Bombe auf UNO-Konvoi

11. April 2012, 14:24

Besuch musste abgebrochen werden

Kairo - In der ostlibyschen Stadt Benghazi ist ein Konvoi der Vereinten Nationen mit einem Sprengsatz beworfen worden. Nach Angaben lokaler Sicherheitsbehörden war die UNO-Delegation in vier Fahrzeugen unterwegs, als sie von unbekannten Tätern attackiert wurde. Verletzt wurde bei dem Angriff, der am Dienstagnachmittag stattfand, niemand. Unter den Delegierten war auch der Chef der Libyen-Mission UNSMIL, Ian Martin. Anfang März hatten Politiker und Stammesvertreter in Benghazi die Autonomie der östlichen Region Cyrenaika ausgerufen.

Wie UNSMIL-Sprecherin Hua Jiang sagte, hatte sich Martin mit örtlichen Behörden sowie Vertretern der Zivilgesellschaft getroffen. Nach dem Angriff habe er den Besuch abgebrochen und sei nach Tripolis zurückgekehrt. Die US-Regierung verlangte vom libyschen Übergangsrat eine Untersuchung des Vorfalls. US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland forderte am Dienstag "alle bewaffneten Gruppen" auf, "sämtliche Differenzen durch Dialog auszuräumen und auf Gewalt zu verzichten".

Für die Mission UNSMIL, die nach dem Sturz des Regimes von Muammar al-Gaddafi eingerichtet wurde, arbeiten etwa 200 Experten, viele von ihnen selbst Libyer oder Araber. Sie sollen beim Aufbau des Staates helfen und die neuen Behörden "unterstützen und beraten bei allen Bemühungen, die Verbreitung von Waffen zu verhindern". Der Übergangsrat hat laut Analyse der "International Crisis Group" keine Kontrolle über das kriegszerstörte Land. Mehr als 125.000 Libyer sollen unter Waffen stehen. Es ist eine der Hauptsorgen der Vereinten Nationen, dass weitere Waffen des alten Regimes Terroristen in die Hände fallen, die in den Sahel-Staaten aktiv sind.

Unzufriedene Ex-Rebellen, die Anspruch auf Sold als "Revolutionäre" erheben, haben am Dienstag den Sitz des regierenden Übergangsrates in Tripolis angegriffen. In einem Regierungskommuniqué vom Mittwoch hieß es, der bewaffnete Angriff habe keine Opfer gefordert. Die Attacke sei gegen "die Souveränität und das Ansehen des Staates" gerichtet, der die "Sprache der Drohung und Erpressung" zurückweise. Regierungssprecher Mohammed Harizi erklärte, die Auszahlung des Soldes an die "Revolutionäre", die gegen das Gaddafi-Regime gekämpft hatten, sei wegen "Missbräuchen" gestoppt worden. (APA, 11.4.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2
Auch in Ägypten beobachtet man die Situation in Libyen - wie in Tunesien - mit zunehmender Besorgnis:

"The road to the Egyptian land border is open but is controlled by numerous checkpoints. We have had reports of violent incidents along this road."

http://www.fco.gov.uk/en/travel... rica/libya [23.3.2012]

Ein solcher (für eine Ägypter tödlicher) "violent incident":

http://www.elwadynews.com/video.php?id=2593

Aus Libyen nach Ägypten eingeschmuggelte Waffen:

http://news.yahoo.com/weapons-s... 16465.html

"[...] almost two decades of international sanctions prevented a generation of Libyans from gaining the necessary technical skills by studying at Western universities."

http://www.thedailynewsegypt.com/global-vi... n-dp2.html [16.3.12]

In der New America Foundation hat mensch, dank messerscharfer Analyse und statutengemäßer Impartiality, die Wurzel aller neu-libyschen Übel ausgefunden und namhaft gemacht.

Derselbe auf die Frage, weshalb "über Libyen so gut wie gar nicht mehr geredet und berichtet wird", warum das Land für die vielzit. "Staatengemeinschaft" nicht mehr Thema ist:

"[...] weil man halt den Triumph, den man da hatte, nämlich Gaddafi zu stürzen, dass man ihn nicht dadurch politisch entwerten möchte, dass man jetzt eben zur Kenntnis nimmt, dass eigentlich die nächste Runde des Bürgerkriegs schon begonnen hat. Libyen ist im Moment tatsächlich am Beginn eines neuen Zerfallsprozesses, möglicherweise eines Bürgerkrieges [...]"

