Dekanin verteidigt sich gegen Nepotismus­vorwürfe

11. April 2012, 13:52

Soll im Rahmen von FWF-Projekt Aufträge an Familienmitglieder vergeben haben - Seidler: Habe keine Vorschrift verletzt - FWF: Gibt kein Verbot

Wien - Mit Nepotismusvorwürfen sieht sich die Dekanin der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, Andrea Seidler, konfrontiert. Wie die Wochenzeitung "Falter" berichtet, soll sie im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF mit rund 400.000 Euro geförderten Projekts Aufträge an Familienmitglieder und Bekannte in Höhe von 30.000 Euro vergeben haben. Seidler betonte am Mittwoch in einer der APA übermittelten Stellungnahme, "keine einzige Vorschrift verletzt" zu haben. Auch beim FWF erklärte man, dass es kein Verbot und keine Regelungen in diesem Zusammenhang gebe.

"Schiefe Optik"

Laut "Falter" haben sich Mitarbeiter Seidlers wegen der Aufträge an die Wochenzeitung gewandt und das Fehlen von Compliance-Bestimmungen beklagt. Auch der Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Heinz Mayer, spricht in der Zeitung von einer "schiefen Optik", wenn Familienmitglieder in einem so hohen Ausmaß bei staatlich geförderten Projekten beigezogen würden.

Seidler betont die "hundertprozentige Transparenz" bei dem seit 2006 laufenden FWF-Projekt ("Hungarus Digitalis"), dessen wissenschaftliche Qualität von internationalen Gutachtern hervorragend beurteilt worden sei. So sei die Liste der Projektmitarbeiter im Internet abrufbar. Sie müsse "die Erfahrung machen, dass man mir die gewählte Vorgangsweise negativ auslegt, auch wenn ich gegen keine Regelung verstoßen habe". Aus diesem Grund will sie künftig auf diese Möglichkeit nicht mehr zurückgreifen.

"Alles korrekt gelaufen"

Aus Sicht des FWF ist "formal alles korrekt gelaufen", wie ein Sprecher auf Anfrage der APA betonte. Es gebe keine Regelungen beziehungsweise Verbote in dieser Hinsicht. Man wolle auch die Regelungsdichte bei FWF-Projekten nicht so erhöhen und gehe davon aus, dass die knappen FWF-Mittel im Sinne des Projektfortschritts und -erfolgs eingesetzt würden. Dafür - und damit auch für die Frage, wer angestellt beziehungsweise beauftragt wird - seien die jeweiligen Projektleiter verantwortlich. (APA, 11.4.2012)

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Wenn der FWF das selbst verteidigt dann wird es Zeit beim FWF auszumisten.

Wer an seine Familie und Bekannte Forschungsgelder umverteilt betreibt Diebstahl.

die macht doch nur was viele machen

was natürlich nicht bedeutet das es richtig ist - auch wenns legal zulässig ist.
das ist halt dieser generelle verlust von werten, man -oder auch frau - probierts halt weils ja eh nicht verboten ist.

Unfug

Also beim den Unfug der hier gepostet wird bekommt man ja richtig Kopfweh: Man mag von geisterswissenschaftlichen "Forschungsprojekten" halten was man will, aber die Assistentin Seidler (a.o. Univ.-Prof == pragmatisierter, habilitierter Universitätsassistent nach Beamtendienstrecht) hat einen kompetitiven Forschungsgrant nach internationalem peer-review eingeworben. Jeder PI muss dafür eine detailierte Planung vorlegen mit welchen Personalstellen und Finanzmitteln er gedenkt was in welcher Zeit zu erreichen und nur die besten ca 20% bekommen nach dem peer-review die Förderung. Wie sie das Geld dann einsetzt bleibt ausschließlich ihr überlassen, verantwortlich ist sie gegenüber dem Projekterfolg. Btw 30k ist ein Predoc für 10 Monate.

unabhängig davon sollte sie wohl keine doktoranden oder studenten aus ihrer verwandtschaft selbst betreuen

...schon 85 Kommentare!

