Murdoch-Opfer klagen in den USA

Angehörte wollen laut Anwalt Schadenersatz in den USA erstreiten - Verfahren im Land von Fox TV sind für den Medienkonzern nicht nur wegen hoher Entschädigungen heikel: Lizenzen gibt es laut Gesetz nur für Untadelig

London / New York - Drei Opfer der illegalen Recherchemethoden bei Rupert Murdochs inzwischen eingestelltem britischem Blatt News of the World klagen den Medienkonzern in den USA. Der britische Anwalt Mark Lewis kündigte in der BBC an, er gehe im Auftrag "eines bekannten Sportlers", eines weiteren Sportlers sowie eines nicht in der Öffentlichkeit stehenden Mannes vor Gericht.

"News of the World hat tausende Menschen überwacht", sagte Lewis. "Einige von ihnen waren zu der Zeit in Amerika unterwegs oder lebten dort." Der Schritt über den Atlantik sei bedeutend, da sich der Fall nun von Großbritannien ins Kernland von Murdochs Medienkonzern News Corporation ausweite. Man werde bei Entschädigungsforderungen auch prüfen, wie stark der Mutterkonzern involviert gewesen sei. 

Besonders heikel

Für Murdochs News Corp. sind Verfahren in den USA besonders heikel: Laut Gesetz dürfen nur Unbescholtene Lizenzen für Fernsehsender besitzen. Murdochs Fox TV zählt zu den wichtigsten US-Networks. Murdoch stellte News of the World im Juli 2011 ein, als bekannt wurde, dass dort über Jahre unter anderem Telefone von Prominenten abgehört wurden.

Rund 50 Klagen sind mittlerweile abgewickelt, unter anderem bekam die Schauspielerin Sienna Miller Entschädigung. Sowohl die Polizei als auch eine Kommission zur Erneuerung des Pressekodex sind weiter mit dem Fall beschäftigt. Auch bei anderen britischen Medien Murdochs werden illegale Methoden untersucht.

Polizei zu nah

Die Aufsichtsbehörde über die britische Polizei attestierte deren Führungskräften Donnerstag in einem Untersuchungsbericht im Zusammenhang mit dem Abhörskandal falsche Entscheidungen und zu große Nähe zu Journalisten aus Rupert Murdochs Medienhaus. (dpa, Reuters, DER STANDARD, 13.4.2012)

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