"[...] man möchte sich nicht im Nachhinein blamieren, was man letztes Jahr an triumphalistischen Dingen in Paris und London gehört hat."

http://www.dradio.de/dlf/sendu... f/1728109/ [12.4.12, Interview mit dem Deutschlandfunk]

"[...] in Libyen standen sich nicht zwei geschlossene und gut organisierte Konfliktparteien gegenüber, sondern Dutzende bewaffnete Gruppen kämpften um die Macht – und um die Durchsetzung ihrer Partikularinteressen.

Heute wird das Land nicht von einer geeinten Regierung kontrolliert, sondern besteht aus zahlreichen regionalen und lokalen Einflusssphären. Ein funktionierender Staatsapparat, der die divergierenden Gruppen friedlich integrieren könnte, muss erst noch geschaffen werden. / [...] Gegenwärtig besteht Anlass zu Skepsis. Auch deshalb sind Jubel und Rechthaberei zumindest verfrüht." [10.2012]

http://www.welt-sichten.org/artikel/a... rueht.html

das ist Erdöl Raubrittertum der übelsten Art

was sich jetzt in Lybien abspielt. Totales Chaos im Land, nur die Erdölquellen funktionieren brav.

Das Gesellenstück Europas

um dem Meister zu zeigen, dass wir zumindest in den letzten zehn Jahren zu den selben skrupellosen, zynischen und blutrünstigen Werwölfen mutierten, wie er selbst.

Mit der selben neutral[isierten] Berichterstattung.

Viva USAEU

momentan wird Lybiens Erdöl geplündert

man lese russia today. Vorrangig werden die USA und UK bedient, dann Frankreich und mit Abstand Italien.
Es ist eine grausliche Welt.

Es ist eine grausliche Welt?

Die USA/EU sind nur 10% der Weltbevölkerung.

Wir sollten langsam aufhören uns als die Welt zu sehen und uns eingestehen, dass wir in der eigenen Ressourcenfalle sitzen, wie die Sowjetunion vor 25 Jahren, und die selbe Größe haben, den Laden einfach zuzusperren.

Stattdessen kämpfen wir auf aussichtslosen Posten bis zur letzten Patrone, um ein paar Leuten im Führerbunker das Leben um ein paar Tage zu verlängern und nennen das eine grausliche Welt :-(

Dies Bombe war das Dankeschön für Zehntausende Natobomben, die von der UNO genehmigt wurden!

idioten gibts überall

meinte jetzt natürlich nur libyen

wie ist man damals über gadaffi hergezogen und hat

ihn als schlächter, seine truppen viagra beliefernd zu vergewaltigungen anstiftenden tyrannen dargestellt - belächelt als er von al quaida und anderen äusseren einflüssen sprach, ihm unterstellt dass er ein massaker in benghazi plant usw. usf.
danach hat die NATO nicht den luftraum überwacht und geschützt sondern aktiv in den konflikt eingegriffen und alle städte wo regierungstruppen waren plattgemacht - die infrastruktur zerstört - das würde ich als kriegsverbrechen der Nato sehen und vor den internet. gerichtshof abhandeln.

nun hat man das gewünschte resultat - einen unregierbaren staat der komplett zerstört ist, wo nur die ölquellen weiter sprudeln - danke NATO danke internationale gemeinschaft - verlogener geht's wohl nicht mehr!

Bombe auf UNO-Konvoi

Villeicht hatte Gaddafi gar nicht unrecht, gegen die Benghazi Gang vorzugehen.....
Aber villeicht holt das die Nato nach - es wird nicht der erste UNO Konvoi sein der angegriffen wird.
Das wird auch in Syrien passieren nur dort existiert noch ein funktionierender Staat. In Libyen herrscht das Chaos. Auge um Auge.

Revolution der Gier

Eine kleine Bombe und die Leute laufen wie die Huehner. Die naechste Revolution started in Bengasi - unterstuetzt von all denen die keinen Anteil am neuen Reichtum bekamen.

Sie haben uns fuer dumm verkauft

Die Uebergangs-Regierung (ha!) hat keine Macht im Land. Alle Aufstaendischen wollten nur das eine: mehr Geld fuer sich und die Familie.

