Branchenvertreter zur Gehaltsangabe: Zahnlos oder Schritt Richtung Fairness?

Ansichtssache
18. April 2012, 10:23
foto: der standard/matthias cremer
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Florens Eblinger, Eblinger & Partner:

"Das würde ich eher mit Vorsicht beantworten - aber es kann nur ein kleiner Baustein sein, der in der Fülle der Bemühungen sicherlich auch einen Schritt in die richtige Richtung führt. Aber immerhin 'ein Baustein'."

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Zahnlose Fairness

Schön, zu sehen, dass die Frau "Secretary Search" auch schon auf das draufgekommen ist, was ich vom ersten Tag der Einführung dieses Unsinns gepostet habe: Es wird praktisch immer nur der blanke KV angegeben, und den kann ich mir auch gugeln, wenn er mich unbedingt interessiert.
Ausserdem - wie immer - die Frage: Wieviele Unternehmen wurden bereits bestraft?

richtiger Schritt in die falsche Richtung

Gewinnen tun eigentlich nur die Firmen, die so ein Instrument haben, die Gehälter zu drücken

Ich glaub eher, das Gesetz ist für alle Beteiligten mehr störend als hilfreich.

Der Schlag geht nach hinten los...

órientieren kann man sich aufgrund der niedrigen unrealistischen Kollektivgehälter gar nicht. Ich glaube, dieses gutgemeinte Instrument hilft eher den Firmen die Gehälter nach unten zu nivellieren, denn man bekommt das Gefühl nicht viel mehr über Kollektiv verlangen zu können und trägt niedrigere Gehaltsforderungen an die Firmen heran.

Dienstgeber und Dienstnehmer (in spe) wissen, ...

... daß die Gehaltsangabe im Inserat ohnehin nur eine, von weltfremden Aktivisten herbeigewünschte Formalität erfüllt und nicht wirklich ernst gemeint ist. Wo liegt also das Problem?

Wenn eine Zahl am Tisch ist, liegt sie am Tisch - egal wie unrealistisch sie ist. Da müssen's schon sehr routiniert im Verhandeln sein, um nicht in die Falle zu tappen unbewusst diese Zahl als Messlatte im Kopf zu haben.

Tendenziell wird weniger raus kommen bei den Verhandlungen. Für viele ist es schon eine Hemschwelle zu sagen "da steht 2000, aber wir fangen mal bei 4500 zu verhandeln an" - vermutlich beginnen's dann doch niedriger, ausser sie kennen den Marktwert sehr gut.

Ich finde die Regelung SUPER!

Jetzt brauchen wir nur mehr Kollektiv zahlen. Mehr als genug Bewerber! Früher musste man Mitarbeiter mit Gehaltszuckerl ködern. Weiter so.

Tipps für Gehaltsverhandlung

Hier finden Sie ein paar Tipps für die Gehaltsverhandlung:

http://www.personalmanagement.info/de/infopo... r-geld.php

Für Firmen die wenig zahlen ist die aktuelle Situation nicht schlecht, da es nicht auffällt. Die meisten geben den kollektivvertraglichen Mindestbezug an. Und damit ist es für Bewerber nicht sofort erkennbar, dass es sich um ein schlecht zahlendes Unternehmen ist. Ich bin gespannt, wie sich das ganze entwickeln wird. Ich hoffe, dass in Zukunft diese Angaben für den Bewerber relevanter werden. Derzeit finde ich sie eher abschreckend.

Ich würd sagen ein zahnloser Schritt in die richtige Richtung ;-)

Ein richtiger Tritt in einen grossen Schritt.

der Gehalt ist entscheidend und sollte angegeben werden

und nicht ein Kollektivvertrag mit seinem völlig veralteten Gewerkschaftsdenken

In der Realität geht das aber nicht so leicht.

Arbeitgeber haben logischerweise immer einen Spielraum, der sich natürlich nach der Qualifikation des Bewerbers richtet. Warum sollt man einem unerfahrenen Bewerber, der trotz fehlender Praxis einen recht guten Eindruck gemacht hat und dem man eine Chance geben will, das selbe Gehalt zahlen, wie einem Bewerber, der genau ins Profil passt?

