"Wir sind ein Hosentaschen-U-Ausschuss"

Livebericht | 10. April 2012, 12:54

Heftige Debatte zwischen Opposition und Regierung über Fortsetzung des U-Ausschusses und Verweigerung mancher Zeugen

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10.4., 12:55Rainer Schüller

Protestsitzung

Die Opposition hat für heute eine Nationalrats-Sondersitzung zum Konflikt im Korruptions-U-Ausschuss einberufen. Dort weigern sich die Koalitionsparteien, weitere Zeugen zu den Parteienfinanzierungsvorwürfen gegen die ÖVP und deren Arbeitnehmerbund ÖAAB in der Telekom-Affäre zu laden.
10.4., 13:14Rainer Schüller

Vor Sitzungsbeginn ein Frage an die UserInnen

Was erwarten Sie sich vom U-Ausschuss?
10.4., 13:23Rainer Schüller

Walter Rosenkranz von der FPÖ

beginnt und erklärt, warum die Fortsetzung des U-Ausschusses wesentlich sei. Er zitiert dabei auch ein Posting von derStandard.at. Er kritisiert, dass die SPÖ gegen die Ladung von Zeugen wie Pöttler oder Rahimi gewesen sei (siehe Hintergrund>>).
10.4., 13:24Rainer Schüller

Rosenkranz an Prammer

Sie haben gesagt, wir sollen uns an die großen Fische halten. Aber wie der gelernte Fischer Peter Pilz auch wisse, bräuchte man die richtigen Köder, um an die großen Fische zu kommen.
10.4., 13:24Rainer Schüller

"Der U-Ausschuss hat ein Sittenbild aufgezeigt"

sagt Rosenkranz.
10.4., 13:27Rainer Schüller

Ein Unternehmen wie die Telekom habe den Wahlkampf

einer Justizministerin bezahlt. In Italien wäre so etwas normal, aber das gab es auch in Österreich.
10.4., 13:29Rainer Schüller

Rosenkranz

"Jagdteilnehmer leiden unter einer starken Amnesie" - die wissen nicht mehr an welcher Jagd sie teilgenommen haben. Der FPÖ-Fraktionsführer erklärt, warum der U-Ausschuss nur dann sinnvoll sei, wenn man die richtigen Lehren draus zieht: Spindelegger wolle einen Verhaltenskodex, Rosenkranz plädiert jedoch für klare Gesetze, um auch Vorfeldorganisationen zu reglementieren.
10.4., 13:35Rainer Schüller

Rosenkranz

fragt Finanzministerin Maria Fekter, ob es eine Untersuchung der Telekom zu Druckkostenbeiträgen gibt, die an den ÖAAB gingen. Und er fordert Aufklärung, zu Hochegger-Geldern, die für ÖVP-Wahlkampf verwendet wurden, wo keine Steuer bezahlt worden sei. Es ginge auch um die Kontrolle und ob die ÖIAG die richtige Institution dafür sei. "Sie haben dafür zu sorgen, dass die Blockade der Telekom hinsichtlich wichtiger Informationen (z.B. die Mails, die News veröffentlicht hat) aufhört. Das ist Filter und birgt die Gefahr der Vertuschung." Fekter sei in drei Punkten gefordert: Steuerschonung, Aufsichtspflicht durch ÖIAG und Ermöglichung vollständiger Kontrolle.
10.4., 13:38Rainer Schüller

Rosenkranz warnt

Der Untersuchungsausschuss soll nun abgedreht werden, bevor es zu heiklen Themen wie die Inseratenaffäre um Faymann komme.
10.4., 13:40Rainer Schüller

Finanzministerin Maria Fekter antwortet auf die Dringliche

Das Finanzministerium unterstütze selbstverständlich jegliche Tätigkeit des U-Ausschusses. "Ich bin für völlige Transparenz und Aufklärung, dort, wo es Vorwürfe gibt." Dazu bekenne sie sich ganz offensiv und direkt. Sie bekenne sich zu bindenden Maßstäben in der Politik, denn nicht alles, was gesetzlich erlaubt sei, sei auch anständig. Deshalb sei eine Verhaltensregelung für Politiker gut, um das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen.
10.4., 13:42Rainer Schüller

Fekter

gegen kriminelles Handeln müsse mit den Mitteln der Justiz gearbeitet werden. Es seien jedoch mit dem selben Ausmaß Dinge kriminalisiert worden, die nicht kriminell waren. Das Finanzministerium habe schon zigtausende Akten übermittelt. Das Hohe Haus trage die Verantworung dafür, aus diesen Daten die Spreu vom Weizen zu trennen.
10.4., 13:44Rainer Schüller

Fekter

zur vermuteten Abgabenverkürzung durch Hochegger-Gelder. Sie vertraut hier ihrem Personal im Finanzministerium.
10.4., 13:44Rainer Schüller

