Zuckerberg macht mit Instagram ersten Schritt zum Facebook-Imperium

10. April 2012, 13:40

Beliebter Handy-Fotodienst soll eigenständig weiterlaufen

Auf den ersten Blick verschwendet Facebook-Gründer Mark Zuckerberg eine Menge Geld, wenn er eine Milliarde Dollar (765 Mio. Euro) für die Fotoplattform Instagram hinblättert. Facebook hat selbst 850 Millionen Nutzer, die jeden Tag 250 Millionen Fotos hochladen. Was ist dann an Instagram so besonders, dass es sich lohnen soll, eine Milliarde Dollar für gerade einmal 30 Millionen Nutzer zu zahlen, die bisher null Dollar Umsatz bringen?

Warum?

Fast schon zum Krimi wird die Geschichte durch die Tatsache, dass Instagram gerade erst vergangene Woche eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen hat, laut Medienberichten zu einer Bewertung von lediglich 500 Millionen Dollar. Das legt die Vermutung nahe, dass Facebook am Osterwochenende ein Mega-Angebot gemacht hat, das die Instagram-Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger einfach nicht ausschlagen konnten. Der Zukauf werfe eine Frage nach der anderen auf, "und die größte ist: Warum?", schrieb der US-Onlinedienst CNET in einer ersten Analyse.

Google

Die Branchenbeobachter im Silicon Valley überschlagen sich in Erklärungsversuchen. Schlug Mark Zuckerberg übereilt zu, weil die Annäherungsversuche von Rivalen wie Google oder Twitter zu konkret geworden waren? Gerüchte, dass der Internet-Riese und der Kurznachrichtendienst Instagram umgarnen, gab es immer wieder. Auch wenn Instagram-Chef Systrom bis zuletzt eisern behauptete, dass er sein Baby selbst weiterentwickeln wolle.

Oder bekam es Facebook angesichts des Potenzials von Instagram doch mit der Angst zu tun, wie das Magazin "Fortune" vermutet? Auf knapp 30 Millionen Nutzer kam der Fotodienst schließlich nur mit einer iPhone-App. Als vergangene Woche erstmals auch eine Version des Programms für das Google-Betriebssystem Android verfügbar war, wurde sie innerhalb eines Tages eine Million Mal heruntergeladen. Das zeugt von viel Interesse - und mit der frischen Finanzierung von 50 Millionen Dollar hätte das kleine Instagram-Team auch genug Geld für seine Wachstumsambitionen. "Ich denke, Facebook hat Panik bekommen", sagte ein Branchenbeobachter "Fortune". "Also hat es beschlossen, den Wettbewerber zu schlucken, bevor er zu groß werden konnte."

"Ein Prozent des Unternehmenswerts zu opfern, um die größte Bedrohung auszuschalten, ist ein kluger Zug"

Gemessen an Facebooks erwartetem Börsenwert von 100 Milliarden Dollar wirkt der Preis dann auch nicht mehr so hoch: "Ein Prozent des Unternehmenswerts zu opfern, um die größte Bedrohung auszuschalten, ist ein kluger Zug", urteilte der Internet-Investor Chris Dixon.

Dabei bietet Instagram eigentlich, was man bei Facebook auch machen kann - Fotos mit seinen Freunden und Bekannten teilen. Mit zwei wichtigen Unterschieden: Die Instagram-App hat eingebaute Filter, mit denen man ein Bild auf alt trimmen oder die Farben verzerren kann. Und das minimalistische Programm ist nur auf Fotos beschränkt, während man bei Facebook mit Informationen überflutet wird.

Es gibt Dutzende Foto-Apps mit solchen Funktionen

Die Filter dürften nicht das Thema sein: Es gibt Dutzende Foto-Apps mit solchen Funktionen. Wenn Facebook wollte, hätte es die Bildspielereien längst in seine mobilen Apps einbauen können. Viel interessanter ist, dass es Instagram gelungen ist, im Schatten des übergroßen Rivalen mit einer attraktiven App eine aktive Nutzergemeinschaft zu etablieren. Das dürfte ein Grund dafür sein, dass Facebook erstmals eine Firma nach dem Kauf eigenständig weiterlaufen lassen will, anstatt ihre Ideen in eigenen Diensten aufgehen zu lassen. Zuckerberg macht den ersten Schritt zu einem Imperium, das mehr als nur eine Marke zu bieten hat.

Eine spannende Frage ist, wie viel mehr Facebook mit dem Kauf von Instagram über seine eigenen Nutzer erfahren kann. Viele waren schließlich auch bei Instagram aktiv und hinterließen dort ihre Bilder zusammen mit dazugehörenden Ortsmarken.

Beast

Mark Zuckerberg selbst stellte wenige Stunden nach der Übernahme ein Instagram-Foto von seinem Hund Beast ins Netz. Es ist sein viertes Bild in eineinhalb Jahren. "Macht dann 250 Millionen Dollar pro Foto", spottete die Tech-Journalistin Staci D. Kramer.

ich hätte 2 milliarden bezahlt

aber wusste nicht das sie verkaufen wollen.

Mit dem Namen ...

... des facebook drauf ist Instagram eh nur noch die Hälftwe wert. Irgendwie gleich unsexy geworden.

Aber guter Zug der Gründer. Schwer vorzustellen, dass das Instagram-Fotogame länger als ein paar Jahre gespielt wird. Sobald die Benutzerzahlen nicht mehr steigen ist die $$$-Fantasie weg.
Und wie man damit (viel) Geld verdienen kann, ist auch unklar. Gut möglich, dass man die Insta-Benutzer nur schlecht an-werben kann auf diesem Medium. Viel zu heterogenes Benutzerfeld, dazu mit einem "Ich lass mir doch nichts andrehen"-Mindset? Schaon mer mal.

Einige gute Erklärungen

findet man hier (vllt in den Artikel einbauen?):

http://beta.branch.com/the-insta... es-it-mean
https://twitter.com/#!/codepo... 2990747648

tut mir leid,

aber ich finde bei den links überhaupt keine gute erklärung.

aber wenn facebook mit 500 millionen usern 100 milliarden wert ist, wieso soll instagram mit 30 millionen usern nicht locker 1 milliarde wert sein? wenn jeder user ebenso wertvoll wäre wie ein fb user dann wäre es ja eh 6 milliarden wert.

instagram?

ist das nicht dieses Programm, dass hochauflösende Fotos von teuren high-end Smartphones verwendet um sie herunter zu skalieren und aussehen zu lassen, wie zu den Anfangszeiten der fotographie?

Wenn ich nicht wüsste das es viele dämliche leute auf der welt gibt würde ich sagen die erfinder sind bald pleite.. aber so wird das wohl ein riesen geschäft :D

Geek? Nö: Dolm!

...ja eh, zig Millionen Pubertierende in aller Welt machen Milliarden Handy-Fotos, Pardon, Kunstfotos... am Häusl, vorm Spiegel, in der Disco, beim Skikurs etc... und irgendwelche Deppen glauben, dass sie da mit den Verfremdungen dieser Pics einen unbegrenzten Markt haben? Genau, diese Deppen haben, im Gegensatz zu Ihnen, den richtigen Riecher! Und diese Deppen verdienen schon jetzt am Tag mehr, als Sie in Ihrem ganzen Leben. Das ist aber auch ein ausreichender Grund, ahnungslose Versager-Doofpostings zu emittieren. Aber echt..

Und die Moral von der Geschicht'

Kein Instragram benutzen.

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