Österreich zahlt weniger Zinsen

  • Am Kapitalmarkt läuft es derzeit für Österreich gut.
    foto: apa/jäger

    Am Kapitalmarkt läuft es derzeit für Österreich gut.

Die Republik holt sich am Kapital­markt 1,2 Milliarden Euro, die Zinsen für fünfjährige Bundes­anleihen sind auf einem Rekordtief

Frankfurt/Wien - Die Republik Österreich hat sich am heutigen Dienstag am internationalen Kapitalmarkt wie geplant mit 1,2 Mrd. Euro refinanziert. Die Nachfrage nach den angebotenen fünfjährigen Bundesanleihen ist etwas größer gewesen als nach den zehnjährigen Papieren. Die Rendite bei der 2017 fälligen Bundesanleihe ist auf ein Rekordtief von 1,733 Prozent gesunken, sagte die Chefin der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur ÖBFA, Martha Oberndorfer. Bei der letzten Auktion im März (1,1 Mrd. Euro) mussten für ein zehn Jahre laufendes Papier 2,89 Prozent Rendite gezahlt werden.

Die Renditen für die 2022 auslaufenden Emission blieben mit 2,905 Prozent in etwa auf dem Niveau von Anfang März. Damals waren es 2,89 Prozent. Dagegen hat sich der Zinsabstand zur deutschen Benchmark im zehnjährigen Bereich von 90 auf 110 Basispunkte ausgeweitet.

Große Volumina

Trotz der Osterfeiertage werden am Primärmarkt für Staatsanleihen der Eurozone in der Nachosterwoche bis zum 13. April große Volumina platziert. Vor allem Italien dürfte Aufmerksamkeit auf sich ziehen, da die Risikoaufschläge zuletzt wieder deutlich angestiegen sind.

Am Anleihemarkt sollen im Laufe der Woche rund 14 Mrd. Euro angeboten werden, wie aus einer Vorschau des Bankhauses HSBC Trinkaus hervorgeht. Im Gegenzug stehen 16 Mrd. Euro zur Rückzahlung an. Den Auftakt machen heute gemeinsam mit Österreich die Niederlande. Das holländische Schatzamt will eine 2017 fällige Anleihe um bis zu 3,5 Mrd. Euro aufstocken und das ausstehende Volumen zweier Bundesanleihen mit Laufzeiten von fünf beziehungsweise zehn Jahren um 1,32 Mrd. Euro erhöhen.

Fokus auf Italien

Die einzige neue Anleihe der Woche begibt die deutsche Finanzagentur in Form einer zehnjährigen Bundesanleihe über fünf Mrd. Euro. Zu guter Letzt wird Italien am Donnerstag aktiv. In welchem Umfang welche Anleihen aufgestockt werden, hat das Schatzamt noch nicht bekanntgegeben. Die Experten von HSBC rechnen mit etwa fünf Mrd. Euro. Neue Anleihen stehen aus Italien aber erst Ende Mai wieder auf der Agenda.

Am Geldmarkt treten zwar nur Frankreich und Italien auf, doch dürften es beide zusammen auf ein Volumen von immerhin 15 Mrd. Euro bringen. Zehn Mrd. Euro an Geldmarktpapieren werden in der kommenden Woche fällig. (APA, 10.4.2012)

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