US-Hegemonie beunruhigt Gegner und Verbündete

17. Juni 2003, 13:50
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Internationales Friedensforschungsinstitut: Rüstungsausgaben 2002 weltweit um sechs Prozent gestiegen

Stockholm - Das Hegemoniestreben der USA verstört aus der Sicht des Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) nicht nur Washingtons Gegner, sondern auch die Verbündeten. Seit dem Ende des Kalten Krieges waren die Vereinigten Staaten bestrebt, die einzige Supermacht zu bleiben, heißt es in dem am Dienstag in Stockholm vorgestellten SIPRI-Jahresbericht für 2002. Derzeit gehen laut SIPRI 43 Prozent der weltweiten Militärausgaben auf das Konto der USA.

Rüstungsausgaben 2002 weltweit gestiegen

Die USA gingen gegen all jene vor, die versuchten, die neue Weltordnung in Frage zu stellen - notfalls auch vorbeugend. Die Europäische Union reagiere widersprüchlich auf diese Politik. Hauptsächlich durch die Rüstungspolitik der USA seien die weltweiten Rüstungsausgaben um sechs Prozent gestiegen, heißt es in dem Bericht der Friedensforscher.

Keine gemeinsame europäische Antwort

Europa fehlt dem Bericht zufolge eine "gemeinsame, schlüssige Antwort" auf die von den USA ausgemachten "neuen Bedrohungen" ebenso wie ein "Gefühl für die eigene globale Mission". Statt dessen sei auf Seiten der europäischen Staaten folgende "Mischung" zu beobachten: "Trittbrettfahrerei, Rollenteilung, Anstrengungen zur Bildung eines Gegenpols und Hoffnungen, dass sich der US-Sturm in Wohlgefallen auflösen werde".

Anti-Terror-Kampf

Das in US-Strategiepapieren des vergangenen Jahres bekräftigte Pochen auf Washingtons Vormachtstellung hat laut SIPRI zum Krieg in Afghanistan geführt, ferner zur Einrichtung von US-Armeestützpunkten und zum Schmieden von Militärbündnissen in anderen Regionen, einschließlich ehemaliger Sowjetrepubliken. Dazu komme ein ehrgeiziges Programm zum Anti-Terror-Kampf im eigenen Land.

Ausgabenrückgang nach Kaltem Krieg

Die Militärausgaben gingen weltweit das vierte Jahr in Folge in die Höhe, nachdem es nach dem Ende des Kalten Krieges zunächst einen Ausgabenrückgang gegeben hatte. Im Jahr 2002 seien die Ausgaben deutlich um sechs Prozent auf 794 Milliarden Dollar (670 Mrd. Euro) angestiegen, schätzten die Forscher des schwedischen Instituts. Das seien 2,5 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) und 128 Dollar pro Kopf der Weltbevölkerung.

USA: Ausgabensteigerung von zehn Prozent

Die USA, mit einer Ausgabensteigerung von zehn Prozent, stehen laut SIPRI für 43 Prozent der weltweiten Militärausgaben. Während die Friedensforscher im Fall der USA den Krieg gegen den Terrorismus als Hauptgrund für den jüngsten Anstieg bei den Militärausgaben ansehen, orten sie bei Russland und China (Steigerungsraten von 12 beziehungsweise 18 Prozent) die Notwendigkeit zu Modernisierung und hohen Wartungsbedarf von Waffen und militärischem Gerät als Triebfedern für die Aufstockung der Militärbudgets. (APA/AFP)

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SIPRI

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    Die Hegemoniebestrebungen der USA verstören Verbündete wie Gegner.

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