Qualitätsstandards statt "Glückssache"

17. Juni 2003, 21:11
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Neue Journalismus- Fachhochschule startet Ende September

Die Vorbereitungen für den neuen Studiengang "Journalismus" an der Fachhochschule der Wirtschaft in Wien (FHW) gehen in die konkrete Phase. Der Lehrbetrieb startet Ende September, sagt Reinhard Christl, der kürzlich zum Studiengangsleiter bestellt wurde, im Gespräch mit der APA. Ganz oben auf der To-Do-Liste stehe nun natürlich die Vorbereitung des ersten Semesters und die Suche nach Kooperationspartnern sowie die Auswahl der Studierenden. Über 400 Bewerbungen sind für die 50 Studienplätze eingegangen.

Oberste Prämisse

Qualität im Journalismus ist die oberste Prämisse bei der Journalistenausbildung, betont Christl mit Nachdruck. "Wir haben in Österreich ein massives Qualitätsproblem im Journalismus. Ich möchte, dass dieses Problem nicht immer nur beklagt wird, sondern gemeinsam mit allen Medienleuten und -interessierten, die mittun möchten, daran arbeiten, es zu lösen." Im Vergleich mit Deutschland, wo FHs, Journalismusschulen und auch Universitäten fundierte Ausbildung bieten, gebe es eben ein deutliches Manko in Österreich.

Eine Fachhochschule ist für Christl "grundsätzlich sehr gut geeignet für die Journalistenausbildung, weil sie Theorie und Praxis vereint. Die Vermittlung von Handwerk - als ein wesentlicher Teil des FH-Studiengangs - hat ja an der Uni eigentlich nichts verloren". Kommunikationswissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Grundlagen, wissenschaftliches Arbeiten und medienrelevantes Fachwissen stehen ebenfalls auf dem Curriculum. 15 Wochen lang dauert das Praktikum in einem heimischen Medienunternehmen.

Der "Lehrkörper" der neuen FH werde kontinuierlich wachsen. Wie andere FHs auch will Christl, der selbst bereits für FHs tätig war, viele externe Lektoren und Gastvortragende rekrutieren. "Ich selbst werde mit Sicherheit auch einige Stunden pro Woche unterrichten." Im Endausbau rechnet Christl mit einem Budget von rund 1,5 Millionen Euro. 5.814 Euro erhält die FH pro Student und Jahr als Sockelbetrag, dazu kommen die Studiengebühren, Geld von der Stadt Wien sowie etwaige Sponsorengelder. (APA)

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