Grüne kritisieren: Trinkwasser für "englischen Rasen" in Wien

17. Juni 2003, 12:15
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Umweltsprecher Maresch: Anlage in Oberlaa trotz Einsatz von jährlich 300 Millionen Litern "unansehnlich"

Die Wiener Grünen üben Kritik an der - ihrer Ansicht nach zu intensiven - Betreuung einer Parkfläche: Der Kurpark Oberlaa ist zu einem großen Teil als englischer Rasen gestaltet. Dieser ist laut Umweltsprecher Rüdiger Maresch jedoch nicht standortgerecht. Vor allem der Bewässerungsaufwand sei groß. Pro Jahr werden demnach 300 Millionen Liter Trinkwasser dort versprüht. Laut Maresch entspricht dies dem durchschnittlichen Tagesverbrauch aller Wiener.

Der Kurpark Oberlaa war Schauplatz der internationalen Gartenschau 1974. Er ist mit 850.000 Quadratmetern eines der größten Wiener Erholungsgebiete. Beträchtliche Flächen sind als englischer Rasen gestaltet. Da das Klima in Wien aber nicht annähernd so feucht ist wie auf den britischen Inseln, wirkt die Fläche laut Maresch trotz intensiver Bewässerung bereits im Frühsommer "ausgebrannt" und unansehnlich.

Finanzielle Belastung

Für den Bezirk bedeute die Rasenpflege im Kurpark eine hohe finanzielle Belastung. 360.000 Euro müssten die Favoritner pro Jahr dafür bezahlen, berichtete Maresch. "Nun möchte das Stadtgartenamt, das für die Pflege zuständig ist, zusätzliche Hochquellwasser-Anschlüsse dorthin verlegen. Damit wird der Wasserverbrauch noch weiter steigen", kritisierte der Umweltsprecher.

Trinkwasser zu kostbar

Die Wiener Grünen lehnen die Ausweitung ab. Trinkwasser sei zu kostbar für die Bewässerung von Wiesen und Sträuchern. Hochquellwasser stehe nicht - wie seitens der Stadtverwaltung oft behauptet - unbegrenzt zur Verfügung. Die Wiener Wasserwerke speisen laut Maresch schon jetzt in einigen Bezirken Grundwasser in die Trinkwasserleitungen ein: "Fließt mehr Hochquellwasser in die Wiese, dann müssen mehr Menschen Grundwasser trinken."

Die Grünen fordern angesichts des Pflegeaufwands in Oberlaa eine "ressourcenschonende Grünraumgestaltung". Das beinhalte die Anlegung Naturwiesen und die Einsetzung heimischer, dem Klima angepasster Pflanzen. Für die Bewässerung solle verstärkt Regenwasser benutzt werden. (APA)

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