Einpersonenunternehmer unter der Lupe

12. April 2012, 11:52

Größere Unterschiede als bei jeder anderen Unternehmergruppe - 70 Prozent mit eigener Situation zufrieden

Wien - Die von der Wirtschaftskammer mitfinanzierte KMU Forschung Austria hat 1.100 Selbstständige befragt und damit eine "Röntgenaufnahme" der rund 240.000 Einpersonenunternehmen (EPU) in Österreich angefertigt. Ergebnis: die erfassten Unternehmen sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. "Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie keine Angestellten beschäftigten ", sagte Peter Voithofer von der KMU Forschung.

"Ihre Heterogenität ist größer als die aller anderen Unternehmergruppen." 45 Prozent der EPU sind Frauen, wobei diese überproportional in Teilzeit beschäftigt sind (weniger als 30 Stunden). Ein Fünftel der Kleinstunternehmen machen weniger als 10.000 Euro Jahresumsatz, am anderen Ende der Skala erzielen weitere 20 Prozent mehr als 50.000 Euro Vorsteuergewinn.

Die befragten Unternehmer haben im Schnitt 15,2 Jahre Berufs- und 8,8 Jahre Branchenerfahrung. Vorher waren 77 Prozent unselbstständig beschäftigt, aber nur sieben Prozent wollen von ihrem früheren Arbeitgeber den Gang in die Unselbstständigkeit nahegelegt bekommen haben. Als Gründungsmotive seien vor allem flexiblere Zeiteinteilung/Selbstverwirklichung genannt worden, sagte Voithofer. "Ein großer Teil der Befragten ist mit der Situation zufrieden, weil sie den eigenen Zielen entspricht." Konkret seien 70 Prozent zumindest zufrieden. 

Durchschnittliche Arbeitszeit 56 Stunden

Die relative Mehrheit - 44 Prozent - strebe gar keine Erweiterung des Geschäfts an. Die befragten Kleinstunternehmer geben an, pro Woche 56 Stunden für ihre selbstständige Tätigkeit zu arbeiten. Im Durchschnitt haben sie 30 verschiedene Kunden, nur 28 Prozent verfügen über einen eigenen Unternehmensstandort. 47 Prozent arbeiten von daheim aus und 28 Prozent bei ihren Kunden. Die meisten EPU gibt es bei den gewerblichen Dienstleistern, in der IT und in "Werbung und Marktkommunikation". Die Umsatzrentabilität (Gewinn vor Steuern/Umsatz) belief sich nach den jüngsten Zahlen auf 2,4 Prozent und lag damit unterhalb des allgemeinen KMU-Schnitts. Die sogenannten Einnahmen-Ausgaben-Rechner unter den EPU (Kleinstunternehmen mit vereinfachter Buchführung) wiesen im Schnitt sogar eine "Verlustmarge" von 1,9 Prozent aus. (APA, 12.4.2012)

"Im Durchschnitt haben sie 30 verschiedene Kunden ..."

Das finde ich merkwürdig. Ich - selbständig im IT-Bereich - habe dzt. 3, bald vielleicht 4 Kunden. Und das bedeutet eigentlich schon, für mich als Einzelperson, ausreichend Auslastung.

Wer hebt denn hier den Schnitt so stark? Die Friseur-EPUs?

alternative Wirtschaftsmodelle

Es wäre an der Zeit zu sehen wo Humanressourcen hebbar sind zum Nutzen der Gesellschaft.
Wenn Verweigerer des marktwirtschaftlichen Overkills als EPU am Hungertuch nagen ist das für die Gesellschaft nicht gut.
Aber es wäre natürlich auch möglich Zeit zu tauschen, weil Arbeit so hoch besteuert wird. Dadurch lässt es sich auch mit 10k€ pro Jahr leben.

2,4 % sind bei (großzügig angenommenen) 50.000,- Jahresumsatz

lediglich 1.200,- € PRO JAHR an Gewinn!?
That goes not.

(Und was machen die mit 10.000,- Umsatz? 240,- €?! Da hat's was...)

bei einem Umsatz von 50k

ergibt sich daraus eine Belastung von 48,59% an

SV Beitrag: ~ 13.068 €
Ekst: ~ 10.727 €

Gesamtbelastungen : € 23.796 € pro Jahr !!!!!!

Netto pro Monat 12 x = 1.983 €

da schnallst echt ab, das ist echt weltmeisterlich :-(

frage mich, von was die alle leben?

oder machen die alle schwarz....

Bei 2,4% Umsatzrentabilität und 1,9% "Verlustmarge"...

...ist diese Frage mehr als berechtigt.

Und weil die Zahlen wohl auf 2011 aufbauen - ein für die meisten Branchen und Unternehmen sehr gutes Jahr - lässt 2012 nichts Gutes erahnen.

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