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Tokio/Wien - In der japanischen Unternehmensszene kennt man ihn - den festen Händedruck von Kazuo Hirai. Einen harten Durchgriff hat der neue Sony-Chef bereits angekündigt. Rund 10.000 Jobs will er streichen, das sind sechs Prozent der Gesamtbelegschaft. Wie viele Stellen in Japan, wie viele im Rest der Welt wegfallen, ist noch offen. Details zum Restrukturierungsplan gibt der seit Anfang April amtierende Sony-Chef am Donnerstag bekannt. Von Sony-Österreich gibt es dazu vorerst keine Einschätzung.
Eine Sanierung hat der Elektronikkonzern bitter nötig. Seit vier Jahren kommt das Unternehmen nicht aus der Verlustzone. Der Fehlbetrag für das kürzlich zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2011/2012 liegt mit 520 Milliarden Yen (4,9 Mrd. Euro) doppelt so hoch wie zuletzt veranschlagt. Der einst erfolgsverwöhnte Anbieter von Unterhaltungselektronik kämpft an mehreren Fronten. Die TV-Sparte schwächelt, und die Tablet-PCs bedrohen das Segment der Videospiele. Im Kamerageschäft lässt der zunehmende Wettbewerb die einst satten Margen deutlich schrumpfen.
Großer Konkurrenzdruck
Sony hat in fast allen Segmenten die Innovationsführerschaft verloren, und Apple lockt immer mehr Kunden an. Bei organischen Leuchtdioden (Oleds) etwa galt Sony als Technikführer. Doch die ersten Fernsehgeräte auf Oled-Basis bringen nun die Koreaner Samsung und LG auf den Markt.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Sharp. Dort hat der Verlust für das abgelaufene Geschäftsjahr mit minus 380 Mrd. Yen ein Rekordhoch erreicht. Eigentlich hatte der Elektronikhersteller einen Gewinn in der Höhe von sechs Mrd. Yen in Aussicht gestellt. Angesichts der Probleme sucht Sharp nun den Schulterschluss mit dem Auftragsfertiger Foxconn, der in seinen chinesischen Fabriken unter anderem Apples iPhones und iPads baut. Die taiwanische Foxconn-Mutter Hon Hai und andere Unternehmen der Gruppe sollen zehn Prozent an Sharp übernehmen. Dafür zahlen sie gut 66 Mrd. Yen und wollen auch eine bisher nur auf halber Kapazität laufende große Sharp-Fabrik auslasten.
Ausweg gesucht
Abgerutscht ist zuletzt auch der japanische Autohersteller Toyota. Das Unternehmen hat sich zwar von den Folgen der Tsunami-Katastrophe und den Überflutungen in Thailand erholt - im weltweiten Ranking ist Toyota aber hinter GM und VW auf den dritten Platz gerutscht. Den Autohersteller hat vor allem die Rückholaktion wegen Problemen mit dem Bremspedal getroffen - hunderttausende Autos mussten in die Werkstatt.
"Was für die japanischen Unternehmen zur Bürde geworden ist, ist der starke Yen, der die Chancen am Exportmarkt schmälert", sagt Monika Rosen, Chefanalystin im Bank Austria UniCredit Private Banking. Auch die starke Abhängigkeit vom westlichen Konsumenten - Hauptmärkte sind die USA und Europa - wiegt schwer, da sich die Konsumlaune vor allem in den USA ob der strauchelnden Konjunktur abflaut. Hinzu kommt, dass das Land keine Rohstoffe hat, "somit wirkt sich jede Preiserhöhung bei Rohstoffen negativ auf die Industrie im Land aus", fasst Rosen zusammen.
Grenzen des Führungsmodells
Die Schwierigkeiten in der Japan AG zeigen aber auch, dass das japanische Führungsmodell an seine Grenzen gestoßen ist. Traditionell ist der Chef schwach, die Führung kollektiv. Unternehmen sind darauf ausgerichtet, gemeinsam in kleinen, aber kontinuierlichen Schritten Produkte zu verbessern und eine Art Konsens zu finden. Entscheidungen dauern oft lange. Sind sie getroffen, werden sie aber rasch ausgeführt.
