Unrühmliches Ende einer ruhmreichen Ära

Christian Hackl, 12. April 2012, 15:30
  • Glückliche Menschen schauen anders drein. Sturm Graz hat Trainer Franco Foda (oben) hinter sich und Paul Gludovatz (unten) vor sich. Beides hat Charme.
    foto: apa/leodolter

    Glückliche Menschen schauen anders drein. Sturm Graz hat Trainer Franco Foda (oben) hinter sich und Paul Gludovatz (unten) vor sich. Beides hat Charme.

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Franco Foda wurde am Tag nach dem Scheitern im Cup als Trainer von Sturm Graz beurlaubt. Der neue Geschäftsführer Paul Gludovatz hat sich seine erste Woche im neuen Job wohl anders vorgestellt. Er macht aber natürlich weiter

Wien/Graz - Es ist eine Ironie des steirischen Fußballs, dass Paul Gludovatz am Tag nach dem 2:4 von Sturm Graz im Cup-Viertelfinale gegen die Landsleute aus Hartberg dem STANDARD sagte: "Die Kultur von Sturm bedeutet für mich Biss. Wie haben geduldige, begeisterungsfähige und treue Fans. Wir sind das Rapid des Südens, der Vergleich gefällt mir."

Sofern sich Ereignisse überhaupt überschlagen können, haben sie das am 12. April in Graz getan. Eine Stunde später, um 13 Uhr, wurde die sofortige, nicht einvernehmliche Trennung von Trainer Franco Foda verkündet. Offiziell handelt es sich um eine Beurlaubung. Der 45-jährige Deutsche wäre mit Saisonende so oder so gegangen. Zwei Alphatiere vertragen sich schwer. Foda war 15 Jahre lang beim Klub, zunächst als Verteidiger, seit sechs Jahren als Cheftrainer. "So ist das Geschäft. Das muss ich akzeptieren."

Es wird gehumpelt

Gludovatz ist Geschäftsführer Sport, diese Funktion gab es im heimischen Kick noch nie. Der 65-Jährige wurde mit viel Macht ausgestattet, nahezu überhäuft. Zudem hat er Botschaften zu übermitteln, Präsident Christian Jauk hatte aufs vorzeitige Ende der Ära Foda bestanden. Gludovatz trat am 10. April offiziell das Amt an, nur einen Tag später kam Hartberg, der Kulturschock. "Das darf nie wieder passieren. Ich verlange Biss, Körpersprache, Engagement. Sturm ist nicht Mittelmaß, Sturm darf nie Mittelmaß werden." So nebenbei sei Sturm immer noch der amtierende Meister mit einem "würdigen" Kader. "Und wir haben die Chance, uns für den Europacup zu qualifizieren. Bisher waren wir auf zwei Beinen unterwegs, jetzt humpeln wir eben auf einem Fuß ins Ziel."

Gludovatz legt Wert auf das Wort "Wir". Schließlich gibt es noch einen Geschäftsführer Wirtschaft, er heißt Christopher Houben. Entschieden wird nach dem Vier-Augen-Prinzip. "Wir gehen ambitioniert, aber nicht euphorisch und realitätsfern an unsere Arbeit. Sturm ist kein Gigant, Sturm ist aber auch kein Sanierungsfall."

Der Burgenländer Gludovatz suchte eine neue Herausforderung, die dritte in seinem Berufsleben. Die erste dauerte 27 Jahre, Nachwuchscoach beim ÖFB zu sein, ist mitunter eine langwierige Geschichte. 2008 wurde er Trainer von Ried, Höhepunkt war der Cupsieg 2011. "Sturm ist jetzt wieder etwas ganz anderes."

Der Geschäftsführer Sport plant "mittelfristig". Mit Begriffen wie " Mission" oder "Vision" fängt er wenig bis gar nichts an. "Nur schöne Schlagworte. Und langfristig passt zum kurzfristigen Fußball nicht. Du spielst ja oft zweimal in der Woche, kürzer geht es kaum." Wird am Samstag in der Meisterschaft daheim Red Bull Salzburg geschlagen, " schaut die Welt anders aus". 2006 haben die Grazer übrigens in der ersten Runde des Cups beim Landesligisten Kalsdorf 0:1 verloren. Foda stufte die Leistung damals als "beschämend" ein. Erstligist Hartberg konnte sechs Jahre später absolut mithalten. "So enttäuscht hat mich die Mannschaft noch nie." Es war quasi Fodas letzter offizieller Satz als Sturm-Coach. Assistent Thomas Kristl übernimmt interimistisch.

