Ungarn: Greenpeace-Aktivisten aus Haft entlassen

17. Juni 2003, 14:55
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Umweltorganisation erwägt rechtliche Schritte gegen Polizei - Aktivisten wurden bei der Besetzung des AKW Paks verhaftet

Von den bei der Besetzung des ungarischen Atomkraftwerks Paks verhafteten Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace sind nun auch die letzten sechs aus der Haft entlassen worden. Dies teilte die Organisation in einer Aussendung mit. Die fünf ausländischen sowie der ungarische Aktivist haben Berufung gegen ihre Urteile eingelegt. Greenpeace prüft außerdem rechtliche Schritte gegen die an der Räumungsaktion beteiligten Polizisten.

Einreiseverbot

Die fünf Ausländer wurden laut Greenpeace ausgewiesen, sie haben für ein Jahr Einreiseverbot erhalten. Der Ungar wurde wegen "öffentlichen Aufruhrs" zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Die Umweltorganisation überlegt eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission für Menschenrechte, da sie den ungarischen Polizeibehörden bei der Räumung der Atomanlage "Gewaltexzesse" vorwirft. Beim Polizeieinsatz seien mehrere Greenpeace-Aktivisten verletzt worden. Außerdem seien die Verhafteten "Schikanen seitens der Behörden ausgesetzt" gewesen. So haben man ihnen 20 Stunden lang das Essen verweigert und sie hätten die Toilette nicht benützen dürfen.

An AKW Paks gekettet

Die ungarischen Behörden hatten am 12. Juni 21 Greenpeace-Aktivisten verhaftet, nachdem diese sich an das Eingangstor des ungarischen Atomkraftwerkes Paks gekettet hatten (derStandard.at berichtete). Sie wollten damit gegen die Verlängerung der Lebenszeit des Kraftwerkes und gegen die Übernahme des EURATOM-Vertrages in die EU-Verfassung demonstrieren. Von den Verhafteten blieben schließlich sechs Personen in Haft, darunter zwei Männer und eine Frau aus Österreich. (APA)

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    Am 12. Juni wurden die Greenpeace-Aktivisten festgenommen

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