Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Alles, was zur klassischen Schneiderkunst dazugehört, erlebt eine Konjunktur.

Der Deutsche Kevin Lobo (44) ist Kreativdirektor von Boss Selection und Boss Black Menswear in Metzingen und betreut auch das Made-to-Measure- Programm der Marke.
STANDARD: Worauf sollte man beim Anzugkauf achten?
Kevin Lobo: Auf die richtige Größe. Ärmel- und Rückenlänge müssen passen, ebenso die Rumpfweite. Wenn man den Anzug nicht mehr spürt oder man seine Finger nicht mehr erkennt, dann ist der Anzug zu groß.
STANDARD: Und auf welche Details?
Lobo: Schlecht produzierte Anzüge haben das Problem, dass das Fasson (Kragen und Revers, Anm.) nicht direkt am Hemdkragen anliegt. Die Anzüge rutschen nach hinten. Bei einer guten Verarbeitung ist das Fasson pikiert, bei einer einfacheren geklebt.
STANDARD: Eine pikierte Fasson haben nur wirklich teure Anzüge.
Lobo: Aus Kostengründen kann man darauf auch verzichten. Auch eine geklebte Fasson kann gut sitzen. Und dann ist natürlich der Ärmelabschluss wichtig. Viele laufen mit Keulenärmeln rum, also mit viel zu weiten Ärmeln. Ein Anzug muss einem schmeicheln, besser, er ist etwas körpernaher geschnitten als zu weit.
STANDARD: Früher waren zwei aufknöpfbare Knopflöcher am Ärmel ein Zeichen für einen guten Anzug. Mittlerweile machen das auch schon viele Billiganbieter.
Lobo: Für Kenner ist es weiterhin ein wichtiges Detail. Es gibt unterschiedliche Methoden, einen Ärmelschlitz zu machen, die hochwertige Variante ist handgenäht und hat eine Briefecke, die billige Variante ist durchgenagelt.
STANDARD: Ein anderes Merkmal sind die Einlagen. Wie erkennt ein Laie, ob die Einlage eines Anzugs geklebt ist oder vernäht?
Lobo: Ein geklebter Anzug ist glatter, bei einem unverklebten ist die Oberfläche unruhiger. Manche stören sich an der welligen Oberfläche, ein Fachmann weiß aber sofort: So muss ein Anzug aussehen.
STANDARD: Warum?
Lobo: Ein Anzug mit pikierter Rosshaar- oder Kamelhaarfüllung fühlt sich ganz anders an, er atmet. Man bewegt sich wie in einer zweiten Haut. In einem verklebten Anzug ist das nicht möglich.
STANDARD: Ein weiteres Merkmal ist die Schulter.
Lobo: Genau: Entscheidend ist, dass die Schulterbreite stimmt. Der Ärmeleinsatz stimmt sonst nicht mehr, das Fasson fällt, der Anzug rutscht nach oben.
STANDARD: Kommen wir zum Stil: Sie tragen heute einen Doppelreiher, eigentlich ein furchtbar altmodisches Kleidungsstück.
Lobo: Es gab eine Zeit zwischen 1970 und 1980, da hat Hugo Boss mehr als 90 Prozent seiner Anzüge als Zweireiher verkauft. Damals war der Zweireiher das normalste der Welt. Der Zweireiher war ein Synonym für Herrenbekleidung. Irgendwann kam er aus der Mode.
STANDARD: Jetzt darf man ihn wieder tragen?
Lobo: Ja. Sehen Sie sich meinen Zweireiher an: Er ist unkonstruiert, halbgefüttert und aus Kaschmir. Eigentlich alles, was nicht geht.
STANDARD: Es fehlen die Goldknöpfe.
Lobo: Er würde auch mit Goldknöpfen gut aussehen. Entscheidend ist, dass ein Kleidungsstück richtig interpretiert wird. Ein Zweireiher heute muss slim-fit sein.
STANDARD: Gerade beim Zweireiher sieht man dann aber schnell aus wie eine Knackwurst.
Lobo: Richtig, der Zweireiher verzeiht gar nichts. Deswegen sollten unsere Zweireiher nur junge Leute anziehen.
STANDARD: Neben Zweireihern tauchen plötzlich auch Vierknopfanzüge wieder auf. Womit hat das zu tun?
Lobo: Das ist eine reine Verzweiflungstat. Dadurch, dass es derzeit einen so hohen Anteil an Zweiknopfsakkos gibt, experimentieren manche Designer mit dem Vierknopf.
