italien hat die Regierung unter Premier Mario Monti im Vorjahr eine 1000-Euro-Grenze für Bargeldgeschäfte eingeführt, in Spanien plant die neue konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy eine Grenze von 2500 Euro.

Registriert hat man diese europäische Entwicklung auch schon bei der SPÖ. "Das ist nichts, was wir per se ablehnen", heißt es hinter vorgehaltener Hand. Offiziell will man sich aber noch nicht äußern. Vorher will man intern mögliche Vor- und Nachteile klären. Zu bedenken sei etwa, ob eine Bargeldgrenze für bestimmte Bevölkerungsgruppen nicht zu Problemen führen könnte. Laut Schätzungen des Sozialministeriums gibt es nämlich noch immer rund 150.000 Österreicher, die kein Girokonto haben.

Im Büro von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) sieht man jedenfalls keinen Handlungsbedarf in Österreich. Verwiesen wird auf eine Verordnung, laut der Unternehmer mit mehr als 150.000 Euro Umsatz im Jahr ohnehin schon alle Bareinnahmen und -ausgaben aufzeichnen müssen.

Der Steuerrechtler Karl Bruckner spricht hingegen von einer "brauchbaren Idee". Grenzen von 1000 oder 2500 Euro seien aber "viel zu niedrig", sie würden "den Geschäftsverkehr erheblich behindern". Im Einzelhandel sei es beispielsweise jenseits jeglicher Steuerhinterziehung üblich, auch größere Summen in bar zu bezahlen, weil sonst Gebühren der Kreditkartenunternehmen anfallen (die letztlich zu höheren Preisen führen). Überweisungen seien nur in Ausnahmefällen möglich, weil sonst der Handel das volle Risiko trage, wenn der Kunde nicht bezahlt. Bruckner hielte daher eine Grenze von 5000 bis 10.000 Euro für sinnvoller.

Organisierte Kriminalität

Es stelle sich aber auch die Frage, ob man mit Bargeldgrenzen wirklich die Steuerhinterzieher dingfest machen könne. Einen Kunden, der sich 20 Prozent Mehrwertsteuer ohne Rechnung ersparen kann, werde eine Strafe von 25 Prozent, wie sie in Spanien im Gespräch ist, wohl kaum abschrecken, meint Bruckner.

Der auf Schwarzarbeit spezialisierte Linzer Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Schneider meint, die Maßnahme könnte helfen, die organisierte Kriminalität zu bekämpfen, weil dort häufig sehr hohe Barbeträge im Spiel sind. Schwarzarbeit könne aber kaum verhindert werden.

Laut Umfragen gingen zwei Drittel der Umsätze in der Schattenwirtschaft auf Kleinaufträge bis 700 Euro zurück. Um diesen Bereich einzudämmen, müsste man also komplett auf bargeldlosen Zahlungsverkehr umstellen. " Das ist dann aber auch Überwachung pur. Das lehne ich ab", sagt Schneider.

Vielleicht würde es aber schon reichen, die 500- und 200-Euro-Scheine aus dem Verkehr zu ziehen. Da mit ihnen leicht große Geldmengen transportiert werden können, sei der Euro die "Wahlwährung des Untergrunds und der Schattenwirtschaft", wie Citigroup-Chefökonom Willem Buiter vor einigen Jahren schrieb. (Günther Oswald, DER STANDARD, 13.4.2012)

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Die USA werden von Ihnen als Positivbeispiel für den Umgang mit Geld angeführt...?
Man merkt da hat wer nachgedacht! ;)

Für bargeldlose Zahlungsprozesse können wir uns dort einiges abschauen.

Können ja, aber warum sollten wir das wollen?

Ich persönlich habe weder Bedarf an noch mehr Überwachung noch an einer ständig wachsenden Abhängigkeit vom Goodwill der Banken und Behörden.

Ich kann Ihnen sagen warum ich Plastikgeld will:
weil eine Unterschrift wesentlich einfacher ist als das Zaehlen und herumschleppen von Muenzen und Scheinen.

Auch dort können's bar zahlen.

Was wir uns abschauen können, ist die Möglichkeit, bargeldlose Zahlungsprozesse effizienter zu gestalten.

Wenn ich die Belege anschliessend in die Buchhaltung gebe, ist es mir relativ gleich, ob sie vorher schon digital erfasst sind. Praktisch für die Buchhalterin, die Parktrechnungen auch auf der Karte zu haben.