Fekter

aus Finanzsstrafverfahren dürfe sie keine Details bekannt geben, weil das nicht erlaubt sei.
10.4., 13:47Rainer Schüller

Fekter zur Kritik an der ÖIAG

Das Finanzministerium habe keine Möglichkeit, der ÖIAG Weisungen zu erteilen. Es sei Aufgabe der Telekom die jeweiligen Sachverhalte zu klären. Fekter verweist auf das international renommierte Prüfunternehmen BDO Deutschland, das sich um die Aufklärung kümmert.
10.4., 13:49Rainer Schüller

Fekter

das Finanzministerium werden den Bericht des U-Ausschusses selbstverständlich zum Anlass nehmen, um die notwendigen Schritte zu setzen. Es seien sämtliche angeforderten Unterlagen zur Verfügung gestellt worden.
10.4., 13:51Rainer Schüller

Fekter

verweist auf die Verantwortlichkeit der Justiz. Soweit das Finanzministerium diese unterstützen könne, wäre es jederzeit dazu bereit. "Danke", sagt die Ministerin und tritt ab.
10.4., 13:52Rainer Schüller

Strache

ÖVP und SPÖ starten den Versuch, den U-Ausschuss abzudrehen. Es könne nicht sein, dass hier willkürlich agiert werde, wie man schon im Eurofighter-Ausschuss oder im Spitzel-Ausschuss erlebt habe.
10.4., 13:52Rainer Schüller

Strache fühlt sich an den Film

"Und täglich grüßt das Murmeltier" erinnert.
10.4., 13:55Rainer Schüller

Strache plädiert für eine restlose Aufklärung

und fordert klare transparente Gesetze. "Das hätte alles schon vor Weihnachten erfolgen können." Die Regierung verspiele ihre Glaubwürdigkeit.
10.4., 13:55Rainer Schüller

"Sie von der SPÖ machen hier leider Gottes der ÖVP die Mauer."

sagt der FPÖ-Chef.
10.4., 13:57Rainer Schüller

Strache spricht Faymann-Inserate an

all das empöre die Bevölkerung. "Man hat offenbar vor, dieses Kapitel Untersuchungsausschuss zu schließen."
10.4., 13:59Rainer Schüller

Strache hofft

dass über Ostern der heilige Geist bei der Regierung eingeschosse sei, obwohl dieser eigentlich erst zu Pfingsten komme.
10.4., 14:00Rainer Schüller

Strache

"Wir alle sind aufgefordert, alles, was es hier an ungeklärten Dingen gibt, lückenlos aufzuklären."
10.4., 14:01Rainer Schüller

Strache

klare Gesetze müssten geschaffen werden, an diese müsse man sich auch halten. Graubereiche sollten ausgeschlossen werden.
10.4., 14:03Rainer Schüller

Johannes Jarolim von der SPÖ

Der rote Fraktionsführer lobt die Arbeit des U-Ausschusses und meint, dass es keinen Anlass dafür gibt, zu glauben, dass dieser abgedreht werden solle.
10.4., 14:04Rainer Schüller

Jarolim

"sie können den Herrn Pöttler einvernehmen, das ist uns wurscht".
10.4., 14:07Rainer Schüller

Gleichzeitig kritisiert im nächsten Atemzug

"hinterzogene Steuergelder"von Vertretern von FPÖ und BZÖ. Das solche Dinge ans Tageslicht kommen, habe man dem U-Ausschuss zu verdanken. "Daher ist der Untersuchungsausschuss eine gute Einrichtung und sie werden sich an der Nase nehmen müssen, ob ihnen irgendwer in der Bevölkerung das glaubt, was sie von sich selbst behaupten."
10.4., 14:09Katrin Burgstaller

Karheinz Kopf ist jetzt am Wort

Aufgabe von Abgeordneten ist "Kontrolle, nicht aber gegenseitiges Durchleuchten der Parteien mit der Taschenlampe bis in die Hosentasche. Außerdem sind wir nicht dazu da, die Aufgaben der Staatsanwaltschaft zu übernehmen und uns gegenseitig im Schutz der Immunität zu verunglimpfen".
10.4., 14:12Katrin Burgstaller

Kopf: "Der U-Ausschuss wird nicht abgedreht

und ... es wird gegebenefalls personelle Konsequenzen geben müssen, erklärt Kopf.
10.4., 14:13Katrin Burgstaller

Kopf: "Herr Pilz, einen unbescholtenen Kollegen als Korruptionsabgeordneten zu vergleichen, das ist letztklassig"

10.4., 14:15Katrin Burgstaller

Kopf: "Jagen können alle, dieses gesellschaftliche Ergeignis nur einer Partei für Absprachen zuzuschreiben ist letztklassig"

10.4., 14:18Katrin Burgstaller

Pilz: "Danke für den Satz, wir werden uns nicht in die Hosentaschen der Parteien hineinleuchten lassen"

... da ist so viel drinnen in den schwarzen, blauen und orangen Hosentaschen. Wir sind ein Hosentaschenuntersuchungsausschuss." Die Aufgabe des U-Ausschuss, nämlich die Kontrolle der politischen Verantwortung, könne keine Staatsanwalt übernehmen.
10.4., 14:20Katrin Burgstaller

Pilz attaktiert ÖVP - warum dürfen wir die Tiroler Volkspartei nicht im Fall Hackl befragen?

