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Günther Grass hat trotzdem nicht recht. Aber um zu erkennen, was an der heutigen politischen Konstellation in Israel unheilvoll ist, muss man sich die Reaktion des offiziellen Israel zu Gemüte führen:
Israels Innenminister Eliahu ("Eli") Jischai hat Grass zur Persona non grata erklärt, der deutsche Schriftsteller dürfe nicht einreisen. Denn mit seiner Kritik an Israels Plänen für einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen sei der Nobelpreisträger "in die Kategorie Nazi gerutscht".
Dazu muss man wissen, welchen Schlages der israelische Politiker Eli Jischai ist. Er kommt aus der ultraorthodoxen Schass-Partei. Liberale israelische Journalisten bezeichnen ihn als "Le Pen mit Bart". Jischai beliebt es, Schwule und Lesben als "krank" zu bezeichnen, für die man hoffentlich eine Therapie finden werde; die illegalen Einwanderer in Israel, hauptsächlich aus Afrika, solle man in Arbeitslager in der Wüste Negev stecken, weil sie die Gefahr der Ansteckung mit Aids, Tuberkulose, Hepatitis etc. mit sich bringen. Die Palästinensergebiete dürften niemals aufgegeben und es müssten so viele Siedlungen wie möglich gebaut werden. Aber Jischais Schass-Partei garantiert Premier Benjamin Netanjahu das politische Überleben.
Das heißt, die religiösen Ultrarechten üben einen verhängnisvollen Einfluss aus. Und Günther Grass liefert ihnen einen herrlichen Vorwand, sich noch tiefer in ihrer Borniertheit einzugraben. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 10.4.2012)
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Das ist die RAU- version der Stammtische und rechtsextremen Politiker: dass diese Juden endlich eine Ruhe geben sollen, weil sie schließlich selbst genug "Dreck am Stecken" (Jörg Haider) haben.
Beide Artikel zusammen sind die totale Heuchelei, die totale Bankrotterklärung.
als, würden diese Rechtsradikalen einen Günter Grass brauchen, um noch radikaler zu werden? Wie sehr an den Haaren herbeigezogen ist diese Kritik denn? Sollte es nicht eher besorgen,dass solche Typen die derzeitige israelische Politik bestimmen?
Was der Innenminister Jischai z.B. über Homosexuelle sagt, wird als Beleg für seine Gefährlichkeit gewertet. Aber wie gefährlich muss dann erst der Iran sein! Dort wird Homosexualität mit der Todesstrafe geahndet. Ob bei den öffentlichen Hinrichtungen auf Youtube auch Schwule gehängt wurden?
Ich sage Grass hat mehr als recht und der Inneninister ist Teil einer Regierung, deren Premier etwas gegen diese Entscheidung tun könnte. Aber niemand in der Regierung, in der 6 Parteien vertreten sind tut etwas dagegen und die linke Oposition wird sich ebenso hüten.
Der Regierungschef und der Außenminister haben offen gegen Grass propagandiert. Also brauch ich kein "der Innenminister ist halt von dem Schlag".
Was man übrigens noch sagen muss: die deutschsprachigen Zeitungen sind gerade voll von der Kritik an der israelischen Entscheidung des Einreiseverbots. Was es ja eigtl. nach Meinung vieler gar nicht geben dürfte, weil man darf ja Israel nicht kritisieren, so heißt es.
und:
„Wir sind erschüttert angesichts der beschämenden und unmoralischen Äußerungen von Günter Grass, die darauf abzielen, Israel und dem jüdischen Volk die Legitimation abzusprechen“, sagte Verbandspräsident Herzl Hakak. „Wir rufen Schriftsteller in der ganzen Welt auf, dies anzuprangern.“
Der Verband will sich nach eigenen Angaben auch an die internationale Schriftstellervereinigung PEN sowie an das Nobel-Komitee wenden. „Sie müssen sich dazu äußern.“
http://www.welt.de/politik/d... dnung.html
Strache ist weder einer offiziellen regierungseinladung gefolgt, noch wurde er von Regierungsmitgliedern empfangen. Sein Besuch in Israel war in etwa so offiziell, wie wenn er vom Bürgermeister von Montpellier eingeladen wird und sich bei der Gelegenheit im Parlament mit ein paar Abgeordneten der FN trifft. Der von ihm ständig genannte Ayoob Kara ist likud-Abgeordneter und übrigens Druse (auch eine von diesen rechtlosen israelischen Minderheiten, wie man sehen kann).
man kann ganz unbeschwert israelische politiker und politik kritisieren, wenn man die kritk begründen kann
und das entlarvt das ganze "tabu" geschwätz und "das darf ja nicht sagen" gefasel, als grausliche lüge der antisemiten
Natürlich kritisier ich soviel ich will. Hab Andersdenkende noch nie als höhere Instanz wahrgenommen.
Der rau hat seinen ausgewogenen Standpunkt dazu übrigens seit Juni 2003. Hab ich mir gemerkt, es war zufällig der 99. bloomsday - seither schätz ich ihn, ohne seine Gründe zu kennen
http://www.zeit.de/politik/a... en-clinton
http://www.zeit.de/politik/a... edlungsbau
das ist der unterschied, begründete kritik und alle keulenschwinger können sich brausen gehen
aber für dumme, plumpe realitätsverdreher bleibt eben nur der antisemitismus vorwurf übrig
Oben wird ein Politker kritisiert, der in Israel Regierungspolitik mitgestaltet.
Wo ist da der Widerspruch zur Aussage "man kann ganz unbeschwert israelische politiker und politik kritisieren, wenn man die kritk begründen kann"?
Ein kluger Poster hat vor kurzem gemeint "man sollte lesen, was geschrieben steht und nicht, was man lesen möchte" - das sollten wir alle.
die besatzungspolitik im WJL und insbesondere die siedlungspolitik, und wird nicht mit einreiseverboten belegt. ich mach das auch, manchmal auch gegenüber israelischen freunden. die haben mich noch nie für einen antisemiten gehalten.
was der tiger schreibt stimmt sehr wohl. es geht, es ist auch nicht schwer. ausser man ist ein antisemit, dann kriegt mans nicht hin. dann muss man zu "tabu!"- und "antisemitismus-keulen"- und "...aber das darf man ja nicht sagen!"-lügen zuflucht nehmen.
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