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Wien - Ein Großteil der Österreicher kennt seine wichtigen gesundheitsrelevanten Laborwerte nicht. Selbst bei deklarierter Kenntnis davon handelt es sich offenbar häufig nur um angebliches Wissen. Dies hat eine Umfrage ergeben, welche der Pharmakonzern Sanofi-Aventis aus Anlass des Welt-Gesundheitstages in Auftrag gegeben hatte.
Ziel der repräsentativen, bundesweiten face-to-face Befragung war es, herauszufinden, was die Österreicher über die eigenen Gesundheit wissen und im Speziellen über das Thema Diabetes, hieß es in einer Aussendung des Unternehmens. Dazu wurden über 1.000 Personen beiderlei Geschlechts im Alter von 18 bis 84 Jahren interviewt.
Nur ein Zehntel kennt Laborwerte
Obwohl über 91 Prozent der Befragten davon überzeugt waren, dass die persönliche Vorsorge und Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen außerordentlich wichtig sind, gaben zwei Drittel der Interviewten an, den eigenen Gesundheitszustand und die entsprechenden konkreten Laborwerte nicht oder nur unzureichend zu kennen. Bei den etwa 30 Prozent der Probanden, die ihre Laborwerte zu kennen glaubten, wurde hinsichtlich Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker und Langzeitzucker genauer nachgefragt. Eine sichere und konkrete Angabe konnte davon wiederum nur ein Drittel machen.
Erste Anlaufstelle für Informationen zum Thema Diabetes ist laut Umfrage der Hausarzt, gefolgt vom Internet und an dritter Stelle dem Internisten. 45 Prozent der Befragten gaben an, dass die letzte Blutzuckermessung länger als ein Jahr zurück gelegen sei. Weiters glaubten nur elf Prozent von sich aus, den Begriff HbA1c erklären zu können. Es handelt sich dabei um einen Laborwert, für den mittleren Blutzuckerwert der letzten acht Wochen (Langzeit-Blutzucker). (APA, 11.4.2012)
Der Grossteil der Ösis kennt seine/ihre Werte nicht. Aber - und das halte ich für viel schwieriger - ein viel zu grosser Teil der Ärzteschaft kennt die Bedeutung der "Norm" solcher Werte nicht! Es handelt sich schlicht um statistische Verteilungswerte. Und wenn man sich anschaut, wie mit den guidelines für Blutdruckwerte im Lauf der Zeit immer wieder ein anderer Grenzwert als "behandlungsbedürftig" definiert wurde, wird klar, dass auch AUSSER der "Norm" liegende Werte (= "nicht normale Werte") nicht unbedingt pathologisch sein müssen. Umgekehrt sind auch "normale" Werte nicht unbedingt ein Nachweis für Gesundheit. Aber im Denken vieler Docs gibt es halt nur "gesund" oder "krank".
ich denke es ist nur wichtig, halbwegs seine werte zu kennen - und vom doc interpretieren oder erklären zu lassen - aber hilft auch nicht immer. meine schilddrüsenwerte waren immer am absolut untersten wert der skala - lt. doc alles ok - ja klar - ich hatte aber sämtliche schlimmen symptome einer unterfunktion - zum endokrinologen gegangen und dort aufgeklärt worden - alles was in der norm ist muß nicht immer gesund sein. seit ich jetzt sd-hormone nehme geht es mir viel besser. aber auswendig muß doch niemand die werte kennen, wozu?
Same here, die längste Zeit haben die Ärzte mich als psychisch labil o.ä. eingestuft, die Blutwerte waren ja schließlich in der Norm - dabei kann es einem ziemlich schlecht gehen, auch wenn im Befund alle Schilddrüsen-Werte in der Norm sind. Ich habe das so erlebt, dass den Werten "geglaubt" wurde und mein "es geht mir schlecht" nichts gezählt hat.