10.4., 14:22Katrin Burgstaller

Pilz kündigt für den morgigen Ausschuss wieder Fragen zu einem "ganzen Packen Bauernbundrechnungen" an

und zu einem "Abgeordneten aus dem ÖVP" - Warum dürfen wir den Abgeordneten Grillitisch nicht laden? Warum dürfen wir keine aktiven Politiker aus der ÖVP befragen, sondern nur pensionierte?
10.4., 14:24Katrin Burgstaller

Pilz: "Es gibt eine ehrliche Mehrheit in dieser Republik, vielleicht nicht in den Regierungsparteien, aber in der österreichischen Bevölkerung"

Die gemeinsame Korruptionsbremse muss gelingen, so Pilz. Aufregung in der ÖVP. VP- Lopatka ruft dazwischen: "Das ist eine Ungeheurlichkeit"
10.4., 14:25Katrin Burgstaller

Die Wogen in den ÖVP-Reihen gehen hoch bei Pilz' Rede

10.4., 14:27Katrin Burgstaller

"Die Bünde dürfen nicht wie eine Partei behandelt werden", hört Pilz schon viele VP-ler sagen

Entweder wir schaffen es, alle Blockaden im U-Ausschuss zu beenden oder wir unterhalten uns über ein Thema zur nächsten Sondersitzung. Pilz schlägt das Thema Parteienfinanzierung vor
10.4., 14:29Katrin Burgstaller

Petzner - Personen, die Gegenstand des U-Ausschuss sind, schädigen das Ansehen der Politik, nicht der Ausschuss selbst

- Wir sind auf einem guten Weg", sagt Petzner
10.4., 14:30Katrin Burgstaller

Petzner - dieser U-Ausschuss ist die Therapie gegen den Krebs

Zu einer Therapie gehören manchmal auch schmerzen, dieser U-Ausschuss ist der Weg dazu. So wird Österreich wieder gesund.
10.4., 14:33Katrin Burgstaller

Petzner: Sie können lachen was sie wollen, wir haben bewiesen, dass wir aufklären wollen

wir sind die Einzigen, die Konsequenzen ziehen... und die Österreicher vertrauen dem BZÖ jetzt mehr", sagt Petzner, er verweist auf eine Umfrage, die "jetzt gerade auf twitter erschienen ist"
10.4., 14:34Katrin Burgstaller

Petzner zeigt Akten her - und wird von Prammer gerügt

10.4., 14:36Katrin Burgstaller

Petzner: "Nur wenn alles aufgeklärt wird, kann das Ansehen der Politik wieder hergestellt werden. Wir brauchen schärfere Gesetze, ein Parteifinanzierungsgesetz und Korruptionsbestimmungen"

10.4., 14:38Katrin Burgstaller

Petzner: Auch die FPÖ wird noch ihre Aufgabe im Reinigungsprozess machen müssen - ich sage nur Uwe Scheuch"

Außerdem will Petzner wissen, was Meischberger bei Straches 40. Geburtstag als Ehrengast gemacht hat
10.4., 14:44Katrin Burgstaller

Gerhard Deimek von der FPÖ - wärmt den Oerlikon-Skandal auf, in dem auch Spindelegger verwickelt war

"Und dieser Herr Spindelegger will uns jetzt erklären, wie wir uns zu verhalten haben?" Nachlese zum Fliederbusch hier
10.4., 14:48Katrin Burgstaller

Johann Maier von der SPÖ - es gibt keinen Plan, den U-Ausschuss abzudrehen

Mayer: "Österreich versinkt nicht in einem Korruptionssumpf, sondern arbeitet Korruption auf"
10.4., 14:50Katrin Burgstaller

Mayer: Die Mitglieder im Untersuchungsausschuss werden ernsthaft weiterarbeiten. Müssen es schaffen, mehr Vertrauen in die Demokratie zu erreichen."

10.4., 14:54Katrin Burgstaller

Martin Bartenstein: "Frau Kollegin Moser Sie lesen den STANDARD auch gerade, lesen Sie ihn weiter, den Grünen geht es auch nicht so gut. So persilscheinmäßig werden Sie von den Österreichern auch nicht gesehen."