Bis Anfang oder auch Mitte Mai möchte Gludovatz den neuen Trainer gefunden haben. Er selbst wird nicht auf der Bank sitzen, keine taktischen Übungen vorgeben und sich auch nicht in die Aufstellung einmischen. "Sonst brauche ich ja keinen Trainer." Seinem Spezi von Ried, Gerhard Schweitzer, habe er kein Angebot gelegt. "Wir sprechen nur miteinander, wir tauschen uns regelmäßig aus. Das haben wir immer gemacht." Gludovatz ist auch für die Einhaltung des Budgets (rund sieben Millionen Euro) mitverantwortlich. "Ich werde mich hüten, einen Blödsinn zu machen. Sonst stehe ich im Kriminal." (Christian Hackl, DER STANDARD, 13.4.2012)

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Was soll's? So ist eben der (moderne) Fußball. So wie Foda erwischt es (fast) jeden Trainer einmal. Insgesamt hat er gute Arbeit geleistet und sollte daher keine Probleme haben, einen neuen Job zu finden, evtl. sogar in Deutschland.

eigentlich ein mehr als seltsamer sport

da verdienen ALLE beteiligten ein vielfaches von normalen menschen. doch es agieren ALLE so, dass sie selbst für den kindergarten als noch nicht reif genug eingeschätzt würden.

das muss etwas mit gras zu tun haben, denn für viele 'fans' gilt zumindest zweiteres auch!

Unglaublich

Gegen diese aktuelle Sturm-Partie war ja noch der laute Kartnig ein "Sir".

Herr Gludovatz hat im ORF-Sport laut und deutlich erklärt, nur der Überbringer der Hinauswurf-Botschaft zu sein. Da wird ihm wohl sein Sturm-Präsident eingeheizt haben, dass er jetzt plötzlich ganz ander spricht.

Beschämend, dass diese Leute nicht im Stande sind, dem Meistermacher einen fairen Abschied zu gönnen und es noch wagen, das Wort "Fairness" über ihre Lippen zu zwängen.

Das mit den miesen Aktionen gegenüber den armen Trainern kann ich nimmer hören. Wenn es beim Verein nicht läuft, wird eben meist mal der Trainer getauscht. Das ist überall üblich und ich würde sogar sagen, Teil der Gage. Foda hat heuer nicht allzuviel erreicht, dazu gabs um einen möglichen Abgang ja schon länger Querelen. Nach einer peinlichen Niederlage wurde er beurlaubt, was solls!
Detto Daxbacher, war eine Weile ganz gut, hat dann einen Titel vergeigt und diese Saison eigentlich gar nichts mehr gerissen.
Pacult, ein Titel, in seiner letzten Saison ganz einfach schlecht, dazu noch sein liebäugeln mit RB - auch keine Diskussion.

Finde ich auch so. Immerhin geht es im Profifußball auch um Wirtschaftlichkeit.

Und was Sturm diese Saison zusammengekickt hat, war ein einziger Graus.

^Gludo ist hauptverantwortlich für den Rausschmiss Fodas, hat auch selber zugegeben. Ein Ungustl, durch und durch. Sturm wird viel Freude mit ihm haben....

Foda

Die Auflösung des Vertrages war zum jetzigen Zeitpunkt "fast" richtig. Seit 1 1/2 Jahren das gleiche System, immer Tausch Position für Position, keine neuen Ideen.

Auch ist es aufgefallen, dass die Mannschaft im Frühjahr immer negative Zweikampfbilanzen hatte.
Daher hat er die Mannschaft vielleicht auch nicht mehr wirklich erreicht.

Die ART & WEISE wie er "gegangen" wurde ist jedoch sogar für Sturm peinlich.
Hätte es sich verdient am Samstag noch von den Fans in gebührender Art und Weise zu verabschieden.

Ob jetzt 1 Runde früher oder später ist bei dem Kader schon wurscht!

F.F. hat in den letzten Jahren aus wenig 150% herausgeholt, zuletzt ist es halt nimmer gegangen.

Trotzdem nochmal DANK für die super Zeit...

peter stöger wird neuer trainer

Jedenfalls wird die Neue Führungsetage für Unterhaltung sorgen

Aus den "3 Amigos" wurde in der 1. Aktion bereits...
"Die 3 Intrigos"

Gludovatz

War immer der Wunschkanditat als Nachfolger (eher als Trainer).