STANDARD: Hoffentlich liest das Miuccia Prada nicht, sie hat zuletzt viele Vierknopf-Anzüge gezeigt.
Lobo: Die wird sich sowieso denken: Ach, die bei Hugo Boss mit ihrem billigen Zeug! Das, was wieder kommen wird, ist der Dreiknopf. Auch dreiteilige Anzüge, also Westenanzüge, das Spitzfasson, die Pagodenschulter. Also alles, was wir traditionell aus der Herrengarderobe kennen. Der Vierknopf war dagegen noch nie modern.
STANDARD: Konstatieren Sie eine Tendenz zu formalerer Kleidung?
Lobo: Ja, alles was zur klassischen Schneiderkunst dazugehört, erlebt eine Konjunktur. Nach der starken Casual-Welle der letzten Jahre sieht man immer mehr junge Menschen, die sich am Abend aufbrezeln. Die Sneaker-Jeans-und-Sakko-Nummer ist durch. Wir sehen das ganz deutlich bei unseren Verkaufszahlen.
STANDARD: Viele Firmen bieten mittlerweile auch Made-to-Measure-Programme an, auch Hugo Boss. Meist handelt es sich nicht um wirkliche Maßschneiderei, sondern um Maßkonfektion. Ein Etikettenschwindel?
Lobo: Es gibt niemanden, der vorschreibt, was unter welchem Namen genau zu verstehen ist. Auch wir bieten keine komplette Maßanfertigung an, aber unsere Made-to-Measure-Anzüge sitzen.
STANDARD: Kann man mit einer einmaligen Anprobe einen Anzug wirklich perfekt anpassen? Beim Maßschneider sind es normalerweise drei.
Lobo: Jemand, der einen wirklichen Maßanzug will, der ist bei uns falsch. Unser Made-to-Measure-Kunde ist der Banker, der nicht all zu viel Zeit hat, der das Futter seines Anzugs aussuchen will, die Knöpfe, der vermessen wird, und der ein paar Wochen später seinen Anzug kriegt. Wir wollen mit einem Kunden keine vier Runden drehen, es geht darum, in einer vernünftigen Zeit ein super Ergebnis, sprich: einen perfekten Anzug, zu kreieren.
STANDARD: Was verstehen Sie unter einem perfekten Anzug? Gibt es so etwas wie einen typisch deutschen Anzug?
Lobo: Wir machen keine Experimente, wir machen keine lustigen Sachen, wir sind maskulin, straight, ganz deutsch.
STANDARD: Ganz deutsch ist im Modebereich nicht unbedingt eine Auszeichnung.
Lobo: Für uns schon. Boss steht für deutsches Design. Damit leben wir gut. Wir machen keine körperbetonten Anzüge wie die Italiener. Keine Spielereien wie die Savile Row. Unsere Kunden haben Lust auf etwas Besonderes, aber sie sind jetzt nicht die absoluten Modeexperten.
STANDARD: Bei Hugo Boss gab es lange recht überproportionierte Schulterpolster. In der Mode kommen die jetzt wieder. Unter uns, das ist doch eine Scheußlichkeit.
Lobo: Mir muss auch nicht immer alles gefallen. Ich persönlich bin zu klassisch dazu. Ich kenne auch kaum Typen, an denen das gut aussieht.
STANDARD: Letzte Frage: Was ist das am häufigsten verkaufte Anzugmodell?
Lobo: Zweiknopf, Seitenschlitze, grau, dunkelblau oder schwarz.
(Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 13.04.2012)
Manchmal steckt hinter einem Mann auch wirklich eine starke Frau - Im Falle von Roberto Cavalli heißt sie Eva Düringer - Stephan Hilpold hat sie getroffen
Die meisten Fahrradhelme sind die Erfindung von Leuten, deren Sinn für Ästhetik erst an zweiter Stelle kommt - Warum es (noch) keine hübschen Fahrradhelme gibt
Verena Weiss hilft Kundinnen passende Farben und Kleidung zu finden - mit Gewinnspiel
So etwas wie eine Originaltracht gibt es nicht: Davon ist Susanne Bisovsky überzeugt. Die österreichische Designerin betreibt mit Trachtenelementen ein gefinkeltes Spiel. Diese Schwerpunktausgabe ist mit Filmstills aus einem Bisovsky-Kurzfilm bebildert
Die Mode hat das Fahrrad als cooles Accessoire vereinnahmt: Couture-Häuser bringen eigene Bikes auf den Markt, Models strampeln sich durch Werbestrecken - Aber auch immer mehr Designer widmen sich eigenen Fahrradkollektionen
Zur Eröffnung der Filmfestspiele mit "Der große Gatsby" schritten die Stars über einen nassen Roten Teppich
Kosmetikhersteller sind dieses Frühjahr unisono auf eine Farbe gekommen: Blau - Vor allem rund um die Augen schillert es von Kobalt- bis Azurblau
Wolle ist wie Wein: Es gibt gute Jahrgänge und schlechte - Was das für Stoffproduzenten bedeutet, erklärt Paolo Zegna
Dirndl und Lederhose erlebten in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom. Volkskundlerin Elsbeth Wallnöfer und Schauspieler Miguel Herz-Kestranek über die Geschichtsvergessenheit des Phänomens
Für Körperbehaarung vom Kopf abwärts geht der Trend ganz klar in Richtung Tabula rasa. Das war nicht immer so
Die beste Wolle kommt aus Australien - Statt auf Quantität wird auf das Verfeinern der Merinofaser gesetzt - Stephan Hilpold hat sich umgesehen
Im Reich der schlanken Körper und glitzernden Roben herrscht Lachverbot: Die Models auf den Laufstegen lassen die Mundwinkel hängen
Wer schwitzt, soll es geruchlos machen. Dafür wurden Deodorants erfunden. Wer, wie, wann und warum? Ein olfaktorischer Überblick aus der Gerücheküche
Die Stars feierten beim diesjährigen Met-Ball nietenbesetzt die Eröffnung der Ausstellung "Punk: Chaos to Couture"
Ein Anzug von Brioni ist der Rolls-Royce der Männermode - Zur Eröffnung der ersten Boutique in Österreich sprach Bianca Lang mit dem Designer der Marke
Rund 100 DesignerInnen präsentierten beim elften Modepalast ihre Produkte
Was sagt das Fußkleid über seinen Träger aus? Kuratorin und Kunsthistorikerin Eva Marko im Interview über Schuhe als Zeichen der Macht
Ob im "Tatort" oder bei "Inglourious Basterds": Ohne Stuntmen wie Tom Hanslmaier ginge es auf dem Bildschirm gemächlicher zu - Fürs Rondo schlüpfte er in die neue Männermode
Richtiges Rasieren ist eine Kunst, die man lernen kann - Aber um das zu verstehen, müssten viele Männer erst einmal erkennen, dass Rasieren eine Kunst ist
Die Königin strahlte in leuchtendem Blau, die adeligen Gäste erschienen fast durchgängig in hellen Farben
Die Gebrüder Stitch haben mit ihren in Wien gefertigten Maßjeans für Aufsehen in der Szene gesorgt - In ihrem "Hosenlabor" arbeiten sie aber auch nach sehr hohen Standards der Nachhaltigkeit
Junge und Frauen greifen deutlich häufiger zum Deo als Männer und Ältere
In der Neuinszenierung des "Liliom" spielen die beiden ein Freundinnenpaar - Bei uns haben sich die Burgtheater-Schauspielerinnen Mavie Hörbiger und Katharina Lorenz in verschiedene Moderollen geworfen
Bis das erste Parfum des Modeduos Wendy&Jim in Serie ging, hat es etwas gedauert - Das Ergebnis ist dafür umso stimmiger, findet Anne Feldkamp
Von der Messe in Basel hat man sich zurückgezogen, und auch sonst geht die Schmuckmanufaktur Wellendorff einen eigenständigen Weg
Ich kann keine Kleider meiner Großmutter tragen, denn die haben sich alle die Russen mit nach Nowosibirsk oder Wladiwostok genommen.
Ich bin offenbar mindestens eine Generation älter als Sie.
Bei den Anzügen mag ja nach ein paar Jahren die Haltbarkeit durchaus noch gegeben sein, modisch sind die aber sicher nicht mehr.
..bei the way..wären sie eine generation älter als ich( eine generation rechnet sich in der demographie mit 25 jahren) so müssten sie um die siebzig sein..in dem falle sehe ich ihre sichtweise in einem anderen kontext.
meinen kleiderschrank bedienen...gottseidank ist er seit ein paar jahren größer als ich...daher passen ihm nur noch krawatten und pullover...aber er schätzt den tragekomfort von kaschmir und konsorten
Was zählt denn wirklich?
Der äußere Anschein?
Wenn Sie wüßten, wie viele unfähige inkompetente Anzugträger mir in meiner Berufslaufbahn schon untergekommen sind.