Bartenstein hat gerade diese Umfrage zitiert. "Es sind alle Verlierer, nicht nur die Regierungsparteien". Es könnte die Piratenpartei davon provitieren. Doch: "Dafür sind wir uns zu gut"
10.4., 14:57Maria Sterkl derStandard.at

Gabriela Moser (Grüne) ist am Wort.

10.4., 14:59Maria Sterkl derStandard.at

"Wirklich eigenartig" findet Moser, dass es

zwar einerseits einen Konsens gebe, dass das Vertrauen in die Politik gestärkt werden müsse - doch auf der anderen Seite "kämpft jeder gegen jeden, wenn es darum geht, wie wir das erreichen". Dabei gebe es "nur einen Weg: konstruktiv an die Aufarbeitung zu gehen".
10.4., 15:00Maria Sterkl derStandard.at

Es gebe einen einstimmigen Beschluss zum Korruptions-U-Ausschuss, so Moser. "Und jetzt geht's auf einmal nimmer. Wie sollen das die Menschen verstehen?"

10.4., 15:01Maria Sterkl derStandard.at

"Meine Antwort an den Kollegen Bartenstein: Das ist genau der Grund für die Umfrageergebnisse, die Sie zu Recht zitieren."

10.4., 15:01Maria Sterkl derStandard.at

"Es gilt, liebe ÖVP, aufzuklären, als im September 2006 flächendeckend Postwurfsendungen für den Breitbandanschluss warben. Inwieweit waren diese

SChaltungen der ÖVP eigenfinanziert oder fremdfinanziert? Das würde uns interessieren."
10.4., 15:02Maria Sterkl derStandard.at

"Wir würden Ihnen gerne helfen, Ihre Reputation wieder herzustellen,

aber Sie lassen uns nicht."
10.4., 15:03Maria Sterkl derStandard.at

Moser schlägt vor: "Gehen wir zurück zu einer Fraktionsführersitzung und arbeiten wir das auf."

10.4., 15:03Maria Sterkl derStandard.at

Beim Thema Buwog "werde ich wirklich ärgerlich", meint Moser: "Wenn ich diese Hauptcausa übers Knie breche, dann schieße ich mir ein Eigentor - nämlich Misstrauen in der Bevölkerung."

10.4., 15:04Maria Sterkl derStandard.at

Gabriela Moser fordert einen "Neubeginn im U-Ausschuss."

10.4., 15:04Maria Sterkl derStandard.at

Moser: "Wir müssen Details ans Licht bringen, die auch einzelne Abgeordnete schützen werden."

10.4., 15:06Maria Sterkl derStandard.at

"Die Verantwortung liegt bei der Regierungsmehrheit -ich kann es nicht anders sagen", meint Moser.

10.4., 15:07Maria Sterkl derStandard.at

Gerald Grosz (BZÖ) ist am Wort. "Malversationen aufdecken bei den anderen, aber Hauptsache nicht bei den eigenen Abgeordneten" - darum gehe es den Koalitionsparteien, meint Grosz.

10.4., 15:07Maria Sterkl derStandard.at

"Wir sind deswegen jetzt am Scheideweg, weil sich durch diesen U-Ausschuss entscheidet, ob in diesem Land

noch einmal eine befreite Politik abseits der Korruption möglich ist."
10.4., 15:08Maria Sterkl derStandard.at

"Wenn Sie wichtige Zeugenladungen verhindern, wenn Sie herumeiern,

dann sind wir in einem Bereich, wo die Menschen sich zu 100 Prozent von der Politik mit Schaudern abwenden."
10.4., 15:09Maria Sterkl derStandard.at

"Sie von der ÖVP sind der Meinung, dass sich die Menschen wegen dem U-ausschuss von der Politik abwenden. Aber die Menschen wenden sich reihenweise von den Schuldigen ab."

10.4., 15:09Maria Sterkl derStandard.at

"Humorvolle Menschen meinen, es braucht keine neuen Korruptionsgesetze - für die Menschen reicht der Paragraf 278b StGB: Bildung einer terroristischen Vereinigung."

10.4., 15:10Maria Sterkl derStandard.at

"Wir brauchen keinen Kodex für Politiker. Wenn Sie sich einige wenige Gebote zu Herzen nehmen - 'Du sollst nicht stehlen' - 'Du sollst nicht lügen' - dann reicht das schon.

10.4., 15:11Maria Sterkl derStandard.at

Die Sondersitzung gebe "einmal mehr ein jämmerliches Bild der Politik". Sie solle der Regierung als "Warnung" dienen.

10.4., 15:12Maria Sterkl derStandard.at

"Sie sind auf dem besten Weg der Christdemokraten Italiens", sagt Grosz in Richtung ÖVP.

