ÖVP will Dienstzulagen in Wien an den Kragen

12. April 2012, 13:42

Wassermesserprämie und Schussgeld Teil des Nebengebührenkatalogs - Abgeordneter will Besoldungsreform

Wien  - Die Wiener ÖVP macht die diversen Zulagen für Gemeindebedienstete zum Thema: Dass Mitarbeiter im Forstdienst ein "Schussgeld" oder Bediener von Schneekanonen eine "Kanonenzulage" beziehen, sei unverständlich, so die Wiener Schwarzen.

Knapp 1.500 verschiedene Zulagen für rund 65.000 Bedienstete der Stadt gibt es derzeit laut ÖVP. Im sogenannten Nebengebührenkatalog werden Wassermesser- und Motorrasenmäherprämien, Schussgeld für Mitarbeiter im Forstdienst und ein Extrageld für Dienstunterbrechungen bei den Wiener Linien angeführt. ÖVP-Mandatar Wolfgang Ulm forderte deshalb am Donnerstag ein neues Besoldungssystem.

"Machtinstrument"

Der Verwaltungsaufwand könne durch eine Besoldungsreform verringert werden, sagte Ulm in einer Pressekonferenz. Da Mitarbeiter keinen Rechtsanspruch auf Zuzahlungen hätten, diese aber zwischen einem Viertel und einem Drittel des Gehalts ausmachten, verfüge die SPÖ hier über ein "in Österreich einzigartiges Machtinstrument": "Wohlverhalten wird belohnt, Widerspenstigkeit bestraft."

Besonders groß sei die Abhängigkeit in einigen Bereichen. So gebe es allein für Schulwarte 112 Zulagen, bei der Müllabfuhr seien es 62, monierte Ulm. Dort seien bei Personalvertretungswahlen die Ergebnisse der SPÖ auffallend hoch.

Im Katalog finden sich zum Teil abstruse Zulagen: Wassermesserableser bei der MA 31 bekommen eine Wassermesserprämie von 4.07 Euro pro Tag. Bediensteten der MA 42, die überwiegend mit Motorrasenmähern arbeiten, gebühren täglich 3,53 Euro zusätzlich. Mitarbeitern der Wiener Linien, die im Vorverkauf tätig sind, winken 11,21 bis 16,79 Euro, für Dienstunterbrechungen gibt es bei den Verkehrsbetrieben laut ÖVP eine Zulage von 5,32 Euro.

19,27 Euro pro Rotwild

Bedienstete der MA 52, die Schneekanonen zwecks Beschneiung der Hohen Wand Wiese betreuen, erhalten "je Stunde der tatsächlichen Bedienung" 2,29 Euro. Und Bedienstete des Forstamts (MA 49) werden mit Schussgeld belohnt, wobei pro Stück Rot- und Damwild 19,27 Euro bezahlt werden. Für Gams-, Muffel-, Reh-, Stein- und Schwarzwild gibt es nur 13,59 Euro je Tier.

"Stärken-Schwächen-Analyse"

Der rote Arbeitnehmervertreter Christian Meidlinger, Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, ärgerte sich in einer Aussendung über das "sinnfreie Gewitzel" über die Entlohnung der Stadtmitarbeiter. "Die Nebengebühren entsprechen einem leistungsdifferenzierten Einkommen", hielt Meidlinger fest. Man setze sich aber seit langem für eine Reform des Besoldungssystems ein. Derzeit laufe eine Stärken-Schwächen-Analyse des derzeitigen Systems, versicherte der Gewerkschafter. (APA, 12.4.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 105
1 2 3
ein neues entlohnungssystem sollte aber auch an änderungen in der pragmatik gekoppelt werden, jetzt kann ein unwilliger beamter ja machen, was er will...

und das finanzieren in erster linie die steuerzahler.

auf der einen seite gibts sehr fleissige beamte, die aber fast immer einen unwilligen freizeitoptimierer mitschleppen müssen.....der natürlich durch die pragmatik alle rechte hat.....

ist doch klar....

....ich habe immer in einen Privatbetrieb gearbeitet. Wenn der Betriebsrat mit dem Chef verhandelt hat (der wollte keine Lohnerhöhung gewähren)-hat man sich auch ,auf eine Maschinenzulage-Schmutzzulage ect.geeinigt.
Ganz Normal der Boss hatte recht und die Arbeiter hatten mehr im Sackerl.

ÖVP fordert schusszulagen für waffengrafen und deren freunderl.

Das Problem ist ja, das die Grundgehälter so niedrig sind

und deswegen hat man das Zulagensystem eingeführt um auf ein "halbwegs" akzeptables Gehalt zu kommen.

Im Krankenstand fallen diese Zulagen auch weg, heisst es bleibt das nackte, geringe Grundgehalt...was sonst bei "normalen" Arbeitern und Angestellten nicht ist.

... .das glaube ich aber bei den Wiener Gemeindebediensteten nicht. Dort liegt man gehaltsmäßig deutlich über dem Bund.