Die Antworten sind offensichtlich teils sehr gut und richtig entmutigend für die, die nicht an die sacrosancte Dekanin glauben.

Obwohl noch keine Klage besteht, wird bereits von Unschuldsvermutung gesprochen.

Warum hat die Frau Dekan Seidler soviele totsichere Verteidiger und immer mehr eingeschüchterte Aufdecker?

Eine Frau Dekan braucht nicht die eigene Tochter bezahlen und den eigenen Clan mit gut bezahlten Aufträgen versorgen. Der Stein kam offensichtlich von der Seite ins Rollen, die zu einem Hungerlohn am Institut beschäftigt ist. Was nicht stimmt ist die institutsinterne und projektinterne Kommunikation.

Wenn sich Mitarbeiter dazu entschliessen, ist garantiert nicht alles OK!

Ich finde es absolut nicht in Ordnung, wenn solche Jobs an Familie und persönliche Freunde vergeben werden, das ist ohne Zweifel Nepotismus.

Erstaunlich finde ich auch, dass die verantwortliche Person eine solche Vergabe für in Ordnung hält und keinerlei Unrechtsbewußtsein erkennbar ist, obwohl der Mangel an ethischen Standards offensichtlich ist.

Man macht so etwas einfach nicht, auch wenn es nicht direkt verboten ist.

Faktum ist aber, dass eine solche Vergabe allein, sofern die Leistungen ordentlich erbracht wurden, gegen kein Gesetz oder andere Vorschriften verstößt, diese Form des Nepotismus also legal ist.

Sie sollten eventuell den Artikel lesen.

Es wird ihr nicht einmal etwas straf- oder zivilrechtlich Relevantes vorgeworfen.

Falls Sie nach Motiven fragen, ich habe selbst einmal ein (winziges) gefördertes Projekt organisiert, tatsächlich Menschen beschäftigt, die ich bereits kannte und hätte überhaupt keine Lust, einem aufgehussten Medienpublikum zu erklären, warum ich nicht Leute gesucht habe, von denen ich nichts weiß.

Jeder Projektleiter beschäftigt gerne "Bekannte" Experten.

Wenn einer meiner Projektleiter aber anfängt, die ganze Sippe anzustellen (Tochter, Schwiegereltern, Mann, usw.) wird die Optik sehr sehr schief. Ich würde ihn kein Personal mehr selbständig anstellen lassen.

Frau "Dekanin" ist nur "a.o." Prof. -- da könnte ein Institutsleiter voll durchgreifen und müsste m.E. auch tätig werden, denn es ist sein Stall, aus dem es übel riecht!

Institutsleiterin des Instituts für europäische und vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft ist Ao. Prof. Dr. Andrea Seidler.

http://www.univie.ac.at/evsl/

Also: Viel Glück damit. Seufz...

Naja ... sie führt nur *im Auftrag* der Univ.Prof.
Ein Anruf eines Full Prof beim Dekan (jaaaaaa ... ich weiss wer das ist ....) sollte genügen. Lt. UG wird Institutsleitung durch Full Prof bestimmt.

Die schienen aber wohl froh zu sein sich nicht mit dem Papierkram befassen zu müssen -- was nun nach hinten losgeht durch die Selbstbedienungsmentalität der von ihnen damit Beauftragten Mitarbeiterin. Die müssten sich im Klaren sein, dass solche Raubzüge in die Institutskasse letztlich auch und gerade ihnen schadet.

BTW: Ich vermute, dass die Projektleitering da wo sie sich selbst bzw. ihre Verwandschaft bedient hat eben nicht Institutsleiterin war -> jemand anders hat das nicht gut Kontrolliert ... oder war "beteiligt".

irgendwie werde ich das gefühl nicht los, dass der halbe seidler clan hier mit fakeacc unterwegs ist ;)

schaut euch einfach mal die wiki seite inkl. historie an.

sind sie der geheimnisvolle scannende friseur?

haha :)
nein, ich scanne nicht für 4000€.

..ich scanne erst für 10000€

für welche leistung?