Mir wurde das auch jahrelang eingeredet, bis ichs irgendwann selbst geglaubt hätte. Das beste war die Meldung der Abteilung eines großen Krankenhauses, wohin mich eine Ärztin (die einzige von allen, die den eigentlich richtigen Verdacht Jahre zuvor allein schon nach dem Augenschein geäußert hatte!!) zwecks näherer Abklärung geschickt hatte, auf meine Frage, wann ich zur nächsten Kontrolle kommen solle, dass eine weitere Kontrolle gar nicht nötig sei, weil ja eh alles passt. Es ist nicht sehr lustig, jahrelang mit einem TSH-Wert leben zu müssen, der bei seiner rein zufälligen Entdeckung (weil ich wegen was anderen im Krankenhaus war) damals schon über dreißig betrug dann.
Nach diesem Wert zu fragen ist etwas vermessen, da er in einem Standard Bluttest gar nicht erhoben wird. Erst wenn Verdacht auf Diabetes besteht, wird der Wert ermittelt bzw. zur Kontrolle bei bestehender Diabetes. Wenn jemand normale Blutzuckerwerte hat, wird dieser Wert nie auf seinem Befund aufscheinen.
Bei der Diagnostik sollte man sich auch nicht auf den HbA1c verlassen, da dieser im Anfangsstadium eines Diabetes im Normalbereich ist. Nüchternblutzuckerwerte oder idealerweise das Ergebnis eines oralen Glukosetoleranztests haben mehr Aussagekraft.
Bzgl. HbA1c-Messung: Heute war Diabetestag im Wiener Rathaus. Es gab kostenlose HbA1c-Messungen bis zum Erbrechen ;)
Von Zeit zu Zeit gibt's eine Analyse. Und dann bekomme ich die Werte. Was aus der Norm ist (war noch nie) und was im Randbereich ist, google ich mir durch. Danach gibt's den Termin mit meinem Arzt, mit dem ich alles genau bespreche. Sollte da dann Handlungsbedarf bestehen, dann wird halt gehandelt. Aber 1 Stunde nach dem Arzttermin hab ich die Werte doch längst wieder vergessen.
ich gehe seit einigen jahren regelmäßig zu vorsorgeuntersuchung und bekomm dann einen zettel mit den einzelnen werten ausgehändigt.
der arzt erklärt mir dann was die zahlen bedeuten und ob irgendetwas gefunden wurde das nicht der norm entspricht.
welchen sinnvollen nutzen hätte es jetzt die zahlenangaben auswendig zu lernen um sie dann jederzeit wiedergeben zu können?
Ich finde die Befragung komisch.
Was habe ich davon, wenn ich mich weiß, dass X auf 123 ist? Solange ich nicht weiß, was der normale Bereich ist und was der Wert bedeutet, kann ich mit der Zahl nichts anfangen.
Wichtiger erscheint mir die Frage: Wie oft gehen sie zur Gesundenuntersuchung? Bzw. gehen Sie überhaupt zur GU?
Das ist doch die völlig falsche Herangehensweise. Es sollte dahingehend erzogen werden, dass der Mensch zum Arzt geht, wenn er sich nicht gut fühlt oder auffallende Werte hat. Was nützts, wenn jemand seine Laborwerte auswendig und ev. sogar definieren kann, wenn er damit zu Hause bleibt und keine Hilfe in Anspruch nimmt Völlig absurd, diese Studiel
vor kurzem hat mir ein Kunde erzählt er käme mit seinem neuen Blutzuckermessgerät so gar nicht zu recht und zeigt mir sein Coagucheck-Gerät....
man sollte die Erwartungen an die Allgemeinheit runterschrauben und froh sein wenn wenigstens die PATIENTEN richtig aufgeklärt werden wie und wann sie mit welchem Gerät was messen und welche Werte noch ok sind und ab wann es dann gefährlich für sie sein könnte...
"Dies hat eine Umfrage ergeben, welche der Pharmakonzern Sanofi-Aventis aus Anlass des Welt-Gesundheitstages in Auftrag gegeben hatte"
Der Konzern tut nichts ohne Grund. Warum also will er, dass die Menschen ihre Laborwerte kennen?