In wirtschaftlich stabilen Zeiten der langsamen analogen Wirtschaft sind die Unternehmen damit gut gefahren. Aber im digitalen Umbruch, in der Krise und globalisierten Märkten haben schnelle Unternehmen die Nase vorn. Auch in Japan findet daher ein Generationswechsel in der Führung statt. Sonys Chef Hirai gibt sich etwa gern amerikanisch zupackend. Auch Toyotas neuer Chef, Akio Toyoda, (Enkel des Firmengründers) ist aus anderem Holz geschnitzt als seine Vorgänger. Toyoda fälle Entscheidungen selbst, verrät ein Vorstand. Und er zwingt seine Kollegen ebenfalls, schnell Stellung zu beziehen. Denn nur der Schnelle gewinnt. (Bettina Pfluger, Martin Kölling, DER STANDARD, 11.4.2012)
Die japanische Wirtschaft ist überraschend stark gewachsen, die Hälfte des Wachstums geht auf das Konto der Exporte
Die durch die lockere Geldpolitik ausgelöste Yen-Schwäche hatte zuletzt zu einem Ausverkauf am Bondmarkt geführt
Japans Währung verlor seit November zum Dollar über 30 Prozent an Wert
Das billige Geld der Notenbank treibt auch in Japan die Börse zum Höhenflug an. Experten warnen vor zu hohen Erwartungen
Es wurden keine neuen Maßnahmen beschlossen, die Preise gingen um 0,5 Prozent zurück
Die Notenbank allein kann das Land nicht aus der Wirtschaftskrise führen, dazu seien auch Struktur-Reformen auf breiter Front nötig
Haruhiko Kuroda rechnet nicht mit exzessiven Spekulationen wegen großer Staatsanleihen-Käufe
Die japanische Notenbank schießt im Kampf gegen die Deflation aus allen Rohren und löst damit Schockwellen an den Finanzmärkten aus
Die Alterung der Bevölkerung und der Verzicht auf Immigranten führt zu einem Absinken der Wettbewerbsfähigkeit
und alle, die uns in den 1980ern und 1990ern predigten, dass wir mehr wie die Japaner werden müssen um die europäische Wirtschaft in Schwung zu halten, waren wirklich so blöd wie sie damals schon ausgesehen haben.
und sony imaging beliefert auch nikon und pentax. bloß ist dieses segment zu klein, um sony aus der verlustzone zu ziehen.
und zum proprietären memorystick, zumindest bei den besseren kameras kann man zwar einen memorystickslot einbauen, aber blumentopf kann man keinen gewinnen, wenn man nicht auch einen sd oder cf slot hat.
sony - einst inbegriff von hightech und qualität - mich wundert das die so lange überlegt haben, nachdem sie in den letzten 10-15 jahren eine fehlentscheidung nach der anderen getroffen haben
- minidisk (proprietär...)
- mp3 (verschlafen, dann mit aac proprietär)
- kameras (wieder mir memory stick als medium proprietär)
- flatscreens (kompelett verpennt den markt, sony röhren sind ja eh besser...)
- playstation 3 (viel zu teuer in produktion und verkauf, kaum nutzbare anschlüsse...)
- Laptops (völlig überteuert, Qualität eher bescheiden)
naja, zu glauben man kann den markt mit proprietären beglücken und so die konkurrenz ausschalten schafft eben nur apple ;)
Erstaunlich, dass der Typ das Unternehmen so herunterwirtschaften durfte und erst jetzt die Notbremse gezogen wurde.
Sony kommt zum Stillstand, denn jetzt werden die besten Köpfe gehen.
Totgespart ist auch gestorben.
Bildung nach dem Elite-Schema dient dem Verdrängungswettbewerb am Arbeitsmarkt (sich Elite zertifizieren zu lassen), erzeugt aber offensichtlich weder Kreativität noch Genialität. Vielmehr ist sie ein Argument, gesellschaftliche Ansprüche (eine Wahrnehmung der Gesellschaft als selbstverständliche Klassengesellschaft) zu legitimieren. Die Herausforderung liegt nicht nur im Bekämpfen des das Zusammenleben gefährdenden Finanzkapitalismus, auch das Auseinanderklaffen der Einkommen (einer arbeitenden Mittelschicht den Anteil am kollektiv erarbeiteten Wohlstand vorenthalten) muss bekämpft werden.
Es ist klar, dass heutzutage insbesondere die asiatische Konkurrenz gross ist aber 1 Jahr nach einer verheerenden Katastrophe den Untergang japanischer Wirtschaft herbeizusehnen, ist Blödsinn, zumal sie sich so bewundernswert aufgerappelt haben.
Laut einer OECD Meldung von gestern erholen sich amerikanische und japanische Wirtschaft ziemlich schnell, waehrend Eurozone hinterherhinkt, Japan von allen mit der geringsten Arbeitslosigkeit, wohlbemerkt. http://tinyurl.com/c8j3c4g
Die Euro-3 (D-F-I) werden im ersten Quartal demnach 0.4% schrumpfen, waehrend Japan 3.4% wachsen wird. Natürlich sind das derzeit bloss Prognosen aber die Tendenzen sind ganz klar.
Merke: totgesagte leben laenger.
Japan schaechelt seit den 80er Jahren mit 150% Defizit und einer immens toplastigen Alterspyramide. Japan braucht dringenst Strukuranpassungen, und genau wegen der Alterspyramide ist das schwierig. Das einzige was Japan aufrecht gehalten hat waren die guten Exporte. Wenn das einbricht, dann schaut es tatsaechlich schlecht aus.
das Apple ja nichts wirklich selber baut. Was sie haben ist eine gute Geschäftsidee. Edle Verpackungen die flinke Chinesische Kinderfinger anfertigen und wenn sie Patzer machen gibst eine drauf von da kommen die iPones & iPad her nicht aus der USA. Was aber in der USA bleibt ist der satte Gewinn.
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