Glaubens mir, ich weiß, wovon ich rede.
Im universitären Bereich werden sie im Alltag außer ein paar konservativen Juristen und BWLlern keine Anzugträger mehr finden.
Mein "überall" bezog sich nicht auf die Menge der Dozenten sondern auf die Lokalitäten - natürlich finden Sie in jeder der genannten Unis auch Pulloverträger, aber eben auch noch immer ein gerüttelt Maß voll Anzugträger. Frischens Ihre Eindrücke mal auf.
nein, ich bin einfach Realist der die Welt voellig emotionslos sieht. Die heutigen Vorstaende sehen aus wie ihre Vorgaenger u. die heutigen Mitt/endreisziger die auf diese Jobs lauern sehen aus wie die Vrgeneration u. die jetztigen Anf20er die die naechste Generation darstellen sehen wieder so aus. Tun die gleichen Dinge, besuchen die gleichen Schulen, ok. der Master in irgendeiner US - Uni ist heute Standard, aber sonst ?
wenn ich mich einmische. Aber JETZT wird es wirklich gespenstisch. Meinen Bruder, Universitätsprof. Mediziner, habe ich noch nie mit Anzug gesehen. Wie er sich auf Kongressen kleidet entzieht sich meiner Kenntnis. Gehen wir mal "eleganter" essen, dann trägt er ein Sakko, ein chices Hemd mit Hose und nicht seine geliebten Jeans, aber Kravatte nimmt er nicht.
Ich sags ja, wir sind wahrscheinlich bei der Geburt irrtümlich getrennte Zwillinge.;-)
Bei mir ists aber nicht einer der Brüder.
Die sind eher Anzugträger, da viel älter älter als ich und mit noch konservativeren Studien samt dazugehörigen Vorurteilen behaftet.
Prof. angeht.
Ab einer gew. Ebene, in der dann die wirklich wichtigen Entscheidungen getroffen werden, werden, von marginalen Ausnahmen abgesehen, Anzuege getragen. Das beweist ja nicht die Kompetenz. Auszerdem gilt bekannlich, jeder macht soweit Karriere bis er auf einem Posten sitzt, der ihn ueberfordert
warum Ihre letzten beiden Postings an mich wieder mal nicht freigeschalten wurden. Waren sie doch diesmal völlig harmlos, im Gegensatz zu Ihren üblichen, von pornographischen Andeutungen bis unverhohlen expliziten Beschreibungen und Aufforderungen nur so strotzenden. ;o)
Was wollens damit jetzt sagen?
Daß die größten Dolme chic angezogen sind und darum befugt sein sollen, Entscheidungen treffen?
Sie haben ja von den Professoeren gefaselt und ich hab Ihnen erklärt, daß es bei denen schon längst lockerer zugeht.
Ich versteh ja, daß Sie Ihre Branche gern positiv darstellen wollen, aber schauens doch auch einmal hinter die Kulissen.
Prof. angefangen hab, weisz ich zwar nicht, macht aber nix.
Ich hab mir jetzt den Spasz gemacht, den Vorstand v. Daimler Benz auf Google Ommagini zu suchen, dann Draghi. Diese Leute tragen Anzuege, das wuerde auch mit der Generali gehen, der Dt. Bk, ihrem "Liebling" Profumo, PricewaterhouseCoopers ect. ect.
Was verstehen Sie daran nicht?
Ich war ja mein Leben lang mit teilweise unfähigen Anzugträgern und dann wieder teilweise brillanten lässig gekleideten Männern konfrontiert.
Woher glauben Sie stammt sonst meine Einstellung?
Ich lehne auch diese typische Businessverkleidung a la Merkel für Frauen total ab. Man muß als Frau ja nicht gleich im Mini und Spaghettiträgern zum Termin erscheinen. Es gibt auch noch etwas zwischen beiden Extremen.
Naja, gar so ein Kontrast zur Merkel, abgesehen davon, daß sie schlanker ist, ist die auch nicht.
Das ist schon ein sehr männliches Outfit, das sie da so präsentiert.
Warum stellen Sie immer das Tun vor das Können?
Nur weil die Ellenbogen und die Skrupellosigkeit ausgeprägter sind?
Man sieht eh in ganz Europa, was dabei rausgekommen ist.
Dame aus der Modebranche wollte ich nicht nehmen u. haette ich mit der Fr. IV - Praesidentin begonnen, haettens gsagt, "na typisch"
https://www.google.it/search?cl... 4gTIq5TwAw
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.