Aus einem einfachen Grund: die Menschen sollen für "ihre Werte" sensibilisiert werden - damit sie, wenn die Werte durch die Pharmalobby nach oben "korrigiert" werden, umso leichter für eine "Korrektur" durch Medikamente gegen z.B. Bluthochdruck oder Cholesterin (Blockbuster!) vereinnahmen lassen.
Nur - es gibt keine allgemeingültigen Werte, da diese individuell sind; und die Laborwerte berücksichtigen dies nicht. Umso lieber natürlich die Pharmalobby.
Sanofi hat keine Cholesterinsenker im Portfolio und als Blutdruckmittel wäre lediglich Ramipril nennenswert, dessen Patentschutz aber schon lange abgelaufen ist.
Relativ allgemeingültige Werte gibt es beim Diabetes z.B. schon, aber in Dickschädel wie Ihre kann man wohl die Gleichung "HbA1c 10% = schlecht" nicht reinpressen.
Noch eine Anmerkung an den "Autor": Auch die APA ist nicht allwissend. Beim Copy & Pasten sollte man den Inhalt zumindest ein bisschen überprüfen. Das "Aventis" beim Firmennamen ist seit geraumer Zeit schon weg.
von hba1c hab ich in dem artikel das erste mal gehört. und zum arzt geh ich wenn ich krank bin, manchmal werden dann auch blutbefunde gemacht - die bis jetzt aber nie was aufregendes ergeben haben...
also, warum sollte ich was über meine "laborwerte" wissen, die sagen nur bedingt was über meine befindlichkeit aus...
Weil sie es manchmal erlauben, Krankheiten oder deren Folgen zu verhindern bevor diese manifest werden?
Z.B. die familiäre Hyperlipidämie: Ca. 1 von 250 Menschen hat aus Gründen eines Gendefekts stark erhöhte Cholesterinwerte und zwar in dem Ausmaß, dass die Entstehung eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls um Jahrzehnte vorgezogen werden kann. Spüren tut man bis dahin absolut nichts. Da es ein Gendefekt ist, gibt es noch keine Heilung, aber eine Bestimmung der Cholesterinwerte kann die Diagnose zutage befördern und mit Cholesterinsenkern kann man das Herzinfarktrisiko wieder auf Normalniveau herunterbringen.
aus meiner sicht überhaupt nichts.
wer ihn kennen muß - der arzt bei dem man den cholersterinwert gemessen hat und der dann die von dir dargebrachten dinge beachtet und eine entsprechende therapie vorschlägt an die sich der patient dann zu halten hat.
und als kritikpunkt wird genannt, daß die leute keine genauen angaben machen können.
kritisiere also nicht mich sondern die studienersteller oder den schreiber des artikels wenn es darum geht, ob man seine genauen laborwerte kennen sollte.
Ich finde ihre Gesundheit ist noch immer ihre Sache, um die sie sich in gewisser Weise selbst kümmern müssen.
Natürlich bringt es akut nichts den genauen Wert zu wissen, aber zu wissen ob er sich im Normalbereich befindet oder nicht. Wenn sie Arzt wechseln sollten sie oder ihr Arzt zumindest Aufzeichnungen darüber haben um den neuen Arzt zu informieren (zumindest ich hab bis jetz Blutbefunde immer mit nach Hause bekommen, die verwalte ich also selbst), da kann der genaue Wert schon wieder von großem Interesse sein.
Wenn sie wissen "knapp an der Grenze zum ungesunden" wie zB bei meinen Nierenwerten, dann ist das auch "Normalwert", aber trotzdem für den neuen Arzt erwähnenswert.
Und das ist gut so.
Besser im falschen Glauben zu leben, man sei halbwegs gesund, und dabei eventuell ein paar Jahre kürzer zu leben, als im Bewusstsein seiner körperlichen Mängel ein paar Jahre länger zu leben.
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