FSME droht auch in Osteuropa

17. Juni 2003, 12:23
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Für Touristen ist Impfen angesagt

Wien - Die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME) droht nicht nur in Mittel-, sondern auch in Osteuropa. Darauf wiesen nun Ärzte in Österreich und Deutschland hin und raten Touristen, sich impfen zu lassen.

FSME habe sich besonders in den baltischen Ländern zu einem ernsthaften Problem entwickelt, auch Teile Polens sowie die Regionen St. Petersburg und Moskau seien verseucht, schrieb der deutsche Zeckenforscher Jürgen Süss in der Juni-Ausgabe des in München erscheinenden "Ärztlichen Journals Reise und Medizin".

Ziegen, Schafe und Kühe geben Viren mit der Milch ab

Abgesehen von dem hohen Durchseuchungsgrad der Zecken droht demnach eine weitere Gefahr: Ziegen, Schafe und Kühe tragen bis an die hundert Zecken als Parasiten mit sich und geben mit der Milch ein paar Tage FSME-Viren ab, die erst durch die Pasteurisierung inaktiviert werden.

Der Wiener Präventionsmediziner Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze plädiert dafür, jene Urlauber vor der FSME-Gefahr zu warnen und auf die Möglichkeit einer Impfung hinzuweisen, die aus nicht betroffenen Ländern in Endemie-Gebiete, also auch Österreich, reisen. "Zehn Millionen ausländische Touristen besuchen im Sommer die Alpenrepublik, eine ganz erhebliche Zahl von ihnen wird - ohne, dass sie es selbst merken - von Zecken mit FSME-Viren befallen", warnte Kunze in der Fachzeitschrift "Der Mediziner".

20 bis 35 Prozent der Infizierten entwickeln Meningo-Encephalitis

"20 bis 35 Prozent der infizierten Personen entwickeln Meningo-Encephalitis. Der Ausbruch der Gehirnhautentzündung erfolgt erst nach Wochen - zu einem Zeitpunkt, an dem die Urlauber schon wieder in Rom, Amsterdam oder Hamburg sind", so Kunze. Als Endemie-Gebiete gelten auch Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien sowie Teile der Schweiz und Süddeutschland.

Urlauber exponieren sich im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung in weitaus höherem Maß. Denn Zecken-Gefahr droht bei Spaziergängen und Bergwanderungen bis in eine Seehöhe von 1.500 Metern, beim Golfen, bei Picknicks oder beim Campen. Selbst beim Heurigen kann man eine Zecke "erwischen". (APA)

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