Berlusconi ausgebuht

17. Juni 2003, 11:53
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Pfiffe und Buh-Rufe im Mailänder Justizpalast

Rom/Mailand - Pfiffe und Buh-Rufe hallten im Gerichtssaal in Mailand, in dem der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Dienstag als Zeuge im Korruptionsprozess Sme ausgesagt hat. Am Ende seiner einstündigen Aussage kam es zu heftigen Pfiffen aus den Zuschauerreihen. "Du bist ein Clown", schrien einige Zuschauer dem Ministerpräsidenten zu, nachdem er die Richter aufgefordert hatte, ihn im römischen Regierungspalast und nicht im Gerichtssaal zu vernehmen, da er wegen seiner institutionellen Verpflichtungen als Regierungschef und EU-Ratspräsident ab 1. Juli viel beschäftigt sei.

Berlusconi versprach, dass er nächste Woche wieder in Mailand sein wird, um seine Aussagen fortzusetzen. Die nächste Gerichtsverhandlung im Korruptionsprozess, bei dem Berlusconi wegen mutmaßlicher Richterbestechung auf der Angeklagtenbank sitzt, ist am 25. Juni vorgesehen.

Der 66-jährige Berlusconi erklärte sich wieder einmal Opfer einer Verfolgungsaktion von Seiten politisch gesinnter Richter, die seiner Ansicht nach zahllose Ermittlungen gegen ihn und seine Mediengruppe Fininvest führen, um seiner politischen Karriere zu schaden. "Man hat mich mit Tonnen von Schlamm beworfen. Der Schlamm, den man gegen mich wirft, ist Schlamm gegen das ganze Land", klagte Berlusconi, gegen den der Korruptionsprozess seit drei Jahren läuft. "Noch nie in einer Demokratie hat eine Staatsanwaltschaft mit derartigen Vorgenommenheit gegen ein Unternehmen ermittelt", sagte Berlusconi. (APA)

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