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Die Luft ist immer für ein paar nette Redensarterln gut. Ich zitiere wahllos nach dem guten alten Röhrich ("Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten"): Es liegt in der Luft; die Luft ist rein; dicke Luft; ihm geht die Luft aus; Halt die Luft an; in die Luft fliegen, in die Luft sprengen, gesiebte Luft atmen, jemanden wie Luft behandeln usw. usf. Viel jüngeren Datums ist und häufig, ja nach meinem Empfinden fast schon inflationär verwendet wird die Redewendung, da oder dort sei noch "Luft nach oben". Damit gemeint ist, dass eine Leistung auf eine noch nicht völlig zufriedenstellende Art erbracht werde, dass Verbesserungsbedarf bestehe. Auch von Aktien wird gerne gesagt, dass "noch Luft nach oben" sei, d.h. dass sich der Kurs der Papiere nach oben hin entwickeln werde (die p.t. Aktionäre sollten freilich auf der Hut sein, dass sich die Aktien nicht als Luftnummern entpuppen!)
Hier ein paar aus dem Internetz gefischte Luft-nach-oben- Exemplare: "In knapp einem Jahr habe ich schon sehr viel erlebt und unglaublich viel gelernt. Luft nach oben und Verbesserungsmöglichkeiten gibt es immer" (der Fußballspieler Tim Knipping) "Schweine weiter Luft nach oben!!!!! Hallo! Wie man auch diese Woche sieht sind Mastschweine gefragt!" (Website www.landwirt.com); der Bundesverband der deutschen Verbraucherzentralen titelt "Verbraucherpolitik: Populäres Handlungsfeld mit Luft nach oben" usw. usf. Unter diesem Wörterbucheintrag findet die p.t. Leserschaft viel Luft nach unten - ich hoffe darauf, dass sie das Vakuum durch ein paar dezente Postings auffüllt. Wenn es an Inspiration mangeln sollte: Einfach einem Weinglas die Luft auslassen, kräftig inhalieren, und schon flutscht es doppelt so gut.
Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.
Sieben Jahre nachdem die ersten Einträge erschienen sind, stellt Christoph Winder sein Online-Projekt in der gewohnten Form ein
Wenn die Araber aufmucken
Ein Drink zu guter Letzt
Würzige Worte über Weine
Handfeste Hinweise
Nüchterne Zusammenarbeit
Mit dem Kopf gegen die Wand
Wenn Mimen in die Jahre kommen
Preise als Parodien
Himmlische Wortbildungen
Verzicht, einmal anders
Unaussprechlich von A bis Z
Reflexiver und sonstiger Alkoholgenuss
Schamhafte Schreibungen (Fortsetzung)
Landsmannschaftlicher Sprachstolz
Zorn im Sesambrötchen
Betagte Vorfahren
Knappe Charakteristiken vom Adabei
Ein billiger Pizzabelag
Pars pro toto
Verbalisiertes Kleingebäck
Unliebsame Überraschungen
Schleichwerbung von unten
Talk unter Investmentbankern
Das Geheimnis der Unwiderstehlichkeit
Widerwilliges Geldausgeben
Unter dem Einfluss von Kalorien oder Alkohol
Ein aufdringliches Medienparadoxon
Ein brünstiges Verbum
Nationale Pendants zu Germano-Promis
Schmückende Beiworte
Ein Wort für den Whirlpool
Metaphorisch verwendete Geräte
Eine uralte Formulierung im Computermilieu
Ein Mittel gegen Kopfbeschwerden
Süchtigmachende Silbenkombinationen
Eine Metapher geht in die Luft
Aus dem Mundwerk der Handwerker
Urlaub auf poetisch
Was ist daran böse?
Schamvolle Schreibweisen
Ein Rückwanderer
Man spürt den Frühling
Ein Prachtformulierung im Radio
Entspannende Aktivitäten aller Art
Verwirrend am Schutzweg und anderswo
Nicht nur zu den Frankfurtern
... ist derb, aber anschaulich
Ironischer Tribut an sprachliche Anstandsvorschriften
In nicht alltäglicher Gewandung
Spannt im Märzen die Rösslein ein
Eine deutsch-griechische Volkskrankheit
Nicht mehr ganz taufrisch
Kein Land wie jedes andere
Jetzt mit erweiterter Bedeutung
Wenn etwas auf die Nerven geht
Ein zeitweiliger Verlust der Contenance
In der Vorauswahl zur Preisvergabe 2006
Es darf ein bisschen weniger sein
Hinweis auf ein kleines Übersetzungsproblem
Amtshandlung mit einem neuen Begriff
Aversionen kann man gegen alles Mögliche haben - auch gegen Aussprüche
Eine hübsche neue Wortkreation aus dem Umfeld der Bildzeitung
ist faustdick im Trend
Die Diversifizierung der Warenwelt schreitet unaufhörlich voran ...
... steht eine dicke fette Phrase
man könnte auch sagen, die Luft ist draussen, nix geht mehr.. der Laden ist luftdicht, der letzte Schnaufa ist getan, die Kolumne pfeift aus dem letzten Loch, ein letztes durchatmen dann ein auspusten und der Tod tritt ein, keine Luft mehr nach oben vorhanden, die besten Zeiten sind vorrüber, kein Druck mehr unter den Flügeln, es geht abwärts. Doch in 3 Tagen wird der Herr auferstehen und uns eine Krisenkolumne bescheren wie die Welt sie noch ine erlebt hat.
Eichen waren schon bei den Kelten besondere Bäume - was habt ihr Christen eigentlich nicht von anderen Religionen übernommen? Bräuche, Feiertage, Heilige, 'Engel', etc. sind doch alles von Religionen aus vorchristlicher Zeit übernommen worden. :')
Da mag man nicht zum Beten gezwungen werden, gell?
Mein Glaube hat definitiv nichts mit einem Baum zu tun, auch nicht mit Beten, Engerl, schon gar nicht Heiligen, Bräuchen und Feiertagen. Mein Glaube begründet sich einfach auf die Basis: Warum gibt es das alles und wie kann aus nichts was werden, was hat die Macht aus nichts was werden zu lassen.....Zufall? Die Begründungen der Wissenschaft beruhen schon alleine darauf, dass etwas da gewesen sein musste (Urknall) doch was war davor. Wir wissen nichts und glauben viel, egal ob Wissenschaftlern, Gott, oder an sich selbst. ICh für meinen Teil denke, Gott ist das Schlüssigste von allen Möglichkeiten, kostet nichts und mir fällt kein Stein aus der Krone etwas nicht erklären oder beweisen zu können.
Ich frage mich schon lange, ob einen Atheisten auch der Teufel holen kann...
Für mich wäre die Hölle, wenn mir während meines "Übertritts ins Nichts" plötzlich Gott auf die Schulter tippt und mit einem Lächeln und den Worten "Und es gibt mich doch!" begrüßt :-)
Wie man sieht, haben bei den (österreichischen) Bauern nicht nur die Schweine Luft nach oben, sondern auch die Redakteure und Funktionäre...
Peinlicherweise residiert dieses "www.landwirt.com" laut Impressum auch noch in meiner Heimatstadt! Ich schäme mich jetzt fremd - und gönne mir am Abend ein Tofu-Gulasch, damit nicht den armen Schweinen, sondern nur ihren Mästern die Luft ausgeht...
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