Branchenvertreter zur Gehaltsangabe: Zahnlos oder Schritt Richtung Fairness?

Ansichtssache | 18. April 2012, 10:23

Seit Anfang des Jahres werden inkorrekte Stellenausschreibungen ohne der Angabe eines kollektiv-vertraglichen Mindestgehalts sanktioniert - Ein Schritt Richtung Gleichbehandlung am Gehaltskonto? Vertreter der Branche haben sich zu Wort gemeldet. Eine erste subjektive Zwischenbilanz, ob das neue Gesetz zur Angabe des kollektiv-vertraglichen Mindestgehalts in Stelleninseraten als Mittel taugt, um Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern zu reduzieren.

foto: secretary search
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Elisabeth Weghuber, Secretary Search:

"Leider besteht teilweise nicht die Offenheit, das tatsächliche Gehalt anzugeben: Viele greifen zu Standardsätzen, die nur das kollektiv-vertragliche Mindestgehalt angeben. Das Gesetz wird nicht so eingesetzt, dass es eine Orientierung für Bewerberinnen und Bewerber ist. Zur Gleichstellung trägt es nicht bei."

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Komisch, in England funktioniert das, was jetzt?

Die Angabe von KV-Mindestgehältern

ist bei (hoch)qualifizierten Berufen aus zwei Gründen sinnlos:

1) Die "marktübliche Entlohnung" ist weit über dem KV (bis zu einem mehrfachen)
2) Die angewandten KVs sind extrem unterschiedlich, in meinem Bereich habe ich zwischen 22k und 45k KV-Einstufung gelesen, das bringt genau nichts

Hilfreich ist es bei den wenigen Stellenanzeigen, bei denen die tatsächliche Lohnbandbreite angegeben wird - dort beugt es auch einer potentiellen Ungleichbehandlung vor.

Bei geringer qualifizierten Jobs ist es vermutlich interessanter für die Bewerber, da dort die KV Angaben homogener sein werden und auch das marktübliche Gehalt ähnlich dem KV sein wird - und da auch hier am öftesten unter dem eigentlichen KV bezahlt wird.

Wie las ich letztens?
"Ich weiß nicht was meine Rechte sind, wasmit zusteht, der Chef wird das schon wissen, deswegen ist er ja mein Chef." so stand das doch in einem Artikel über "Lohnproblee". Und so lange die Leute zu faul oder zu dumm oder zu uninteressiert sind, sich über ihre Rechte zu informieren, wird es diese Probleme geben.

Wesentlich förderlicher wäre, wenn etwa das AMS statt einem Bewerbungstraining ein "A-Tritt" Training anbieten würde, wo man erfährt was man in seiner Branche verdient, was für Rechte man hat, wie man seine Fähigkeiten Lohnfördernd einsetzt, wie man Verhandlungen zu Löhne und andere Arbeitbedingungen führt.

Und in der Schule/Lehre sollte das sowieso abgehandelt werden.

Heut hängen meine Tasten... narf.

so wie es ist kompletter nonsense.

aber: hat jemand was anderes erwartet? austrianer sind eher die verstecker typen. und wenn er nur irgendweine möglichkeit sieht abzutauchen, nutzt er die. kannst darauf wetten.

Welche Dumpfbacke hat eigentlich bestimmt, ...

dass ein Mindestbetrag statt dem KV anzugeben ist? Wissen die denn nicht, dass die KVs Alterssprünge enthalten und jemand mit zB 5 Jahren Berufserfahrung schon kraft KV höher zu entlohnen wäre?

Und wie wollten's das darstellen? Einfach für jede Stellenausschreibung eine Seite Tabelle anhängen?

Einfach nur den geltenden KV angeben. Wer da noch zu d00f ist zu googeln dem ist eh nicht zu helfen.

Der Lohn ist ein entscheidendes Kriterium sich zu bewerben.

Firmen, die angeben, was sie tatsächlich bereit sind zu zahlen und nicht nur den kollektivvertraglichen Mindestlohn, bekommen auch die qualifizierteren Bewerber.
98% der Personalisten checken das aber nicht.

Tschuldigung, Blödsinn!

Ein qualifizierter Bewerber wird sich trotz Mindestgehaltsangabe bewerben und sein Gehalt verhandeln.

Verkraften Sie Gehaltsangaben?

Wenn die tatsächliche Gehaltsbandbreite angegeben wird, muss der Bewerber auch die Gründe aushalten, warum er dann weniger als das Maximum verdient. Und das hört niemand gerne.

das kann man 1. auch positiv formulieren

und Erhöhungen mit Zielvereinbarungen verbinden.

Kaum jemand erfüllt von vorn herein 100% einer Stellenausschreibung - somit = Raum nach oben!

Hätte auch zur Folge, dass sich Personaler wesentlich intensiver mit den Zielsetzungen auseinandersetzen müssen - auch kein Schaden!

PErsonaler vereinbaren keine Ziele, das tun Vorgesetzte.

