Österreichs größter Sozialmarkt in Wien eröffnet

  • Der dritte Sozialmarkt des Vereins "Sozialmarkt Wien" soll auch gleichzeitig der größte Österreichs werden.
    foto: apa/hans klaus techt

    Der dritte Sozialmarkt des Vereins "Sozialmarkt Wien" soll auch gleichzeitig der größte Österreichs werden.

Die Filiale hat eine Verkaufsfläche von 600 Quadratmetern und soll Menschen mit niedrigem Einkommen zur Verfügung stehen

Wien - Der größte Sozialmarkt des Landes öffnete am 23. April seine Pforten: Die Filiale in Wien-Donaustadt, in der Ullreichgasse 13, wird über eine Verkaufsfläche von 600 Quadratmetern verfügen. Sozialmarkt-Gründer Alexander Schiel hat am Donnerstag die neue Niederlassung präsentiert - in der Menschen mit niedrigem Einkommen einkaufen dürfen. Schiel versicherte bei der Gelegenheit, dass es weiterhin keine abgelaufenen Produkte zu kaufen geben werde.

Ermöglicht wurde die Eröffnung eines weiteren Markts durch die Initiative "Bekannte Menschen gegen bekannte Probleme", die von Moderator Dominic Heinzl ins Leben gerufen wurde: "Alexander Schiel hat mich bei einer Charity-Tour von Harley-Davidson ersteigert und mir von diesem Projekt erzählt." Kurze Zeit später sei man in einem Kaffeehaus zusammen gesessen und habe überlegt, wie man den Verein Sozialmarkt Wien unterstützen könnte.

Über 93.000 Euro an Spendengeldern

Zahlreiche Veranstaltungen und Events wie etwa ein Promi-Flohmarkt in den Wiener Ringstraßen Galerien oder ein Charity-Abend in den Räumlichkeiten von Unternehmer Ali Rahimi folgten und brachten letztendlich eine Summe von rund 93.510 Euro an Spendengeldern ein - mehr als sich Schiel und Heinzl je erwartet hatten: "Für einen reinen Wareneinkauf wäre so viel Geld Verschwendung gewesen, also beschlossen wir, einen dritten Markt zu eröffnen."

Ohne die Unterstützung von vielen bekannten Handelspartner wäre das Projekt Sozialmarkt aber nicht machbar, hieß es: "Ich bin sehr stolz, dass wir kein Produkt haben, das abgelaufen ist. Die Firmen bieten mir vergünstigte Waren an und ich biete sie zu diesem Preis unseren Kunden an", begründete Schiel den Erfolg seiner Filialen.

Dritter Sozialmarkt des Vereins

"Mir gefällt, dass es hier Markenprodukte und Pflegeartikel gibt, nur günstiger eben", zeigte sich Ali Rahimi positiv überrascht. "Meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen." Die Produkte können laut Schiel bis zu zwei Drittel billiger in den Sozialmärkten erworben werden.

Im dritten Sozialmarkt des Vereins - neben den bereits bestehenden in Favoriten und Hernals - gibt es aber auch Platz fürs Kennenlernen: "Wir haben ein Cafe mit Stehtischen integriert, wo die Menschen plaudern oder Rezepte austauschen können", hob Schiel hervor. Insgesamt zeigte sich der Sozialmarkt-Chef erfreut, dass sich die Menschen nicht mehr schämen, weniger Geld zu haben als andere. Trotzdem sei er erst dann glücklich, wenn er wieder alle Sozialmärkte schließen könnte, weil es keinen Bedarf mehr gebe.

Der Verein Sozialmarkt Wien zählt derzeit 27.000 Mitglieder. Für den Einkauf in einer Filiale sind all jene Menschen berechtigt, die im Monat ein Nettoeinkommen unter 900 Euro haben. Dies muss der Kunde beim ersten Mal mittels Gehaltszettel oder Arbeitslosenbestätigung und Meldezettel nachweisen. Die Anzahl der Produkte pro Person ist zudem begrenzt. (APA, 12.4.2012)

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