Telekom Austria: Erste Bank erhöht Kursziel auf 12 Euro

29. Oktober 2003, 11:08
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Aktienempfehlung von "Accumulate" auf "Buy" nach oben gesetzt - Swisscom "kann sich Prämie leisten"

Wien - Die Privatisierungserwartung habe zugenommen, daher haben die Analysten der Erste Bank das Anlagevotum für die Aktien der Telekom Austria (TA) von "Accumulate" auf "Buy" nach oben gesetzt. Der geplante Aktienrückkauf begrenze das Kursrisiko, die TA erfülle zudem die Akquisitionskriterien der Swisscom. Das Institut erhöht das Kursziel von 10,50 auf 12 Euro, nachdem die Swisscom "es sich leisten kann, eine signifikante Prämie auf den aktuellen Aktienpreis zu zahlen", heißt es in einer aktuellen Kurzanalyse der Erste Bank.

Das österreichische Telekomunternehmen sei ein attraktiver Übernahmekandidat auf Grund der Bereitschaft der Staatsholding ÖIAG und der Telecom Italia, ihre Anteile zu verkaufen. Darüber hinaus sei die TA auch ein potenzieller Käufer, und zwar der bulgarischen MobilTel. Dies sollte zu wiederbelebtem Wachstum führen. Mit diesen Aussichten und dem positiven Sektortrend begründeten die Analysten ihren Schritt.

Nichtsdestotrotz äußerten die Aktienexperten die Befürchtung, die Akquisition in Südosteuropa könne überteuert durchgeführt werden. Zudem verliere die Wiener Börse bei einem Aufkauf der TA ein wichtiges Mitglied.

Die Analysten halten eine volle Privatisierung des 47,2-prozentigen Anteils der ÖIAG für unwahrscheinlich, da die Staatsholding aller Voraussicht nach die Sperrminorität halten wollen werde. Vielmehr sei ein Anteil von 22,2 Prozent der ÖIAG und die 14,8 Prozent der Telecom Italia für einen potenziellen Käufer interessant.

Seit Monaten kursieren Gerüchte über einen Einstieg der Swisscom bei der TA. Zuletzt wurde Anfang Mai kolportiert, die Swisscom habe Interesse an der TA, nachdem im April erste Gespräche über einen Einstieg der Schweizer wegen offenbar unterschiedlicher Preisvorstellungen gescheitert waren. Die Telecom Italia (TI) wird sich voraussichtlich bis spätestens 2004 aus der TA zurückziehen, was Finanzkreise als Einstiegsmöglichkeit der Swisscom interpretieren. (APA)

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