Wo is sei Leistung??

kampfpostings 2

und nach all dem ist das forum voll mit:
"der untadeligen Leitung eines Vorzeigeprojekts"
"er ist nämlich ein hervorragender kenner sowohl der bibliothekarischen seite des projekts aus auch der digitalisierung."
"Über Jahre kumulierte Beträge für Hunderte Stunden transparent geleisteter, keineswegs fürstlich honorierter Arbeit werden skandalisiert."
"Lieber Standard, das ist Rufmord."
"Denn die angeklenkerte Dekanin, Andrea Seidler... hat nichts im Entferntesten Unkorrektes "begangen"
"Diese Unterstellungen gegenüber einer international bestbeurteilten Forschungsarbeit sind sowas von erbärmlich!"
"als intrige abzuhaken"
langsam hab ich das gefühl, dass dekanate bessere kampfposter haben, als so manche parteien:)

Jö, wie reizend! Na dann suchen Sie nur schön weiter nach Wortmeldungen, die Sie zusammenkürzen oder aus dem Kontext reißen, bis sie in Ihr lächerliches Weltbild passen. Was das Einfordern von sachlicher Berichterstattung oder der Ärger über Vorverurteilung mit Kampfpostings zu tun hat, versteht außer Ihnen sowieso niemand.

aufschlussreiche Wortwahl des "Erdbeerensammlers"

Wenn Personen, die (zur Abwechslung mal) wirklich wissen und dafür jederzeit einstehen können, wovon und über wen sie reden, den zusammengeklaut konstruierten Anwürfen überprüfte Tatsachen entgegenhalten, dann wird das für den Sympathisanten(?) dessen, der sich nach wie vor so feig versteckt, als "Kampfposting" bezeichnet.. Aaja: Das ist eine selbstentlarvende Rhetorik, die es eng und enger für den ungustiösen Frustkampfposter werden läßt. Aber nur weiter so!

Offenbar kennen Sie den Betrieb und das unter Anklage gestellte Umfeld von Innen.

Das tue ich auch.

Nur: Warum kommen wir zu solch unterschiedlichen Ansichten?

Ich weiss jedenfalls, dass hier jemand schmutzkübelt, und ich kann mir gut vorstellen, dass jemand demHerrn Klenk ein Häppchen serviert hat, das dieser bereitwilligst schluckte.Nur: Da wurde in der Euphorie Kaviar-Ersatz mit Kaviar verwechselt.

Unterm Strich wird diese Sache weniger der Frau Seidler als mehr dem Herrn Klenk schaden.

kampfpostings 1

echt, dieses forum wird immer lustiger. da wird einer dekanin an der uni wien vorgworfen, das sie leichtfetig mit öffentlichen geldern umgehen soll. es gilt die unschuldsvermutung, aber ich zb würde gerne eine untersuchung der sache sehen, denn ich glaub nicht, dass florian klenk nach abhörprotokollen, omofuma etc jetzt über eine kleine intrige an der uni berichten würde. da muss wirklich was nicht stimmen.

Dass der Falter jetzt auch schon KampfposterInnen beschäftigt, erstaunt mich eigentlich... nicht.

Nebelgranaten

Bezeichnend auch keine Stellungnahme zu der Tatsache das Gatte, Tochter und sonstige Verschwägerte an dem Projekt verdienen/mitarbeiten.

Anderen Schmutzkübeln vorzuwerfen, während Sie jede Kritik als persönliche Beleidigung der sakrosankten Fr. Seidler auslegen....

Könnten Sie eventuell den Begriff "ehrenamtlich"

in einem Wörterbuch nachschlagen?

Ein bisserl Wissen über den Universitätsbetrieb könnte Ihnen auch nicht schaden.

warum reiten sie die ganze zeit auf diesem 'ehrenamtlich' herum? nehmen wir halt den gatten aus der liste, dann bleiben immer noch die tochter, der schwiegersohn etc...

Dass ausgerechnet Sie mir "Herumreiten" vorwerfen, finde ich befremdlich. Ich meine halt, man sollte Menschen das vorwerfen,

was sie offensichtlich getan haben, nicht etwas, was sie eventuell getan haben könnten.

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