10.4., 15:12Maria Sterkl derStandard.at

"SEhr geehrte ÖVP, warum sitzen Sie heute da? Was ist Ihre Vision? Ist es Idealismus? Oder ist es Egoismus - Ihre eigenen Taschen aufzufüllen?"

10.4., 15:13Maria Sterkl derStandard.at

Grosz fordert "strenge Anfütterungsverbote, Gesetze über die Parteienfinanzen und auch über das Verhalten von Politikern. Wir sind hier auf einem weiten Weg, auch mit der SPÖ, die jetzt einigermaßen geläutert ist, auch über die eigenen Schandtaten."

10.4., 15:14Maria Sterkl derStandard.at

Barbara Prammer: "Herr Grosz, auch an Ihre Adresse: Das gegenseitige Vorwerfen von fehlenden Idealen lasse ich nicht zu."

10.4., 15:15Maria Sterkl derStandard.at

Christian Höbart (FPÖ) ist dran. "An Jarolim gerichtet: Walter Meischberger wurde 1999 aus der FPÖ ausgeschlossen. KGH war seit 2002 ÖVP-Minister. Hören Sie auf, Leute mit der FPÖ zu verquicken."

10.4., 15:15Maria Sterkl derStandard.at

In Österreich habe sich "ein rotschwarzes System mit orangen Farbtupfern" etabliert.

10.4., 15:17Maria Sterkl derStandard.at

"Der ehemalige SP-Kommunikationschef hat auch über eine Million Euro von der TElekom bekommen - tun Sie nicht so, wie wenn Sie nichts damit zu tun hätten."

10.4., 15:18Maria Sterkl derStandard.at

Höbart glaubt, "auch bei den Grünen" Skandalbeteiligte zu finden. "Tun Sie nicht so, wie wenn die Grünen nichts mit Lobbying zu tun hätten."

10.4., 15:19Maria Sterkl derStandard.at

Spindelegger "will doch glatt die Parteienwirtschaft durch Privatiers finanzieren lassen - da wird die FPÖ mit Sicherheit nicht mitspielen."

10.4., 15:20Maria Sterkl derStandard.at

"Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass die FPÖ seit Knittelfeld einen Selbstreinigungsprozess begonnen hat. Wir sind mit diesen dubiosen Leuten beinhart abgefahren."

10.4., 15:20Maria Sterkl derStandard.at

"Wir fordern mehr Moral in dieser politischen Landschaft", schließt Höbart.

10.4., 15:21Maria Sterkl derStandard.at

Günter Kräuter (SP): "Der Vorredner hat sich mordsmäßig abgemüht, abzulenken von der Korruptionslawine, die 2000 über Österreich hereingebrochen ist."

10.4., 15:21Maria Sterkl derStandard.at

"Ich sage nur Scheuch, Rumpold, oder Ihr alter Spezi Plech."

10.4., 15:22Maria Sterkl derStandard.at

"Nicht jedem Bock, den ein Landeshauptmann schießt, muss man parlamentarisch hinterherjagen", meint Kräuter.

10.4., 15:22Maria Sterkl derStandard.at

Auch Honig-Deals seien nicht von parlamentarischem Interesse.

10.4., 15:22Maria Sterkl derStandard.at

Es gehe jetzt darum, "ohne Parteibrille zügig alles zu klären".

10.4., 15:23Maria Sterkl derStandard.at

Die Kontrolle der Telekom sei "wirklich ein wichtiger Punkt, Frau Finanzministerin -die ÖIAG hat hier dramatisch versagt."

10.4., 15:24Maria Sterkl derStandard.at

Der U-Ausschuss habe "schwierige Rahmenbedingungen", meint Kräuter - Stichwort Entschlagungsrecht.

10.4., 15:25Maria Sterkl derStandard.at

Die Bevölkerung habe "falsche Erwartungen": Man erwarte "den großen Showdown", und dann "kommt der Mensdorff-Pouilly, und blödelt ein bisserl über die Jagd".

10.4., 15:25Maria Sterkl derStandard.at

"Wenn Grasser dann mit seinem Anwalt daherkommt, dann wird er alles so darstellen, wie wenn es supersauber wäre. Drum, Frau Moser, ist es fast wurscht, ob er seine Show abzieht. Aber macht nichts."

10.4., 15:26Maria Sterkl derStandard.at

Johannes Schmuckenschlager (ÖVP): "Der U-Ausschuss beschäftigt sich zu einem Kernthema mit den Ladungsthema des U-Ausschusses."

10.4., 15:27Maria Sterkl derStandard.at

Der Ladungsplan sei eine Mehrheitsentscheidung, "da besteht kein Zweifel".