Wien war immer schon ein Gehalts- und Zulagenschlaraffenland.

wie steht es schon an den stadteinfahrten?

vienna is different

genau so ist es!

ich möcht auch eine Pausenzulage

oder eine Häferlhaltzulage :/

verdammt - hätt ich nix g'scheites gelernt, wär ich vllt. auch Beamter geworden :/

es ist doch usus im ösiland,

zulagen für tätigkeiten zu beziehen, die ohnehin im dienst zu erledigen sind. schussgeld für förster...ist ja lachhaft. interessant, ob es flugzulage bei der aua gab oder gibt. oder kübelgeld bei der ma48, .... die ganze normalsatire unseres lebens in diesem seit maria theresianischen zeit tief in der seele diese volkes verankerten dienerschaftsgehabens.
nicht einmal erich ringel erkannte die ganze tiefe und tragweite des mysteriums österreichertum - einfach zum kotzen

Von hoechstem unterhaltungswert ...

... war die "Vorhangzuziehzulage". kein witz! ...aber die scheint dem ersten entruempeln zum opfer gefallen zu sein.

ein hammer ist aber auch die "Dienstantrittszulage", und die gibt es noch immer! das heisst das grundgehalt kann nicht einmal fuer die blosse anwesenheit herhalten ;-)

zum totlachen, wenn es nciht ein wahnsinn an geldvernichtung waere. wohlgemerkt: ich will nicht, dass beamte weniger verdienen - aber bitte mit einem sauberen vertrag ohne diese aberwitzigen nebengeraeusche!

es gibt auch eine zulage auf die zuerkennung von zulagen

... und mit der Hälfte der Beamtenschaft.

Die Zulagen san a Witz, eh klar! Man muss sie aber trotzdem als Teil des Gehaltes sehen. Hier wird ja so getan, als verdienen die Gemeindebediensteten überdurchschnittlich und bekommen ZUSÄTZLICH noch mehrere hundert Euro/Monat an Zulagen. Das stimmt natürlich nicht!

Es geht hier auch - lt. Artikel - nicht darum, das Gehalt zu kürzen

Sondern nur um den Zulagenjungel zu entrümpeln und dafür von Haus aus mehr zu zahlen. Alles andere ist "Griechenland" pur.

Der Zulagenschmarrn kommt ja hs. durch das unflexible Gehaltsschema zustande

Dass da mit der Zeit Chaos, Wildwuchs, Absurditäten und wie immer auch Missbrauch entstehen ist klar.

Die Zulagen sind ein Symptom, aber nicht die Ursache.

Abgeordneter will Besoldungsreform

Wird Zeit, daß die überfüllten Parlamente gesund gestutzt werden, und die Gehälter der PolitikerInnen auf deren reale Leistungsanspruch herab gekürzt werden!

Das Gemeindebedienstete für ihre Leistungen entlohnt werden, das stört natürlich einen Leistungsträger für den sich Leistung lohnen muß?

Kotzübel kann einem werden, wenn man den Politikern aufmerksam zuhört?

Und ich komme nicht umhin zu sagen, die ÖVP muß zerschlagen werden.

Ja, aber wo ist die Leistung? Ist es eine Entlohnung für LEISTUNG, wenn das was man ohnedies zu tun hat zusätzlich entlohnet wird?

Ich bin nicht dagegen, dass über dem Durchschnitt liegende Leistungen (falls man das - je nach Job - objektiv messen kann) belohnt werden. Dann dürfen aber nicht mehr als 50% der Mitarbeiter so einen Bonus erhalten.

In anderen Ländern würde man so ein Günstlingswirtschaftssystem ganz einfach Korruption nennen

und die nächste Eigentorforderung

der Korruptionspartei ÖVP .... bravo weiter so

Ich dachte immer Mitarbeiter oder Beamte bekommen ihr Gehalt, weil sie gerade ihre Arbeit machen.

Aber scheinbar ist in Wien eine andere Welt.
Wobei der Besoldungskatalog würde ja Sinn machen, wenn die Beamten in einen allgm. Personalpool (mit einem allgm. Grundgehalt) wären und dann halt je nach Arbeitsauftrag entsprechend ihre Zusatzbesoldung erhalten würden (aber dann auch mit Rechtsanspruch). Ich denk mal aber nciht, dass die Mitaberbeiter der MAs so hin und her geschoben werden.

Das Gehalt ist für die Anwesenheit. Wenn dann tatsächlich etwas gearbeitet wird, dann kommt eben das richtige Gehalt.
Hast Du dir schon mal angesehen was die dort als Einstellgehalt bekommen? Brrr.

Nein weiß ich leider nicht, abder dann soll man einfach wie in der Wirtschaft Arbeitsverträge abschließen, die Gleich ein Gesamtgehalt beinhalten.

Zurück an den Start:
Egal wie hoch das Grundgehalt ist, ist dieses nur für die Anwesenheit da. Den Finger krumm machen, gibt es nur gegen Schmartes, Bagschisch, oder wie immer Du das nennen möchtest. Man kann auch Zulagen sagen.

However, die Leistungsträger der Abzockerpartei, deren Leistung ja nur ist, reich geboren worden zu sein, denen geht das nicht in den Betonkopf, das körperlich schwere Arbeit jemand machen muß, der NICHT mit dem dicken BMW spazieren fährt. Wenn der Herr Leistungsträger der Meinung ist, das die alle überbezahlt sind, dann soll er sich doch seinen Kanal selber räumen? Da kann er noch mehr sparen?

http://www.wissensmanufaktur.net/interviews

Im Übrigen meine ich, dass die ÖVP zerstört werden muss.

Das wiederum wäre Aufgabe z.B. des ÖAAB!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 105
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.