Wenn ich möchte, KANN ich ja immer noch bar zahlen.

..und dort sieht man auch, zu welchen Problemen das führt...

Die Leute geben dort Geld aus, das nie da war. Das war ja die Ursache der Wirtschaftskrise..

In den USA ist Bargeld verpöhnt, weil es viel zu viel Falschgeld gibt, außerdem wer mit Bargeld zahlt wird verdächtigt das Geld gestohlen zu haben. Wer mit Karte zahlt ist vertrauenswürdiger, weil nachvollziehbar.

Ja, dammet;-(((((((

und warum sind geschätze 8 von 10 Dollarscheine gefälscht?

rein generell zum thema konto

ich arbeite um mein geld zu verdienen.

davon zahle ich steuern an den staat für das gemeinwohl... und dann zahle ich steuern an irgendein unternehmen, dem ich mein geld überlassen muss. mein arbeitgeber zwingt mich dazu. und dafür muss ich zahlen. ob ich will oder nicht. ich bin nicht nur voll überwachbar, nein, ich muss auch noch irgendeinen privaten finanzmoloch, einen moderen wegelagerer und strauchdieb der 3,50 für eine erlagscheinzahlung verlangt, mitsponsern.

ich will das nicht - aber ich muss.

diese tatsache ist heute so selbstverständlich, dass sich kein mensch mehr darüber gedanken macht.

p.s.: 1999 hat eine erlagscheinzahlung bei der post 1.- schilling gekostet. € 3,50 entsprechen 50.- schillingen.

Easybank kostet nix wenn's Konto mit einem gewissen Betrag im plus ist.

Ob jetzt die Einlagenhaftung für die easybank gilt, oder nicht,

möchte ich nicht beantworten müssen. Ich weiss nur, dass sie für die abn-amro nicht gilt (die andere netbankinbank, da diese eine ausländische bank ist!)

Sie könnten auch einfach nachlesen, dann wüssten Sie's.

Möglicherweise könnten Sie auch einfach im Gesetz nachsehen (oder wo nachfragen), dann würde Ihnen klar was die Easybank von der ABN Amro unterscheidet:

Die Easybank ist eine österreichische Bank.

wobei du nur einen kleinen prozentsatz deiner steuern dem gemeinwohl bzw. sozialstaat stiftest - der großteil davon sind nur zinsen, die du abführst - genauso wie in jedem produktpreis die kalkulatorischen zinsen mitzubezahlen sind - dürften inzwischen bei manchen produkten des täglichen bedarfs ca. 40% des produktpreises ausmachen, je nachdem über wieviel kapital der hersteller verfügt und wieviel zinsen er dafür sehen will.

der zinstransfer nach oben, hin zu jenen die viel kapital haben, bricht dem sozialstaat das genick.

sie müssen gar nichts

.. auch ihr Arbeitgeber kann sie zu nichts zwingen, sie können auch verlangen ihr Geld mit der Post zu kriegen, dann müssen sie es halt vom Postamt holen. Es sei denn es wurde was anderes vereinbahrt. Darüber hinaus können sie alles kündigen, die Firma die Bank, usw.

Woher haben Sie diesen Unsinn?

Ohne Konto gibts nirgendwo mehr Geld vom Arbeitgeber

und dafür muss ich zahlen. ob ich will oder nicht.

Nein, Sie entscheiden sich dafür zu zahlen weil Sie bei einer Bank sind die Gebühren für die Kontoführung verlangt.

die wahren verbrecher und diebe sitzen in der politik und rauben und dem deckmaentelchen "steuern" das volk aus.

Es sind nicht die Steuern die das Volk ausrauben

Es ist das Geld.

ist wirklich das bargeld ein problem? oder ist es gar das - ins unermesslich vermehrte - giralgeld, dem längst keine realen werte mehr gegenüber stehen?

Interessant, dass für sie GiralGELD offenbar nichts mit Geld zu tun hat...

ganz recht! giralgeld ist definitiv nicht geld, auch wenn der anschein so manches gemüt trügen möge...

sie hinterlassen mit digitalem geld bei jedem kauf eine spur und sind voll überwachbar.

das ende der geschichte sozusagen.

Ohne jetzt konkret die Sinnhaftigkeit der Maßnahme beurteilen zu können.