10.4., 15:27Maria Sterkl derStandard.at

"Die Regierungsparteien haben sich für einen dichten Terminkalender im U-Ausschuss entschlossen."

10.4., 15:27Maria Sterkl derStandard.at

Problematisch sei, "dass sich immer wieder Personen entschlagen".

10.4., 15:28Maria Sterkl derStandard.at

Regierung und Opposition hätten "unterschiedliche Arbeitsauffassungen": Die Opposition wolle Schuldige finden - "aber das ist Aufgabe der Justiz".

10.4., 15:29Maria Sterkl derStandard.at

Schmuckenschlager kritisiert Petzner für dessen Krebs-Metastasen-Sager

(siehe STANDARD-Interview).
10.4., 15:29Maria Sterkl derStandard.at

"Alle tragen Verantwortung -alle. Warum sitzt dann ein Peter Pilz in einer Sozialwohnung? Ist das politische Verantwortung? Warum fährt ein Herr Petzner, obwohl ihm der Führerschein abgenommen wurde?"

10.4., 15:30Maria Sterkl derStandard.at

"Die aktive Destabilisierung unseres politischen Systems" sei das Ziel der Opposition, meint Schmuckenschlager.

10.4., 15:31Maria Sterkl derStandard.at

Werner Kogler (Grüne):

"Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass der U-Ausschuss zum Minderheitenrecht werden muss, hätte es gar nicht dieses eigenartigen Vorredners bedurft - man muss sich nur die Vorgänge im U-ausschuss selbst anschauen."
10.4., 15:32Maria Sterkl derStandard.at

"Natürlich geht es um einen Neustart, um eine Rückgewinnung des VErtrauens", meint Kogler. "Wir werden nicht zulassen, dass Sie diejenigen kriminalisieren, die die Aufklärung initiieren."

10.4., 15:33Maria Sterkl derStandard.at

"Es muss doch möglich sein, von einer Telekom, die sich im staatsnahen Einfluss befindet, dass wir die Steuerzahlungen zurückverlangen,

und dass über die ÖIAG hier endlich gescheit reagiert wird."
10.4., 15:34Maria Sterkl derStandard.at

"Eine Partei stellt sich besonders quer: die ÖVP. Sie behindern die Arbeit im Ausschuss. Sie verhindern, dass die Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen werden, und dass es einen NEustart gibt."

10.4., 15:34Maria Sterkl derStandard.at

"Klubobmänner Kopf und Cap, Sie haben das beide unterschrieben. Was ist ein Versprechen überhaupt noch wert?"

10.4., 15:35Maria Sterkl derStandard.at

"Herr Kräuter, weil Sie hier schon wieder die Räuberleiter für den Koalitionspartner machen, und so tun, als wären das alles Bagatellenbeträge. Vielleicht sind das gar nicht so lächerliche Beträge,

um die es hier geht?"
10.4., 15:36Maria Sterkl derStandard.at

Kogler will wissen, "wie viel die ÖVP von Unternehmen kassiert, von Vereinen, von Geldern, die als Schwarzgelder - haha - in Liechtenstein angelegt wurden."

10.4., 15:37Maria Sterkl derStandard.at

Auch ÖVP-Bünde und Landesparteien müssten ihre Finanzen offenlegen.

10.4., 15:38Maria Sterkl derStandard.at

"Der Vorredner war ja verräterisch: Er sagt, das ist immer noch ein Mehrheitsthema. Na, wenn die Mehrheit das blockiert, dann ist das ein Zeichen, dass es ein Minderheitenrecht wird."

10.4., 15:39Maria Sterkl derStandard.at

Rainer Widmann (BZÖ):

"Es gibt in allen Parteien Persönlichkeiten, die davon betroffen sind, das wird man aufklären müssen. Aber es gibt auch in allen Parteien Persönlichkeiten, die nicht betroffen sind. ICh wehre mich dagegen, dass man über alle den Schmutzkübel verschüttet."
10.4., 15:39Maria Sterkl derStandard.at

"Was will der Wähler? Dass der Saustall in manchen Bereichen aufgeräumt wird."

10.4., 15:39Maria Sterkl derStandard.at

Beim U-Ausschus "können die Parteien nichts gewinnen, nur die Demokratie", meint Widmann.

10.4., 15:40Maria Sterkl derStandard.at

"Wir haben alle Zeugen zugelassen - im Gegensatz zu ÖVP und SPÖ"

10.4., 15:40Maria Sterkl derStandard.at

"Herr Bartenstein: Eine Umfrage fragt, für welche Parteien es gerade es besonders schlecht läuft: für Sie."

10.4., 15:41Maria Sterkl derStandard.at

"Darum: Gehen Sie mit uns den Weg der politischen Räumung."