Nach diesem Interview werd ich in Zukunft ein bisserl vorsichtiger sein mit der Meinung über Gludovatz....

http://www.news.at/articles/... z-rauswurf

was der gludo für einen sch... redet. Noch unnötig nachtreten. So einen "Direktionsleiter Sport" wünscht sich jeder trainer.

Das ist kein job für den gl., der nimmt sich da viel zu wichtig.

Die Art und Weise, wie Foda

ausgewechselt wurde, macht Sturm unsympathisch...

ich denke, das hätte besser gelöst werden können.

Mag sein,

dass die Ablöse richtig ist, aber Zeitpunkt und Umsetzung der Entlassung sind in höchstem Maße fragwürdig, es scheint als wäre Paul Gludovatz angekommen.

Walter Hörmann

Internationaler platz ist heuer unrealistisch, jedenfalls ist er nicht so realistisch, dass er einen derartigen abgang einer trainerlegende und immerhin eines meistetrainers rechtfertigt.

ich find die ablösung fodas richtig

auch zu diesem zeitpunkt!
sturm ist momentan einfach zu schwach, um einen internationalen platz zu erreichen - das einzige, was da noch helfen könnte, ist der altbekannte kurzfristige trainereffekt.
die art und weise, wie foda gegangen wurde, war allerdings wieder unterste schublade. ein frenetischer abgangsapplaus in liebenau ist das mindeste, was er sich verdient hat.

Freu mich schon auf die ersten Interviews mit dem Neukirchner nach einer Niederlage... ;-)

des eis de näxte deppate frog ;-)))))))))

Als Violetter hoffe ich, dass er nie zu uns an den Verteilerkreis kommt, obwohl ich ihn für den mit Abstand kompetentesten und anständigsten Trainer halte.
Nur wir würden dieselbe dreckiger Aktion wie Sturm machen (siehe Daxbacher) und das wünsche ich ihm nicht. Aber er wird hoffentlich so klug sein, und das selbst auch so sehen.
God speed, Franco! Und danke für das jahrelange Aufwerten unserer Schwammerlliga!

foda...

...kann sehr wohl etwas dafür...schließlich hat er diesen miesen Kader zu verantworten...die Veränderungen der Verträge von Feldhofer, burgstaller, muratovic, haas hab ich schon im letzten Sommer mit großer Freude registriert...

foda hatte nie probleme damit, spieler aus der jugend hochzuziehen. insofern gehe ich nicht davon aus, dass er den nächsten messi übersehen hat. dass sturms budget viel enger ist als das von rapid, austria oder gar rbs, sollte auch bekannt sein; es lässt sich damit jedenfalls nicht dauerhaft ein qualitativ durchschlagskräftiger kader auf die beine stellen. und zu guter letzt ist foda trainer und hat sich nie darum gerissen, nebenbei noch sportdirektor zu sein. ihn daran zu messen, ist mühsam, weil seine kernkompetenz der trainerjob ist.

foda hatte nie probleme damit, spieler aus der jugend hochzuziehen.

Wenn man sich die 5 Jahre anschaut, dann sollte man erkennen, dass Foda nur dann auf Junge gesetzt hat, wenn es nicht mehr anders gegangen ist.

So wie nach dem Konkurs.

Die Entdeckung von Kainz ist ja auch so ein Produkt aus der Not heraus.

Sturm Graz hat sich nach dem Konkurs als Ausbildungsverein gesehen. Franco Foda war hier maßgeblich daran beteiligt, dass dieser Weg vor ein paar Jahren verlassen wurde.

Vom Ausbildungsverein ist nichts mehr übrig. Die Jugendarbeit ein reines Trümmerfeld.

Vom Ausbildungsverein ist nichts mehr übrig. Die Jugendarbeit ein reines Trümmerfeld.

dann sollten wir vielleicht ursache und wirkung in das richtige verhältnis bringen.

Ich verstehs einfach nicht....

Sturm Graz war Franco Foda.....
Was der aufgebaut hat, welche Spieler er abgeben hat müssen, weils Budget bei Sturm einfach immer viel zu klein ist, welche Eigenbauspieler entwickelt wurden und dann sowas??
Absolut unwürdig!
Gut, ich bin kein Sturmfan, deswegen kann es mir wurscht sein, aber für mich ist/war Foda mit Abstand der beste Trainer Österreichs.....
(geh nach Hütteldorf und Rapid wird wieder Serienmeister...)

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