31 Prozent mehr getötete Radfahrer - Alko-Locks in Planung

12. April 2012, 10:44
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Weniger Unfälle insgesamt, aber Anstieg bei Opfern nach Alkoholunfällen

523 Menschen sind 2011 auf Österreichs Straßen gestorben, das waren laut Verkehrsunfallstatistik 29 weniger als im Jahr davor und damit ein neuer Tiefststand. Die vergleichsweise niedrige Zahl an Verkehrstoten sei auf immer sicherere Pkws zurückzuführen, gab die Statistik Austria am Donnerstag bekannt. 

"Trotzdem, 523 Verkehrstote, also 1,4 Menschen pro Tag, sind ein klarer Auftrag, weiterhin daran zu arbeiten", sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) bei der Päsentation der Zahlen. Sie will vor allem die Alkoholkontrollen intensivieren.

Mehr Unfälle auf zwei Rädern

Gleichzeitig ließ sich ein Anstieg von 18 Prozent bei Radunfällen feststellen. Insgesamt starben im Vorjahr 42 Radfahrer auf Österreichs Straßen. Im Jahr 2010 waren es 32, was eine Steigerung um 31,3 Prozent bedeutet. Gerade ältere Radfahrer kamen zu Schaden, 30 Opfer waren über 60 Jahre alt. Radfahrer seien aber auch deshalb vermehrt an Verkehrsunfällen beteiligt, weil ihre Anzahl stetig steige. Für Mikl-Leitner stellt der Anstieg an radfahrenden Menschen (40 Prozent seit 2006 in Wien) aber eine erfreuliche Bilanz dar. 

Fahrradstraßen und Begegnungszonen

Auf mehr Radler müsse sich allerdings der Verkehr dementsprechend einstellen. Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) kann sich deshalb ein Handy- und Kopfhörerverbot sowie eine Senkung der 0,8-Promille-Grenze auf 0,5 vorstellen, wie sie vom Kuratorium für Verkehrssicherheit gefordert wird. Ebenfalls weiterhin geplant sind Begegnungszonen, in denen zum Beispiel Fußgänger Vorrang haben könnten, und Fahrradstraßen. 

Noch immer im Gespräch ist die Helmpflicht für erwachsene Fahrradfahrer. Im Sommer soll das Ergebnis der Helmpflicht für Kinder unter zwölf Jahren evaluiert werden. Bures appellierte an die Radfahrer, auch ohne entsprechendes Gesetz den Helm aufsetzen.

Jeder zehnte Tote durch Alkohol

Auch bei Alkohol-Unfällen mit Todesfolge gab es einen Anstieg. Jeder zehnte Verkehrstote war 2011 Opfer eines Alkoholunfalls, 2010 war es noch jeder 17. "Alkohol am Steuer ist noch immer ein Punkt, an dem wir nicht lockerlassen dürfen", sagte Bures. 

Weiterhin in der Testphase ist der sogenannte Alko-Lock, eine Kombination aus Messgerät und Wegfahrsperre für alkoholisierte Autofahrer. Ein derart ausgerüsteter Wagen kann nur gestartet werden, wenn beim Lenker kein Alkohol gemessen wurde. Die Alko-Locks sollen davor schützen, dass jemand erneut betrunken ins Auto steigt. Anfang April startete das Pilotprojekt auch für Wiederholungstäter, die ihren Führerschein verloren haben. Der Plan sieht vor, dass Lenker ihren Führerschein erst dann zurückbekommen, wenn sie sich den Alko-Lock einbauen lassen. (mvu, derStandard.at, 12.4.2012)

  • Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bedankt sich bei Verkehrsministerin Doris Bures für die Zusammenarbeit in der Verkehrssicherheit
    foto: mvu/derstandard.at

    Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bedankt sich bei Verkehrsministerin Doris Bures für die Zusammenarbeit in der Verkehrssicherheit

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    Die Alko-Locks sollen davor schützen, dass jemand erneut betrunken ins Auto steigt.

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