10.4., 15:41Maria Sterkl derStandard.at

"Der U-Ausschuss darf nicht zum Kasperltheater verkommen. Wenn sich Abgeordnete gegenseitig fotografieren, dann verärgert das zu Recht die Bürger."

10.4., 15:41Maria Sterkl derStandard.at

"Die Sommerpause des Parlaments ist völlig überflüssig, und die des U-Ausschusses auch."

10.4., 15:43Maria Sterkl derStandard.at

"Wir brauchen keinen Kodex von der ÖVP, wir brauchen Taten."

10.4., 15:44Maria Sterkl derStandard.at

Sonja Steßl-Mühlbacher (SPÖ):

"Herr Widmann, anscheinend haben Sie ein sehendes und ein blindes Auge" - er lenke "vom größten Skandal der Republik ab, der von ÖVP und BZÖ verursacht wurde", ab.
10.4., 15:45Maria Sterkl derStandard.at

"Es ist gelebter Parlamentarismus, dass Opposition und Regierung nicht unbedingt dieselbe Meinung teilen". Aber "dass ausgerechnet die am lautesten schreien, die am meisten zu verbergen haben - ich denke an Gorbach, Meischberger, Rumpold, Grasser - muss

man sich auf der Zunge zergehen lassen."
10.4., 15:46Maria Sterkl derStandard.at

Steßl-Mühlbacher fasst zusammen, welche Beträge von der Telekom in Richtung Lobbyisten/Politik geflossen sind.

10.4., 15:47Maria Sterkl derStandard.at

"Interessant ist, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Erinnern wir uns an die Postenbesetzung rund um Niko Pelinka. Da ging ein Raunen durch die Politik. Ich frage mich nur: Warum hört man jetzt nichts davon, wenn die Lebensgefährtin

von Josef Bucher, Christine Lackner, einen Posten im ORF erhält?"
10.4., 15:48Maria Sterkl derStandard.at

In Richtung Westenthaler: "Verurteilte Straftäter haben in diesem Parlament nichts verloren."

10.4., 15:50Maria Sterkl derStandard.at

Gabriele Tamandl (ÖVP)

ist dran, will beginnen, doch Westenthaler lärmt im Hintergrund. Ermahnung des zweiten Nationalratspräsidenten.
10.4., 15:50Maria Sterkl derStandard.at

Tamandl rügt Westenthaler, der zur Vorrednerin "Pfui Teufel" gesagt haben soll. "Das ist unwürdig."

10.4., 15:51Maria Sterkl derStandard.at

"Die Werbeagentur hat der FPÖ Forderungen erlassen,

hat sich gar nicht drum gekümmert, ob die FPÖ zahlen kann oder nicht - das heißt, die Finanz ist sehr wohl auch in diesem Bereich an Steuerhinterziehungen dran", reagiert Tamandl auf Vorwürfe.
10.4., 15:52Maria Sterkl derStandard.at

"Der Herr Kollege Pilz schickt Sachverhaltsdarstellungen und wartet erst gar nicht ab, dass die Justiz drauf reagiert,

und sagt schon: "Die Justiz ermittelt."
10.4., 15:52Maria Sterkl derStandard.at

Tamandl: "Pilz beschmutzt das Ansehen dieses Hauses, wir lassen uns das nicht gefallen."

10.4., 15:53Maria Sterkl derStandard.at

"Frau Moser, Sie führen den Vorsitz hervorragend und Sie haben es nicht immer leicht, mit den Herren Petzner und Pilz. Zu einer seriösen Aufklärung gehört ein seriöser Umgang miteniander. Wenn Pilz zur ÖVP

sagt, die Beschuldigten sollen den Mund halten, dann ist das skandalös."
10.4., 15:54Maria Sterkl derStandard.at

Tamandl: "Von Ihnen, Herr Rosenkranz, hätte ich mir mehr erwartet als von den Selbstdarstellern Petzner und Pilz. Dass Sie sich mit denen zusammentun, enttäuscht mich."

10.4., 15:54Maria Sterkl derStandard.at

Christoph Hagen (BZÖ) meint, "wenn man sich als Lebensgefährten eines aktiven Politikers nicht einmal mehr für einen Job bewerben darf,

dann hat es weit heruntergeschneit."
10.4., 15:56Maria Sterkl derStandard.at

Es sei "kein Zufall, dass der U-Ausschuss jetzt abgedreht werden soll: Wenn Strasser, ein Vorzeigepolitiker der ÖVP in der EU, zeigt, was er von Moral hält, und wenn der Behördenfunk-Skandal aufgeklärt werden soll,

dann drehen sie es ab."
10.4., 15:56Maria Sterkl derStandard.at

"Der Kollege Amon mit 10.000 Euro wird hier als Lercherlschas dargestellt. Da wird das Floriani-Prinzip angewendet."

