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vergrößern 500x332Die Moderatoren Michael Ostrowski (rechts) und Pia Hierzegger mit Studiogast Kurt Kuch in der Mitte.
Graz/Wien - Politische Satire bekommt nun auch bei Puls 4 eine Heimat, wenn auch vorerst nur in Form zweier Pilotfolgen: Im Mai bringt der Sender - wie berichtet - zwei Ausgaben der bewährten Grazer Inszenierung "Demokratie - Die Show", die schon seit mehreren Jahren vom Theater im Bahnhof produziert wird und regelmäßig ausverkauft ist. Bei dem ausgewiesen schrägen Polit-Talk fungieren Michael Ostrowski und Pia Hierzegger als Gastgeber, die gemeinsam mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Medien erkunden, wie es denn tatsächlich um die Demokratie und ihre Repräsentanten bestellt ist.
"Demokratie - Die Show" wird seit 2008 in wechselnden Abständen vom Grazer Ensemble "Theater im Bahnhof" inszeniert und stellt eigentlich eine Persiflage auf die bekannten Fernsehtalks dar, die sich auf - vorgeblich - seriöse Weise mit dem Thema Politik beschäftigen. Fernsehkameras waren schon bisher Teil der Grazer Inszenierung, die für die zwei Pilotfolgen nun aber tatsächlich mitschnitten.
Ernster Kern
Als Studiogast fungiert etwa der Aufdeckerjournalist Kurt Kuch, der mit Hierzegger (sie tritt unter dem Namen Manu Stangl auf) und Ostrowski über die Korruptionsfälle der letzten Jahre plaudert. Der Rahmen ist zwar satirisch, im thematischen Kern ist die Sendung aber durchaus ernst gemeint und der Zuseher am Ende idealerweise etwas schlauer. Gleiches gilt auch für die Politikergespräche, die ausschließlich per Telefon geführt werden. In einer Episode befragt Ostrowski unter anderem den BZÖ-Politiker Stefan Petzner, der nicht ohne Ironie über Vorwürfe zu seiner Solariumbräune und eine anstehende Diskothekeneröffnung plaudert.
Dass solche Momente im Spiegel der Satire durchaus etwas Entlarvendes haben können, ist natürlich Teil des Konzepts, wobei Ostrowski betonte, keinesfalls Politiker "runtermachen" zu wollen. "Sie machen die Show selber, ich bin nur der Katalysator. Wir versuchen möglichst eine andere Form der Kommunikation und Darstellung der Politik zu pflegen. Eine, wo man nicht schon im Vorhinein eh schon weiß, wie es ausgeht."
"Wir sind nicht die kompletten Naivlinge"
Aller Larmoyanz zum Trotz haben die beiden Conferenciers die Politik noch lange nicht abgehakt: "Ich glaube, dass Demokratie immer noch ein sehr gutes System ist. Es ist nicht Gott gegeben und man muss darauf aufpassen und schauen, dass nicht Schindluder damit getrieben werden. Es braucht einen sorgsamen Umgang und eine Glaubwürdigkeit damit", sagt Hierzegger. Ostrowski sieht in der Show einen kleinen Beitrag zum Gelingen des politischen Miteinanders: "Wir sind nicht die kompletten Naivlinge, aber wir finden schon, dass jeder etwas machen kann und sich beteiligen kann. Wir können das auch."
Wiewohl die Inszenierung bisher fürs Theater ausgelegt und als Fernsehpersiflage konzipiert wurde, haben die Macher keine Scheu vor dem Schritt ins TV, wie Ostrowski versicherte. "Wir machen das nicht anders, wie wir es bisher auch gemacht haben." Man sei auch in den Schnitt eingebunden. Und: Das Format war bereits etabliert, bevor das Fernsehen anklopfte und eine Zusammenarbeit vorschlug, wie Ostrowski schilderte: "Das ist für mich die richtige Art und Weise, vorzugehen: Sich nicht anzubiedern an einen Fernsehsender und zu sagen: Dürfen wir bitte und ihr sagt uns dann, was klass' ist. Wenn es klass' ist, ist gut, wenn es nix wird, ist es auch gut." (APA, 10.4.2012)
Termine
Folgt Brigitte Schwarzenauer nach, die sich um Ausbau eines Bundesländer-Netzwerks für alle In-House Produktionen kümmert
Legt Moderation von "Guten Abend Österreich" nieder und kümmert sich um journalistische Leitung des Senders
Moderatoren, Schauspieler und Protagonisten gesucht
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