Das Gehalt wird verhandelt.

Wie sollen's das vorher angeben?

Untergrenze: was der KV vorgibt

Obergrenze: was für die Stelle maximal budgetiert wurde

Dazwischen ist der Verhandlungsspielraum.

Problem? keines - es wurde nur vergessen
die Unternehmen zu verpflichten auch den budgetierten Betrag anzugeben.

Abgesehen davon: Wie würden Sie überprüfen, ob das Unternehmen tatsächlich angegeben hat was budgetiert war, und nicht weniger oder mehr?

Richtig gut verhandelt haben's, wenn der Gegenüber sein Budget nachverhandeln geht. ;-)

"Was maximal budgetiert ist", ist keine reale Grenze. Haben's selbst noch nie Geld ausgegeben, das nicht budgetiert war?

das stimmt natürlich

aber wenn ein weltbekannter Markenkonzern, einen Abteilungsleiter, für die Leitung von 4 Ländern sucht und das ganze mit 1,6 ausschreibt, wirkt das schon etwas lächerlich

das Gesetz ist halt einfach Sinnlos :)

Verschlechtert die Verhandlungsposition. Würd ich nicht machen.

Es geht ja darum, sich mit dem Mitarbeiter auf ein für beide angemessenes Gehalt zu einigen.

Wenn's einen Range angeben, wird sich jeder am obere Ende des Ranges sehen - und der Erste Schritt ist mal dem MA zu erklären, dass das für Leute mit mehr Erfahrungen gedacht war, und er am unteren Ende liegt. Kein guter Einstieg.

Wenn's einen Range angeben, schrecken's auch eher die Leute ab die deutlich drüber liegen, aber Ihr Geld wert sind.

Da halt ich es für sinnvoller, gar nichts zu schreiben - oder eben das Mindestgehalt + "hat keine reale Bedeutung" Kommentar, um gesetzeskonform zu bleiben.

inwiefern verschlechtert dies wessen Verhandlungsposition

wenn ALLE Arbeitgeber dazu verpflichtet sind?

Würde es nicht eher dazu führen, dass die ArbeitnehmerInnen recht schnell ihren derzeitigen Wert am Arbeitsmarkt ablesen und einschätzen lernen?

Wenn ich mich für drei Jobs in einem minmax Bereich von 1500 bis 2500 bewerbe und alle drei bieten mir 1800?

wer sich von vornherein zu hoch ein- und somit überschätzt wird halt seine Erwartungen revidieren müssen.

Sie können nciht überprüfen, wie realistisch der angegebene Range ist.

Und, was viele vergessen: Nur weil in der Stellenanzeige x-tausend Euro steht heisst nicht, dass man jedem soviel zahlt - man würde eventuell jemanden der nicht 100%ig passt um ein bisschen weniger anstellen - so würde er eben heim geschickt, nicht mehr bekommen.

Und im Endeffekt müssen's dann auch wieder verhandeln - nur der Arbeitgeber gibt den Range vor. Nicht verlieren werden dann nur jene, die sich wirklichv erhandeln trauen und über den Range raus verhandeln.

Mir ist lieber, der Gegenüber legt sich erst fest, wenn ich gegenüber sitze - dann kommt mehr raus.

"Sie können nciht überprüfen, wie realistisch der angegebene Range ist"

ICH kann nicht oder
MAN kann nicht?

MAN kann nicht.

Aber ich nehm an, auch Sie werden sich schwer tun zu erkennen, ob der Range den ich in einer Stellenausschreibung angebe mein echtes Limit ist oder ob ich gegebenenfalls wenn's passt bereit bin noch mehr drauf zu legen.

Das ist derzeit richtig!

Aber, könnte man zur Reparatur des Gesetzes
den GKK-Prüfer (Arbeitsinspektor?)
ermächtigen das zu prüfen?

Wenn man denn wollte, dass das kein zahloser Papiertiger bleibt....

Wie prüfen Sie, ob ich bereit wäre mehr zu zahlen?

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