10.4., 15:57Maria Sterkl derStandard.at

"Schauen Sie nach Vorarlberg. Der ÖVP-Klubobmann wird mit 1 Promille am Steuer erwischt und spielt das herunter. Sie haben kein Gewissen in der ÖVP - drum wollen Sie den U-Ausschuss abdrehen. Pfui Teufel, kann ich nur sagen."

10.4., 15:58Maria Sterkl derStandard.at

Hubert Kuzdas (SPÖ):

"Im U-Ausschuss wird sachlicher argumentiert als hier. Wenn wir die Lehren ziehen, warum so viele Leute politikverdrossen sind, dann liegt das auch daran, dass wir hier so ein unwürdiges Schauspiel abgeben."
10.4., 15:59Maria Sterkl derStandard.at

"Es ist keine gute Idee, den U-Ausschuss jetzt abzudrehen. Da geht es um das Vertrauen der Politik."

10.4., 16:00Maria Sterkl derStandard.at

"Wir wissen, es hat Geldflüsse zu BZÖ, zu FPÖ gegeben hat. Herr Grosz, wenn Sie über Parteibuchwirtscahft reden, dann zitiere ich ein Beispiel: 2004 Generalverdacht Rumpold-FPÖ.

Gleichzeitig gibt es einen Auftrag der Telekom an Media Select, 600.000 Euro, mündlich beauftragt, keine Leistung. Dieser Manager hat das nicht uneigennützig getan - er wurde später von Gorbach belohnt."
10.4., 16:01Maria Sterkl derStandard.at

"Wir haben massives Kontrollversagen seitens der ÖIAG", meint auch Kuzdas.

10.4., 16:02Maria Sterkl derStandard.at

"Wir brauchen ein neues ÖIAG-Gesetz. Es darf nicht sein, dass sich der Aufsichtsrat ständig selbst erneuert. Und wir brauchen eine Strategie, wie es mit den ÖIAG-Unternehmen weitergehen soll,

auch in Hinblick auf mögliche feindliche Übernahmen."
10.4., 16:03Maria Sterkl derStandard.at

Robert Lugar ist am Wort. "Mich schockiert, was alles möglich war. Trotzdem liegt mir viel daran, dass dieser Ausschuss möglichst bald zu einem Ende kommt. Dieser Ausschuss tut viel, was nicht in unserem Interesse sein kann."

10.4., 16:04Maria Sterkl derStandard.at

"Jeden zweiten Tag kommt ein neuer Name aufs Tapet, wo es wieder heißt, dieser Politiker ist korrupt. WAs passiert, wenn der Bürger

jeden zweiten Tag mit dieser Botschaft malträtiert wird?"
10.4., 16:05Maria Sterkl derStandard.at

"Stellen Sie sich vor, Sie hören jeden Tag in den Medien, dass ein Arzt die eigenen Interessen über die Interessen der Patienten gestellt hat. Was passiert? Das Vertrauen schwindet."

10.4., 16:05Maria Sterkl derStandard.at

"Der Patient muss glauben, dass das, was der Arzt ihm verschreibt, ihm gut tut. Ist es in der Politik nicht genauso?"

10.4., 16:06Maria Sterkl derStandard.at

Die Patienten müssten Medikamente schlucken, "die Bürger müssen Antworten schlucken, und dafür müssen sie uns vertrauen."

10.4., 16:08Maria Sterkl derStandard.at

Die Parteien seien beim Geldauftreiben "immer kreativ gewesen, das ist ein offenes Geheimnis". Jetzt gelte es aufzuräumen. "Ich bin für ein generelles Verbot der Parteienspenden."

10.4., 16:08Maria Sterkl derStandard.at

"Dafür müssen wir 100 Millionen für die Parteienförderung in die Hand nehmen. So kaufen wir uns vom Einfluss der Wirtschaft frei."

10.4., 16:09Maria Sterkl derStandard.at

"In Amerika weiß man, welche Firmen den Präsidenten gekauft haben. In Österreich sollen die Parteien das Geld vom Steuerzahler bekommen, dann sind sie dem Steuerzahler verpflichtet. Aber wir haben ein Mischsystem. Das muss sich aufhören, ganz einfach."

10.4., 16:10Maria Sterkl derStandard.at

"Wenn die Parteien genügend Geld haben, brauchen sie gar nicht korrupt werden."

10.4., 16:11Maria Sterkl derStandard.at

"Mein Schwiegervater sagt immer wieder, wenn er mich sieht: Man braucht nur alle Politiker in einen Sack geben und mit einem SChlegel draufhauen, und man trifft nie die Falschen.

Er findet es witzig, ich finde das nicht so witzig."
10.4., 16:12Maria Sterkl derStandard.at

Ende der Debatte.

Nächste Sitzung: 19. April. Danke fürs Mitposten!