Damit sie Waffen bekamen sprachen sie von Ehre, Menschenrechten, Demokratie und moralischen Werten. Jetzt ist Gaddafi weg und es zeigt sich die Wahrheit: es ging ihnen nur um Geld. Womoeglich hatten sie gar nichts gegen Gaddafi - das schien nur der Weg zum neuen Reichtum.

Sie glauben, die haben uns ein X für ein U vorgemacht?

Das glaube ich ganz und gar nicht.

Ich glaube eher, Sie glauben, was uns die Zeitung glauben macht :-)

CNN - BREAKING NEWS / Wer hätte das gedacht!

http://edition.cnn.com/2012/04/1... index.html

Waren Wedeman, Seidner, Black et. al. 2011 so gefesselt von Viagra-Stories, "soldiers [purportedly] killed by their commanding officers for disobeying orders to shoot at peaceful protesters", dem Dirigieren von Demonstranten (vom Hotel-Balkon in B. aus) usw., daß Ihnen entgehen konnte, wer da - auch - mit bzw. neben ihnen unterwegs war?

Die Thuwar pauschal als Salafisten abzutun, wird der Realität nicht gerecht. Die meisten treiben/trieben andere Motive: z.T. hehre, z.T. niedere. Ein Medium, das doch laufend mehrere Leute vor Ort hatte, auf jeder Seite der Front, überführt sich, gibt mensch sich jetzt überrascht, (a) der Heuchelei oder (b) der Ignoranz.

Wer auf "black flags" steht, kommt hier auf seine Kosten:

http://derstandard.at/plink/133... id25568870

Der dort, neben dem YT-Video, verlinkte Artikel gibt einen recht guten Eindruck davon, wie diese speziellen Milizen hier und da - bei weitem nicht überall - "das Stadtbild [um]prägen". Das werden dieselben sein, vermute ich, gegen deren direkte und fortgesetzte Unterstützung/Bewaffnung durch Qatar der NTC schon 2011 wiederholt protestiert hatte:

"The bond began to cool late last year when the NTC discovered Qatar was continuing to arm and fund various militia groups. This was damaging enough given Libya’s already severe militia problem;"

http://thinkafricapress.com/libya/wha... atar-doing [7.3.12]

Demokratie/Bombe

Das mit der Demokratie dürfte doch nicht so richtig funktionieren??!!!

aber gehns,...

die demokratie wird jetzt so gelebt, wie sie eingeführt wurde, mit bomben, raub, mord und gewalt.
im namen der vereinigten kriminellen wirtschaft.
und ihren knechten der politik.

Ausgerechnet die USA fordert ""sämtliche Differenzen durch Dialog auszuräumen und auf Gewalt zu verzichten".

Was für ein Hohn !!

Massenmörder- und Friedensnobelpreisträgerschergin tadelt die Bösen Anderen Waffen zu benutzen etc.

Man sollte nicht mit dem Feuer spielen, und in Gebiete, die ohnehin unter Spannung stehen nicht noch Öl ins Feuer gießen.

In Ländern, wo ohnehin ethnische, oder clanbezogene Spannungen herrschen eine Seite zu unterstützen um Gewalt anzuwenden entfacht aus einer Flamme ein lange brennendes, loderndes Feuer. Es gibt immer mehr zu betrauern, immer mehr zu rächen, immer weniger zu verlieren, immer größeren Hass. Diese Negativkreisläufe zu durchbrechen wird immer schwieriger, je mehr Gewalt angewendet wird.

Leider trägt der Westen hier Mitschuld am Desaster für die Libyer, deren friedlichen Bemühungen unterstützt gehört hätten um das Feld nicht den Fanatikern zu überlassen. Warum dies aber so erfolgte sind die minderen (minderwertigen) Gründe des Westens um dort einzugreifen. Stichworte sind: Abhängigkeit, Kontrolle über Ressourzen - auch gegenüber China, Russl.)

und wie immer nicht vergessen, dass unser A.Minister Spindelegger sich für diese Demokratie eingesetzt hat. !

dank Spindelegger sind wir nicht downgeratet wurden

die Obama Administration hat wie ein Aasgeier Österreichs Haltung beobachtet. Wir konnten also ein Stück Lebensqualität retten. Join the winners!

Du sollst

Profit auf Kosten und zu Lasten Anderer machen.

Du sollst geizen und gieren, raffen und anhäufen und niemals mit Anderen teilen, es sei denn aus Berechnung, nämlich aus selbstsüchtigen Gründen und zum eigennützigen Vorteil.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.