"...das tun Vorgesetzte"

mit wem? sich selbst? dem Kader?

Sollten Personaler diese Zielsetzungen kennen?
verstanden haben? danach handeln?

Was wollen's mir jetzt sagen?

Offensichtlich haben die Unternehmen nach wie vor ausreichend qualifizierte Bewerber.

Die, für die das ernstahft (!) eine Hürde darstellt, sind sowieso nicht interessant. Die anderen schaffen's trotzdem sich zu bewerben, auch wenn drinnen nur steht "um dem Gesetz genüge zu tun ...".

blabla^10

Wenn man Hilfsarbeiter mit etwas Aufstieg ist, ist das Thema "bei anderen Unternehmen bewerben" sowieso nicht so relevant, oder?

Da heisst's den Arbeitsplatz festhalten.

Das ist Unsinn.

Gute Leute wissen was sie Wert sind und verlangen das dann ganz einfach, völlig wurscht, was da im Inserat steht.
Und die Schwammerl werden dann den KV auch wirklich akzeptieren. Also kein Wunder, dass der im Inserat steht.
Gendern als Methode zum Lohndrücken. Supi!

In Branchen mit Fachkräftemangel...

...wird die Firma vergeblich auf auch nur eine Bewerbung warten, wenn die einen Lohn von z.B. 1200,- brutto angeben.
Die Konkurrenz, die einen attraktiven Lohn angibt, bekommt Bewerber.

Was für ein Mangel?

Wenn's so wäre, würden die Unternehmen anders agieren.

Die Leute, die gut sind und einen Job wollen melden sich, egal welchen Gehalt sie rein schreiben.

Interessant aber, dass immer alle den Unternehmen erklären wollen, wie sie gute Bewerber bekommen. Real ist es egal, was sie reinschreiben - Gerade bei besser bezahlten jobs - Wenn jemand den Job will, meldet er sich und verhandelt bzw fragt nach.

und bei nahe am KV bezahlten Jobs ist es sowieso gleich.

tun sie ja.

"gute" unternehmen zumindest.

Offensichtlich nicht alle.

Aber es ist ganz einfach: Jeses Unternehmen entscheidet selbst, und jeder Bewerber auch.

Nennt man natürliche Auslese.

Und da ist, denke ich, eine der Ursachen begraben:

Es wird erwartet, "dass der Chef schon weiß was er bezahlen muss". Und ich kann mir vorstellen, dass die Löhne durch diese Maßnahme sogar sinken werden, weil sie eher akzeptiert werden. Wenn überall Mindestlöhne stehen, denken sich sicher genug: Ah, schaut eh überall so traurig aus...

Statt dieser Angaben, die höchstens unterhaltsam sind (wenn man auf Tragödien steht), wäre wichtig, Rechte und Möglichkeiten, Verhandlungstaktik, das Präsentieren eigener Fähigkeiten, zu trainieren. Und seis, dass man dazu Filmchen auf eine Homepage stellt.

Es nutzt nichts, gegen die Lohnschere kämpfen zu wollen, wenn das Individuum sich nicht dafür einsetzt!

... genau dieses Schicksal wird eintreten..

"Es wird eh überall gleichviel (bzw gleichwenig)" bezahlt... wird zu einem allgemeinen Sinken der Löhne führen.
Die breite Masse der Bewerber und Bewerberinnen wird das vermutlich so verstehen, einige mit Verhandlungskentnissen und/oder Fachkentnissen werden "mehr herausholen"... wie immer... und das erfährt dann keiner... auch wie immer...

Ganz genau.

Und nach allem was zu lesen ist, verhandeln Männer besser als Frauen.
Ergo:
Die lächerliche Maßnahme bewirkt genau das Gegenteil von dem, was sie erreichen will.
So wie bei vielen Versuchen, die Gesellschaft mit Gesetzen zu verbessern.

Zahnlos

Völlig für die Frösch'! Bei den Inseraten steht fast immer lediglich der nackerte KV-Lohn.
Und nochmals die Frage: Wieviele Unternehmen wurden heuer schon gestraft?

Da werden sich einige wundern.

Jetzt geben die Unternehmern natürlich die absolut unterste Grenze an.
Nachdem viele um das Geld sicher nicht arbeiten werden, wird noch heftiger verhandelt werden als heute. Und nach allen Studien und Medienberichten werden die Männer härter verhandeln und am End höhere Gehälter haben.

Das kommt vom Gendern.

oder die guten Leutebewerben sich auf solche Inserate nicht ....

was auf die argumentation gesehen keinen unterschied macht , dann bekommt halt ein weniger guter, dafür gut verhandelnder mann einen gut bezahlten posten. was wieder in die andere richtung geht, daher ist dieses gesetz in der jetzigen form einfach für die fische..

Zweifellos.

Wenn jetzt jeamnd fachlich guter auch mehr verdienen will, kann er sich überlegen, ob er an seinem Verhandlungsgeschick arbeitet. Auch das kann man lernen.

