Sechs Männer aus rechter Szene zu Haftstrafen verurteilt

Zwischen 18 Monaten und drei Jahren - Nicht rechtskräftig

Graz - Im Prozess gegen acht junge Männer aus der rechten Szene wegen schwerer Körperverletzung sind am Dienstag in Graz sechs Haftstrafen zwischen 18 Monaten und drei Jahren verhängt worden. Zwei der Angeklagten wurden freigesprochen - sie waren von Zeugen entlastet worden.

Die Beschuldigten standen seit 12. März vor dem Grazer Straflandesgericht, weil sie im Jänner 2010 bei einer Geburtstagsfeier in einem Lokal mehrere Gäste durch Schläge und Tritte verletzt haben sollen. Zeugen entlasteten zwei der Angeklagten - sie seien zum Zeitpunkt der Schlägerei nicht im Lokal gewesen. Sie wurden freigesprochen. Außerdem ging es um einen Vorfall beim Public Viewing während der WM 2010, bei der es während eines Spieles Deutschland gegen Ghana zu Ausschreitungen gekommen war und ebenfalls eine Person schwer verletzt wurde.

Aktion eines "Schlägertrupps"

Drei der Angeklagten, die auch einschlägige Vorstrafen aufwiesen, wurden von Richter Raimund Frei zu jeweils drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, die anderen drei Schuldsprüche lauteten auf 18 Monate Haft. Frei sprach bei dem Vorfall in dem Lokal von einer Aktion eines "Schlägertrupps" und nicht von einer "Wirtshausrauferei". Die Urteile sind nicht rechtskräftig; sowohl die Verurteilten beriefen als auch der Staatsanwalt Johannes Winklhofer gegen die Freisprüche.

Gesondert verhandelt wird im Mai gegen zum Teil die selben Angeklagten wegen Widerbetätigung im nationalsozialistischen Sinn, begangen u.a. bei den nämlichen gewalttätigen Vorfällen. (APA)

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