Runderneuertes Stadt-TV am roten Band

11. April 2012, 14:51
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Der Kabelsender der Wien Holding will sich mit täglichem Livemagazin am Vorabend und Info-TV in der Früh neu erfinden - Die Macher sehen den Sender im Dienst der Stadt, versprechen zugleich unabhängige Nachrichten

Wien - An Baugerüsten vorbei, im Lift ein leerer Baustoffsack: Der Weg ins 25 Hours stimmt schlüssig ein auf ein Stadtfernsehen, das Marcin Kotlowski recht beherzt umgebaut hat. Der Exsprecher von Medienstaatssekretär Josef Ostermayer und SPÖ präsentiert hier 14 neue und 18 überarbeitete Formate von W24. Das Bobo-Hotel legt dem Sender die Latte jugendlicher Lässigkeit hoch.

Rotes Band

Jugendlichkeit verströmen etwa Kristina Inhof und Peter Schreiber. Sie präsentieren täglich 45 Minuten Stadtchronik Guten Abend Wien live mit Studiogästen zu wechselnden Schwerpunkten, etwa Wohnen. Die Mietervereinigung ist Kooperationspartner und hat auch ein eigenes Format auf W24.

Das rote Band des neuen Senderlogos zieht sich durch die Präsentationstrailer, mit Bürgermeister Michael Häupl etwa und Kanzler Werner Faymann und Stadträtin Sandra Frauenberger. Ist W24 Teil eines roten TV-Schwerpunkts (neben der ORF-Politik), dem man auch das Satprojekt Schau-TV des Bohmann-Verlags zurechnen kann?

Es gibt eine klare Eigentümerin", sagt Kotlowski, "das ist die Stadt Wien" via Wien Holding. Es gibt eine rot-grüne Stadtregierung, sagt er: "Man wird seine Eigentümer nicht negieren. Wir agieren im Dienste dieser Stadt." wien.at etwa ist eine Sendung, die W24 gleich im Auftrag der Stadt produziert. 

Bei Nachrichten "unabhängig"

Eigentümerin Wien Holding erwartet schon Berichte über "Betriebe von uns und Veranstaltungen dieser Betriebe", sagt deren Geschäftsführerin Sigrid Oblak. Chefredakteur Kurt Rauniak, früher Puls 4, betont, bei den Nachrichten sei das Team unabhängig. Für Präsenz der vielgestaltigen Eigentümer gebe es ja "andere Formate" wie Reportagen oder auch eine Sendung mit und über die Vereinigten Bühnen.

2,8 Millionen Euro Jahresbudget

Mit 2,8 Millionen beziffert Kotlowski das Jahresbudget. "Kein Steuergeld", betont er, gespeist aus fünf Prozent Beteiligung an der Wiener UPC, in deren Kabelnetz man sendet. Und aus Kooperationen etwa mit Elektronikhändler DiTech.

DER STANDARD kooperiert mit W24 bei Aufzeichnung und Ausstrahlung von Montagsgesprächen.

50.000 Menschen sehen derzeit laut Kotlowski zumindest eine Minute am Tag W24, im Schnitt acht bis neun Minuten. Die Sehdauer will er steigern. (Harald Fidler, DER STANDARD, 12.4.2012)

Überblick
Der Gemeindebau kocht: Mehr Formate auf W24

Link
Alle Details zu den neuen Formaten finden Sie hier unter w24.at.

  • Rotes Band als neue Kennung, nachts bleibt die rote Bim. 
 
 
    foto: w24

    Rotes Band als neue Kennung, nachts bleibt die rote Bim.

     

     

  • Josef Broukal und Handelskette DiTech über Technik-Allerlei.
    foto: stadtsender w24

    Josef Broukal und Handelskette DiTech über Technik-Allerlei.

  • Knöppels Sportlounge, jeweils montags, 20.45 Uhr.
    foto: stadtsender w24

    Knöppels Sportlounge, jeweils montags, 20.45 Uhr.

  • Wochenrückblick am Wochenende mit Annett Hudasch.
    foto: w24

    Wochenrückblick am Wochenende mit Annett Hudasch.

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