Aber es muss was dran sein. Wie sonst wäre das prompte NJET der Reichen- und Steuerhinterzieherschützerpartei ÖVP zu deuten?

was sagen die Grünen dazu?

die betrifft das nicht, die haben eh kein Geld.

keine eigenen Meinung?

Keine Ahnung

Kann man in Wien die Kanalgebühr bar einzahlen? Ich meine in den Gemeinden ist es vor nicht langer Zeit möglich gewesen

das geld einfach in einem beschrifteten sackerl im klo hinunterspülen, die ma30 findet das dann schon.

Das die Mariahilferstraße umgebaut werden soll

nehmens als sachdienlichen Hinweis

die völlig jenseitige Wiener Gebührenlawine und das Schönreden selbiger durch Frau Vassilakou, dann können Sie nicht weit neben der "Position" der Grünen liegen

Da es hier um eine Einschränkung der individuellen Freiheit geht, sind sie sicher dafür...

seltsam...

als ich das letzte Mal im Möbelhaus eine größere Summe mit der Karte zahlen wollte, bestand man auf Barzahlung. Ähnlich ist es beim Autokauf...

Wahrscheinlich hat deine Karte ein Limit.

... nicht kreditwürdig?

Nein, die bestehen bei größeren Summen auf Bargeld, weil sie den Banken nicht die Gebühren in den Rachen werfen wollen.

Das Unternehmen wollte wohl den Desiagiosatz nicht zahlen. Nicht gleich auf mangelnde Kreditwürdigkeit schließen.
Außerdem: Der Geldenpfänger bekommt nach immer sein Geld, deshalb wird auch ein Genehmigungscode erteilt.

Beruhigt euch, war ja nicht ernst gemeint.

wenn schon denn schon

ich finde jedem von uns sollte ein chip implantiert werden, der permanent mit einem staatlichen oder vielleicht privaten zentralkomputer verbunden ist. bargeld braucht kein mensch mehr. das regelt dann der chip in uns. gesundheitsdaten sind dort auch gleich gespeichert. trinkt mal einer zu viel, dann springt das auto er gar nicht an. und hat jemand schmutzige gedanken, dann bekommt er automatisch einen stromstoß von seinem chip.
angst? sie haben doch nichts zu verbergen... oder?
wunderbare zukunft!

Wo is da Platz wo da Teufel seine Kinda kriagt? Wo is da Platz wo all's z'samm rennt?

"War'n ma Christ hätt ma gwisst
wo da Teufel baut in Mist" (HvG)

Offenbarung 13,17
"und daß niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Malzeichen hat oder den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens."

eine neuchristliche bewegung

ist durchaus möglich.

und die organisierte Kriminalität wird sich an diese Grenze halten

weil sie sich ja auch an alle anderen Gesetze hält?

organisierte Kriminalität

Das ist das Volk!

Die Angst vor viel zu viel Bargeld...

...habe ich nicht!

ich gestehe, dass ich, bevor ich mich mehr mit all den dingen auseinandergesetzt habe, ich das auch immer "praktisch" gefunden habe, karte oder quick einzusetzen und kein bargeld mehr zu verwenden. mittlerweile hat sich das geändert, aber ich traue mich zu behaupten, dass viele so denken, der bargeldlose verkehr wird ständig ausgweitet (tw. gibt es schon in schulen eigene karten fürs buffet usw.) und man gewöhnt uns immer stärker daran, mit all den konsequenzen (überwachung, abhängigkeit von elektronik, usw.) und in allen aktuellen dystopien war die abschaffung des bargelds eine zentrale komponente. acta, vds, bargeld, das faktum, dass sich die spanische politiker überhaupt solche gedanken aussprechen trauen, passt doch alles zusammen

Ich denke langsam auch so. Diese Kontrollsucht der Obrigkeit wird schön langsam unerträglich.

Es geht gar nicht um das Feigenblatt Steuerbetrug, es geht einzig und allein darum

die einzelnen Bürger in Verhaltenskonformität zu pressen und um sie noch besser als Staats-,Steuer- und Passsklaven überwachen und ausbeuten zu können.
X
Dafür wird Steuersparen umgedeutet und vor allem Geldwäsche radikal vollkommen neu interpretiert.
js

da fehlt was

die Staatsquote ist der SPÖ noch nicht hoch genug

definitiv strafbare handlung - dem AT autohändler aber sehr egal gewesen.

hoppala, verpostet.

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