Syrien setzte zur Internet-Kontrolle auf deutsche Überwachungssysteme

Bericht: Siemens lieferte im Jahr 2000 Kontrollsysteme für Internetinfrastruktur

Syriens staatlicher Provider Syrian Telecommuncation Establishment (STE) hat zum Aufbau seiner Internet-Infrastruktur 2000 den deutschen Elektronikkonzern Siemens beauftragt, das dazu nötige Know-How und die entsprechende Ausrüstung zu stellen. Wie der MDR berichtet, wurde zu dem Zeitpunkt bereits klar festgehalten, dass im millionenschweren Ausrüstungsvertrag die Einrichtung von Systemen zur vollständigen Kontrolle der inländischen User inbegriffen sei.

Überwachung

Wie heise-online einen Auszug der von der Piratenpartei veröffentlichten Ausschreibung zitiert, gehörte zu den Anforderungen ein "elektronisches Überwachungs- und Kontrollsystem", mit dem der Staat jedes Datenpaket überprüfen können müsse. Weiters wird beschrieben, wie ein Monitoring Center zur Online-Überwachung und zur Einsicht in jedes verschickte Email dienen soll. Zudem könnten damit Klarnamen von Chatnutzern aufgezeichnet und Internet-Blockaden errichtet werden.

Immer noch in Betrieb?

Der MDR-Bericht geht davon aus, dass Siemens die erforderten Systeme damals zur Verfügung stellte, nachdem der heutige Betreiber der Netzwerksparte Nokia Siemens Networks (NSN) den erfolgreichen Vertragsabschluss vom Jahr 2000 bestätigt. Das besagte Monitoring Center soll heute von der NSN-Ausgründung Trovicor betreut werden, die von einem Finanzinvestor übernommen wurde. (red, derStandard.at, 11.4.2012)

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21 Postings
Nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches entstand danach unter der Regie der Westmächte ein Syrien mit ziemlich willkürlich gezogenen Grenzen.

Die deshalb schon seit damals durch verschiedenste Ethnien und Religionen bedingte konfliktbeladene und potentiell explosive politische Grundsituation war nur durch ein starkes Regime und wirksame Kontrollmechanismen dieser Art zu bewältigen.
Der jetzt nach Jahrzehnten vielleicht doch noch heraufziehende große Bürgerkrieg war all die Jahre nur so zu verhindern.
(Ähnlich der politischen Entwicklung Jugoslawiens vor und nach Titos Tod.)

Der CIA - unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung - überwacht und scannt den gesamten weltweiten Mailverkehr, größtenteils Bereiche, die ihn überhaupt nichts angehen.

Es gibt noch immer viel zu viele moralbefreite Technokraten... die geistigen Erben von Wernher von Braun quasi, die einfach meinen: mit meinen Chips, meinen Bits und meinen Sources mache ich nur Geld und mir selbst Freude an der Arbeit. Zu wenige reflektieren den Schaden den ihre Werke in der reellen Welt anstellen.

Ich denke, das liegt an der Ausbildung, die Humanwissenschaftliche Inhalte innerhalb der Technik noch immer zu wenig betont.

Anrüchige Export

Mega stinkendes Blutgeld

konzerne wie siemens sehen sowas sehr pragmatisch.

wenn es nicht verboten ist, wird es geliefert.
moral ist leider keine größe mit der ein buchhalter etwas anfangen kann.
die haben doch auch die SPS simatic7 für die urananreicherungszentrifugen geliefert.
da kam dann aber noch der böse stuxnet dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stuxnet

wer diesen wikipedia artikel liest, bekommt vor seinem computer angst und vergräbt ihn hinter dem haus.

Viel eher, dass der Angriff von einem Geheimdienst gestartet wurde!

Europa setzt zur Internet-Kontrolle auf deutsche Überwachungssysteme.

.. es ist keine Neuigkeit ..

... daß Regierungen gerne auf die deutsche Gründlichkeit setzen ...

Schon im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg setzten beide Seiten auf deutsche Qualität ;-)

ist bekannt seit jahren

die "dinger" standen auf keiner "embargoliste"

jetzt den moralapostel spielen ist sehr durchsichtig

tor, i2p, gpg & otr

überwacher aller länder: gehts scheiXXn!

Siemens lieferte im Jahr 2000 Kontrollsysteme

aus dem Jahr 2000 ?
Da kann Assad heute bestimmt für wenig Geld bessere Systeme im Conrad Elektronikshop online bestellen...

Wie war der Spruch bei Heckler & Koch...

"Immer zuerst am Tatort!"

LOL

klar, dass die Überwachungstechnologie aus Europa kommt. Immerhin verschwenden wir Unmengen an Steuergeldern für die Forschung und Entwicklung in der Überwachung jedes einzelnen Bürgers...

http://de.wikipedia.org/wiki/INDECT

U Boote für Israel, Überwachungssysteme für Syrien...

Die Deutsche Wirtschaft hat sich schon immer feine Kunden ausgesucht. Shame on you.

...ansonsten hätten zB Frankreich, Russland oder China geliefert...

Die Rüstungsindustrie jedes Staates MUSS Aufträge lukrieren, um für den eigenen Bedarf kostendeckend produzieren zu können...

Die Frage ist ja...

Wieviel Schmiergeld ist da geflossen?

Siemens schaut da ja nicht wirklich drauf, ist das Regime oder die Regierung so, dass man Schmiergeld erwartet, wird einfach geschmiert.

Shareholder Value. KOTZ!

Siemens liefert auch Komponenten für deren Atomprogramm ...

naund??

Was heisst da na und?

Jetzt ist gerade Syrien der boese, d.h. alle Firmen die Ueberwachungstechnologie in den letzten Jahren an Syrien geliefert haben sind jetzt die Buhmaenner.

unethisch

na sicher sind die schuld. Die wissen ja woran sie sind.
Schau mal in den Iran, da hat Siemens auch ihre Überwachungssoftware geliefert.

Wo sonst kann man Überwachungssoftware einsetzen wenn nicht in autoritären Regimen? Landminen sind ja nicht mehr der Renner, müssen die ehrlichen Manager eben schauen wo sie ihr fair und wohlverdientes Geld reinschaufeln.

Siemens hat diese Technik garantiert auch für VDS geliefert welches uns die EU eingebrockt hat.

Syrien, Libyen war nur der Feldversuch.

vds kommt vom eu-rat…
genau dort sitzen unsere deppen

ergo haben wir uns das selber eingebrockt

Nicht nur dort. ;)

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