Und: Verhandeln - sei's um Budget's oder Inhalte - muss JEDER. Je besser er das kann, desto wertvoller. AUCH bei Technikern.

Das ist der Wunschtraum derer, die sich nicht zu verhandeln trauen.

Dann bezweifle ich, dass das gute Leute sind.

Gute Leute erkennen den Schwachsinn der dahinter steht.

Nicht jeder ist Verkäufer/Einkäufer

Spitzen TechnikerInnen, "Künstlerisch tätige" haben oft nicht die härte bzw. das Gespür den richtigen Preis zu erkennen - entweder zu niedrig oder zu hoch. Nicht der beste (fachlich) sondern der beste Verkäufer bekommt das höhere Gehalt.

Es steht jedem frei, sich da zu schulen.
Ein paar Seminare, oder Übung amortisiert sich schnell.

Wer sich nicht mit solchen Themen wie Verhandeln beschäftigen will, muss mit den Ergebnissen leben.

Dies will ich nicht bestreiten.

Nur der Schluss die besten Köpfe bekommen das höchste Gehalt stimmt halt nicht. Das wollte ich aufzeigen.

Die guten Leute wissen wie sowas funktioniert

und holen sich das Maximum raus.

Was soll das?

Bin ich mit der Entlohnung nicht zufrieden, verhandle ich nach oder verzichte auf den Job. Manchmal wird mir lieber sein, etwas weniger zu verdienen als mich beim AMS anzustellen.- Genauso eine Luftblase, wie die unterschiedlichen Einkommen Männer/Frauen, wo der Gegenbeweis Frau Heinisch-dingsbums jetzt etwas ratlos dastehen lässt;-)

Ich habe mitbekommen an Kolleginnen, dass Frauen nicht, oder zu wenig um Lohnerhöhungen kämpfen.

Sie fürchten sich teilweise regelrecht davor, etwas zu fordern. Oder verzichten auf die Verhandlung, damit der Chef nicht "böse" ist oder gar dann auch mehr fordern könnte. Sie stehen oft auch nicht zu ihrer Leistung - ausser in Form des Jammerns, dass das keiner Honoriert. Aber sie selber müssen es insofern honorieren, damit ein Argument in der Hand zu haben.

Und wenn die Frauen sich nicht trauen, oder nicht mal auf die Idee kommen, dann liegt das an ihnen (/ihrer Erziehung).

Coachings wären hier angebrachter, als solche Lohnangaben, die den Ruf der Arbeit weiter demontierne, durch diese Frechheitsangaben.

Haben Sie schon einmal freiwillig

für eine Ware oder Dienstleistung mehr bezahlt, weil Sie meinten, es wäre das wert? C'est la vie!

Öffentliche Datenbank mit IST-Gehältern

Warum macht man keine öffentlich im Internet zugängliche Datenbank, aus der man die IST-Gehälter nach Berufsgruppen, Region, Branche, Alter und Geschlecht selektierbar entnehmen kann ?

Alle diese Daten liegen bei den GKK vor.

weil ist gehälter mit verschiedenen zulagen , die man im brutto nicht sieht wieder neid hervorruft, dann gehn halt alle büro leute auf die barrikaden wenn die sehen, dass sie netto doch nicht mehr verdienen als die frisörin mit trinkgeld ;-)

Weil's wenig Aussagekräftig ist, was dahinter steht.

Bei allem was über KV ist, werden's nach Tätigkeit und Leistung bezahlt - und da ist die Bandbreite auch innerhalb einer Einstufung hoch.

Und was machen sie damit?

Gehen sie dann zu ihrem Chef verlangen mehr Geld weil der Durchschnitt mehr verdient? Und würden sie aus dem Grund auch eine Reduktion akzeptieren?

Warum überlässt man die Daten nicht zuerst der Statistik Austria?

Die könnten daraus Manderl und Weiberl vergleichen und aus den dzt. 8 Prozent wird 0.

Dann hätten wir die ganze Fragestellung nicht.

Statistik Austria: Einkommen im Überblick

Als Anhaltspunkte kann man bei der Statistik Austria folgendes finden:

http://www.statistik.at/web_de/st... index.html

Um zu sehen, wie man liegt empfehle ich, diverse Gehaltsstudien der eigenen Branche zu lesen. Oder mal bei den Headhuntern nachfragen.

Die von Headhuntern verlautbarten Gehälter liegen rund 25% über den tatsächlichen...

...ist auch klar, die wollen die Honorare nach oben drücken.

Ist ja für Sie als Bewerber nur gut, oder?

Real liegt's aber wohl eher daran, dass tendenziell eher die besseren Positionen über Headhunter besetzt werden.

Das sagt Null aus

Diese daten kommen aus dem Einkommensbericht und dessen Ergebnis ist um Teilzeit, Berufswahl, Pensionsantritt etc. unbereinigt.

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