Electronic Arts steht zu Homosexualität in "Mass Effect 3"

  • Nicht nur die Vorliebe für vollbusige Frauen, sondern auch Männerliebe ist bei "Mass Effect 3" von EA möglich.
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    Nicht nur die Vorliebe für vollbusige Frauen, sondern auch Männerliebe ist bei "Mass Effect 3" von EA möglich.

  • Ein Kritiker ergänzt in seinem Brief an Electronic Arts handschriftlich: "Erinnert euch an Sodom".
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    foto: screenshot, queer.de

    Ein Kritiker ergänzt in seinem Brief an Electronic Arts handschriftlich: "Erinnert euch an Sodom".

Laut christlich-konservativen Lobbygruppen vermitteln Spiele "homosexuellen Lebensstil"

Weil in den Videospielen "Mass Effect 3" und "Star Wars: The Old Republic" gleichgeschlechtliche Beziehungen möglich sind - der WebStandard berichtete -, langten beim Spielehersteller Electronic Arts "mehrere tausend" Beschwerde-E-Mails ein. Das berichtet das Branchenmagazin "Gamesindustry International". Christliche Aktivisten und protestantische Lobbygruppen kritisieren, dass EA so den jungen Spielern einen "homosexuellen Lebensstil" vermittle.

EA dementiert Druck von Aktivisten

Hier gehe es nicht um den Schutz von Kindern und Jugendlichen, sondern um "politische Störmanöver", reagierte EA-Sprecher Jeff Brown auf die Vorwürfe. Einer davon lautet, EA habe dem Druck von Homo-, Bi- und Transsexuellen - in den USA als LGBT-Gruppen (Lesbian, Gay, Bi- und Transgender) bekannt - nachgegeben und deshalb gleichgeschlechtliche Liebe in die Spielen integriert. Dies dementiert Brown und betont, dass das Unternehmen Userforen gegen Mobbing unterstütze und keine Hasstiraden toleriere.

"Homosexuelle Aktivisten größte Gefahr für das Imperium"

Unter den Kritikern befindet sich unter anderem das Family Research Council, das sich öffentlich zur Möglichkeit von gleichgeschlechtlichen Beziehungen im "Star Wars"-Computerspiel äußerte. Demnach seien "homosexuelle Aktivisten die größte Gefahr für das Imperium". Christlich-konservative Gruppen rufen nun zu einem Boykott auf, der sich katastrophal auf den Spielehersteller auswirken könnte. In die Entwicklung des Spiels soll EA zwischen 80 und 160 Millionen US-Dollar investiert haben. Bisher muss sich der Hersteller aber laut eigenen Angaben keine Sorgen machen.

Yodas Appell: "Bekämpft die dunkle Seite"

Unterstützung erhalten christlich-konservative Lobbygruppen dabei nicht aus der Spielbranche. Es fanden sich bereits 60.000 Menschen, die sich für die Zulassung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen in "Star Wars" aussprachen. Auf der Website appelliert Jedi-Meister Yoda an EA, die dunkle Seite weiter zu bekämpfen, weil "Homo-Hasser das Spiel nicht gewinnen sollen".

Es ist nicht die erste Protestaktion christlich-konservativer Bewegungen gegen Großunternehmen. So hat sich eine "Vergesst Starbucks"-Kampagne mit 25.000 Unterschriften formiert, nachdem sich der Konzern öffentlich für die Öffnung der Ehe ausgesprochen hatte. Demgegenüber unterstützten rund 600.000 Menschen die Petition "Danke, Starbucks". (ez, derStandard.at, 11.4.2012)

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