EU fordert Hinrichtungsstopp

Drei Männer gehängt - zwei wegen Beihilfe zum Mord, der dritte wegen Kollaboration mit Israel

Jerusalem - Die Europäische Union hat die im Gazastreifen herrschende palästinensische Organisation Hamas aufgefordert, keine Todesurteile zu vollstrecken. In einer am Mittwoch in Jerusalem und Ramallah veröffentlichten Erklärung hieß es, die Behörden im Gazastreifen müssten sich an die faktische Aussetzung der Todesstrafe durch die Palästinensische Autorität von Präsident Mahmoud Abbas halten. Die Abschaffung der Todesstrafe diene dem "Schutz der menschlichen Würde" und der Weiterentwicklung der Menschenrechte. Die Todesstrafe sei "grausam und unmenschlich" und zur Abschreckung von kriminellen Taten ungeeignet.

Die EU reagierte damit auf die Mitteilung des Innenministeriums der Hamas, wonach am vergangenen Samstag drei Männer gehängt wurden - zwei wegen Beihilfe zum Mord, der dritte wegen Kollaboration mit Israel. Es war die erste Hinrichtung im Gazastreifen wegen Kollaboration mit Israel seit Juli 2011, als deswegen zwei Palästinenser hingerichtet wurden. Nach palästinensischem Recht steht auf Kollaboration, Mord und Drogenhandel die Todesstrafe. Für jede Hinrichtung ist eine Zustimmung des Präsidenten erforderlich.

Die Hamas ("Bewegung des islamischen Widerstandes") entstand als Ableger der ägyptischen Muslimbruderschaft, die heute die stärkste politische Kraft in Ägypten ist. Sie gewann die palästinensischen Parlamentswahlen vom Jänner 2006 mit absoluter Mehrheit und vertrieb die Fatah von Abbas im Juni 2007 aus dem Gazastreifen. (APA, 11.4.2012)

Share if you care